„Lieblingsgegner!“

Ich kann mich schon lange nicht mehr an so aufregende zehn Minuten eines Fußballspiels erinnern wie gestern zwischen der 80. und 90. (plus x) Spielminute. Mit dem Schlusspfiff am Samstagabend breitete sich eine Woge der Erleichterung in der BayArena aus – auf der Trainerbank, auf dem Rasen und natürlich auf den Rängen. Und heute noch die schöne Meldung, dass Ömers Verletzung aus der zehnten Spielsekunde nur ein par Tage Trainingspause bedeutet.

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Dabei war doch eigentlich schon vor dem Spiel alles klar. Es ging doch gegen unseren Lieblingsgegner aus dem Schwabenland – den VfB Stuttgart. Gegen keine andere Mannschaft hat die Werkself in der Bundesliga so oft gewonnen wie gegen Stuttgart und unser Kies trifft ja gegen den VfB sowieso immer.

Eine Serie, die gestern auch hätte reißen können. Beschränkten sich die Gäste doch darauf, das schnelle Spiel unserer Jungs mit einer starken und effektiven Abwehrarbeit zu verhindern. Ein Plan, der lange Zeit aufging. Ich bin nicht sicher, aber ich kann mich an keinen nennenswerten Schuss auf Bernds Tor erinnern. Mal abgesehen von diesem Freistoß ohne Mauer aus elf Metern, der zum ersten und einzigen Tor der Gäste führte.

Die Szene prägte das Spiel sehr lange. Weil Stuttgart stur verteidigte und unserer Mannschaft spielerisch dazu nicht viel einfiel. Und ja, auch ich habe mir so ab der 75. Minute ernsthaft Gedanken um einen positiven Tenor dieses Artikels gemacht. Und deshalb sage auch ich an dieser Stelle noch einmal: Danke an unsere Werkself! Danke, dass ihr nie daran gedacht habt, dieses Spiel nicht gewinnen zu können.

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Und wer die Chance hatte, unmittelbar nach dem Spiel direkt in die Gesichter unserer Spieler sehen zu können, dem wurde schnell klar: Hier freuten sich Jungs die wussten, dass sie sich drei Punkte für die Champions-League mit Kampf, Einsatz und Leidenschaft verdient hatten. Die Fans feierten unsere  Mannschaft – und sie feierten auch sich. Beides völlig zu Recht! „Niemals aufgeben“ hieß es in einer bemerkenswerten Schlussphase auf dem Rasen und über neunzig Minuten – mit ein paar wenigen kurzen Pausen –  bei unseren Supportern im Norden der BayArena. Die Rede ist jetzt nicht von denen, die sich mal wieder erst mit dem Schlusspfiff aus ihrer eingefrorene Sitzhaltung zum Abklatschen und Feiern in den Stand erhoben.

Es waren mal wieder nicht alle, aber es waren die richtigen Fans, die erkannt haben, dass die Mannschaft mit ihrer Unterstützung dieses Spiel würde drehen können. Ein Spiel, das für mich eins der wichtigsten – wenn nicht das Wichtigste – Spiele der Saison war. Nach der Niederlage der Frankfurter stehen wir jetzt mit sieben Punkten Vorsprung auf einem Platz, der die direkte Teilnahme an der Champions-League bedeutet. Ob als Zweiter, oder als Dritter – egal! Ich habe nichts gegen einen spannenden Zweikampf mit dem Noch-Meister aus Dortmund um „unseren“ Vizetitel, aber am Ende zählt das irgendwann auch nicht mehr.

Wie auch der Begriff Lieblingsgegner für mich keine Bedeutung hat. Mein Lieblingsgegner ist immer die Mannschaft, gegen die wir gerade gewonnen haben. Das kann nächste Woche Mainz 05 sein, oder in 14 Tagen der kommende Deutsche Meister aus München.

Obwohl: Seit dem Pokalfinale 2009 in Berlin gibt es Siege, die einfach richtig Spaß machen. Das hat aber nichts mit dem VfB Stuttgart direkt zu tun 😉

Und wer noch einen Blick in die Medienlandschaft werfen möchte, dem empfehle ich die kleine Presseschau auf der Homepage der Werkself. Vor allem der Express bringt es auf den Punkt: 

„Das Publikum verneigte sich vor Bayers Fight-Club. Und dann feierten sie die Helden des Abends mit Sprechchören. Natürlich genossen die Spieler das Bad in der jubelnden Menge. Es war der Höhepunkt eines irren Fußball-Abends. Satte 82 Minuten liefen sie einem Rückstand hinterher. Dann drehten sie die Partie in nur 360 Sekunden. Stuttgarts Abwehrmauer mit 2:1 eingerissen, sich mit sieben Punkten von Eintracht Frankfurt abgesetzt. Nach zuvor nur einem Sieg in fünf Liga-Partien und dem Aus in der Europa League gegen Benfica Lissabon war das wieder ein Zeichen. Jetzt ist den Bayer-Fightern der Champions-League-Platz so gut wie nicht mehr zu nehmen.“

„Und wie siehst du das, Cathy?“

Ganz genau so, lieber Klaus! Du sprichst mir aus der Seele. Mir ist es egal ob wir Vizemeister werden oder als dritter in die Champion- League kommen. Der Einzug ist für mich entscheidend. Ob als zweiter oder dritter macht da keinen Unterschied. Kaufen kann man sich etwas von der Meisterschaft und die ist diese Saison schon verspielt.

Was mir gestern wirklich imponiert hat, ist der Kampfgeist unserer Jungs. Sie haben nicht aufgegeben, auch wenn der VfB es ihnen nicht leicht gemacht hat. Es war sicher nicht optimal – grade wenn ich an die vielen vergebenen Torchancen oder Standards denke, aber es war auch nicht unser schlechtestes Spiel. Für mich lag der Fokus über weite Strecken auf André Schürrle – wie ich hören konnte war ich damit nicht alleine. Um mich herum wurde alles kritisiert was er gestern gemacht hat. „Ständig gibt er vor dem Tor ab!“ „Jetzt hat er schon wieder versucht das Tor selber zu machen! Was für ein Ego!“ „Gib ab!“ „Gib nicht ab!“ Ich glaube kein Spieler konnte es so sehr niemandem recht machen wie André und das tut mir wirklich leid, denn ganz ehrlich? Das war gestern nicht das schlechteste Spiel, dass ich diese Saison von ihm gesehen habe.

Aber es passt zu dem Bild, dass ich von den „Fans“ um mich herum hatte. Hätte da auch nur einer halb so viel Energie ins Anfeuern wie ins Schimpfen gesteckt, dann hätten wir im D-Block tatsächlich so etwas wie Stimmung gehabt. Ich habe es noch nie erlebt, dass der C-Block ein „Steht auf, wenn ihr für Bayer seid…“ anstimmt und 90 % des D-Blocks (ausgeschlossen D1) sitzen bleibt. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie enttäuscht und wütend ich bin. Das war eine schwache Leistung.

Aber gut, ich mag mich da heute nicht mehr drüber aufregen. Im Moment bin ich mir auch sicher, dass sich das so schnell nicht mehr ändern wird. Für mich war das Spiel völlig in Ordnung – Luft nach oben gibt es aber dennoch.

Nur 48 Stunden: Ein Sieg, eine Niederlage und viele Gedanken

Das war es also, unser Spiel gegen Augsburg. Sichere drei Punkte. Das wird nicht schwer. Das war der Grundtenor vor dem Spiel und ich habe es auch geglaubt. Jetzt stehe ich da und bin um einige Erkenntnisse reicher. Augsburg hat uns nicht nur gezeigt, dass wir ein Problem im Mittelfeld mit engen Räumen haben, das unser Mittelfeld an sich gestern ein großes Problem war aber auch dass Kies ein ganz Großer ist.

Ich war nie ein übermäßiger Kies-Fan. Er ist ein toller Spieler und ist super wichtig für die Mannschaft, aber ich habe meinen Fokus nie (nur) auf ihn gelegt. Gestern hat er aber mal wieder gezeigt, wie großartig er sein kann. Im Sturm ist er ja ohnehin sehr gut aufgehoben, aber wenn es gestern in der Abwehr eng wurde, dann war er da und wenn es im Mittelfeld mal wieder nicht weiter ging hat er die Bälle geholt und verteilt. Wenn ich ganz ehrlich bin, hat er mir im Mittelfeld gestern besser gefallen als all unsere gesetzten Mittelefeldspieler. Ohne da jetzt auf Namen rumzureiten: ein großer Teil unseres Mittelfelds hat mir gestern so gar nicht gefallen.

Dennoch zählen am Ende diese drei, wirklich wichtigen Punkte. Wir haben den Anschluss an Dortmund nicht verloren und das ist gut. Es gibt noch einiges zu tun, für unsere Jungs – aber das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Ich habe gestern auf jeden Fall sehr gezittert und konnte mich auch erst nach dem Abpfiff halbwegs entspannen.

Entspannung ist dabei auch das Stichwort. Habe ich vor zwei Wochen noch den D-Block gelobt? Vergesst es. Es tut mir wahnsinnig leid, für die Einzelnen, die da alles geben, aber das war gestern ein Trauerspiel. Da wurde nicht mal mit geklatscht und das obwohl der C-Block und auch D1 und weite Teile von D2 alles gegeben haben und wirklich großartig waren. Das macht mich traurig, denn wie sehr unser Anfeuern beflügeln kann, hat man in dem Spiel gegen Dortmund doch gesehen. Nur weil der Gegner Augsburg heißt, muss man sich nicht derart hängen lassen. Oder nutzt ihr die Fastenzeit und verzichtet auf Stimmung? Fänd ich persönlich ja sehr schade.

Das war nicht das einzige Spiel diese Woche. Donnerstag ging es schon hoch her in der BayArena.

„Klaus, wie war das Spiel für dich?“

Cathy, es war vor allem eins: nass, kalt und auf meiner Position direkt zwischen den Spielerbänken vor allem mit einer völlig neuen Perspektive versehen. Das ist schon spannend, direkt bei den Akteuren zu sitzen.

Ansonsten habe ich ja schon einen kleinen „Einspruch“ erhoben – nicht gegen das Spiel unserer Werkself, sondern gegen die Art und Weise, wie in einigen Kreisen mit der Niederlage umgegangen wurde. Dieses ganze Rotationsthema will ich hier gar nicht mehr aufwärmen. Aber vielleicht sollte eins zu Denken geben: Die am Donnerstag von vielen so vermisste (entschuldigt den Ausdruck) „A-Elf“ hat gegen den Tabellenvorletzten der Bundesliga mal so eben 2-1 gewonnen – macht mit diesem Satz, was ihr wollt!

Am Donnerstag ging es gegen eine europäische Topmannschaft und unsere Schwarz-roten haben nicht nur auf Augenhöhe mitgespielt. Nein, sie waren die bessere Mannschaft. Dass wir uns dafür nicht viel kaufen können weiß ich auch. Aber für das Spiel am Donnerstag in Lissabon sehe ich noch jede Möglichkeit des Weiterkommens. Wie gesagt – die Berichterstattung in einigen Medien werde ich nicht weiter kommentieren, aber wenn ich nach dem Spiel im Radio höre „Leverkusen hat den Sieg nicht verdient gehabt“, dann frage ich mich ernsthaft, ob der Kollege von WDR 2 tatsächlich das gleich Spiel gesehen hat, wie ich!

Zu diesem vielfach postulierten „Arbeitssieg“ gegen Augsburg hast du die wesentlichen Dinge ja auf den Punkt gebracht, Cathy. Das sind eben diese Tage, an denen einem mal wieder klar werden sollte, dass Spektakel schön sind, aber am Ende nur wirklich sinnvoll mit einem Sieg für unsere Jungs . Drei Punkte – alles was zählt! Wenig Glanz, wenig Überragendes, aber immer wieder reingekniet und am Ende belohnt worden.

Ergänzend zu deiner schönen Hommage an unseren Kies: beispielhaft, wie er überall dort zu finden war, wo es nötig war. Eine Szene hat mich besonders beeindruckt. Es war so um die 75. Spielminute, oder etwas später, als man Stefan ansah, dass er so langsam die Fußballschuhe gerne ausgezogen hätte. Aber was macht der Bursche? Erkämpft sich den Ball und leitet einen Angriff der Werkself ein. Nicht in der Hälfte des Gegners, sondern an der eigenen Eckfahne!

Ein paar Sätze noch zur Stimmung in der BayArena, zum Support unserer Fans: Was da aus dem Norden des Stadions bei mir im Westen ankam war einfach nur großartig. Und wenn ich den Norden meine, dann meine ich alle, die mit dabei waren – egal in welchem Block. Aber gerade von meiner neuen Position kann ich den Support natürlich besonders schön beobachten. Und ich muss dir recht geben: geht es weiter weg vom C-Block wird es immer dünner, aber das ist ja nichts Neues. Einigen Zuschauern (und ja, es werden weniger) macht es einfach nur dann Spaß, wenn sie sich als Teil eines Fußballfestes fühlen dürfen. Bietet die Werkself dann nur fußballerische Alltagskost, kümmert man sich halt um seine Butterbrotdose und hofft, pünktlich im Pendelbus zu sitzen. Aber auch das gehört zu Leverkusen!

Seht ihr das alles anders? Oder genau so?

Schreibt eure Kommentare hier im Blog, oder auf unserer Facebookseite!

Übrigens: Den Sieg der Dortmunder gegen Frankfurt fand ich richtig gut 🙂 (Klaus)

Drei Punkte für Kies

Nach dem grandiosen Auftakt am vergangenen Wochenende geht es am Samstag nun gegen Freiburg. Dieses Mal, ohne die Befürchtung auf einen Ex-Spieler zu treffen, an den ich schon einmal mein Herz verloren habe. Auch auf die Statistiken möchte ich verzichten. Die sprechen eine recht deutliche Sprache und auch wenn es kein leichtes Spiel wird, so sagen die Zahlen doch einen Sieg unserer Jungs voraus.

Ja, wenn die Zahlen dann so ein Spiel entscheiden können. Das tun sie aber nicht, was heißt, wir treffen auf einen Gegner, der es in sich hat und in dieser Saison schon viel Kampfgeist beweisen konnte. Freiburg hat sich in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gedrängt, spielt konstanter und greift dieses Saison nun auch auf die internationalen Plätze an. Freiburg will oben mitspielen und wenn sie gewinnen, können sie theoretisch auf den vierten Tabellenplatz rutschen.

Trotzdem glaube ich, dass wir Chancen auf drei Punkte haben. Wir wollen den Anschluss an die Bayern nicht verlieren, wie haben die letzten Spiele einen immensen Kampfgeist und Spielfreude gezeigt. Wir haben eine top Mannschaft, die inzwischen auch zueinander gefunden hat. Und vor allem steht Kies 100 Ligator an. Ich bin recht zuversichtlich, dass er sich das zum Geburtstag (für alle die es noch nicht mitbekommen haben: der Gute wird heute 29) schenken wird. Und wenn er gut drauf ist, macht er gleich zwei und reiht sich damit in die Liste der Spieler ein, die gegen Freiburg die meisten Tore in einem Spiel geschossen haben. Dafür sind tatsächlich nur zwei Treffer nötig.

Abergläubische würden an dieser Stelle zwar darauf hinweisen, dass drei der fünf besten Treffer in dieser Saison nicht mehr in Leverkusen sind (Ballack, Barnetta, Derdiyok) aber ich denken, das sollte uns nicht abschrecken. Ich glaube an einen klaren Sieg. Mindestens ein 2:1, auch wenn es sicher nicht ganz so leicht wird. Das letzte Spiel gegen Freiburg haben wir gut gewonnen, das davor nicht. An das Spiel kann ich mich nicht mehr erinnern. Um so besser ist mir in Erinnerung geblieben, wie ein paar Leverkusenfans versucht haben, den Freiburgern Robin Dutt mitzugeben. Vergeblich. Man tätschelte uns mitleidig die Schulter und wünschte uns für die sportliche Zukunft alles Gute. Ich bin mir ganz sicher, diese Szenen wird nach dem Spiel niemand sehen. Unser Trainergespann wird sicher wieder den richtigen Riecher beweisen und die perfekte Mannschaft auf den Rasen schicken. Und dann können wir uns zusammen über drei weitere Punkte freuen.

Ein fulminanter Auftakt und große Emotionen

Das war es also – unser erstes Spiel nach der Winterpause. Ich gebe zu, ich war ganz schön aufgeregt. In der Hinrunde war ich der Meinung, Frankfurt würden wir locker schlagen – also wollte ich an dieses Spiel mit etwas weniger Euphorie gehen. Dass das nicht geht, habe ich spätestens dann gemerkt, als das Stadion in Sichtweite kam. Die Stimmung in beiden Fanlagern war gut, die Polizei zwar überdeutlich aber nicht ganz so Unruhe stiftend wie noch im letzten Jahr.

Und dann ging es los… Ich kann nicht sagen ob es an der Kälte lag, aber ich hatte das Gefühl, dass alle Beteiligten erst einmal warm werden mussten. Die Fangesänge waren nicht ganz so laut wie zum Ende der Hinrunde, das Zusammenspiel der Mannschaft eher unruhig, naja und den Frankfurter-Fans muss es sehr kalt gewesen sein, denn anders kann ich mir diese überflüssige und entnervende Zündelei nicht erklären. Auf letzteres werde ich jetzt nicht weiter eingehen, so ein Thema verdient einen eigenen Beitrag. Nach dieser Spielunterbrechung ging es dann auch erst so richtig los. Beide Mannschaften kamen ins Spiel, aber unsere Jungs waren schlicht weg besser.

Einer ist mir dabei (wieder) ganz besonders aufgefallen. Ich hatte in meinem Saisonrückblick ja schon anklingen lassen, dass ich eventuell, vielleicht ein wenig mein Herz verloren haben und genau das hat sich gestern bestätigt. Sebastian Boenisch ist und bleibt eine Wucht. Wie er sich ins Team eingefügt hat ist schon eine Klasse für sich. Ihm schreibe ich einen großen Anteil an dem gestrigen Spielverlauf zu. Es fasziniert mich schlichtweg wie richtig er in den entscheidenden Momenten steht, wie passgenau er spielt und wie wunderbar er auf jeder Position im Feld Sicherheit zeigt. Ganz ehrlich, ich würde mich mehr als nur freuen, wenn er auf Dauer bei uns bleibt!

Am Anfang der Saison war ich mir noch sicher, dass ein Ausfall Kadlecs nicht zu kompensieren ist – und ich bin froh, dass mir das Gegenteil bewiesen wurde. Tatsächlich ist unsere Defensive deutlich stärker geworden und das war für mich eine unserer großen Schwachstellen. Auch gestern haben sich immer wieder ein paar Patzer eingeschlichen, aber die Tendenz ist steigend und das freut mich. Aber ich will mich heute mal nicht mit Fehlersuche oder einer Statistik aufhalten – das Spiel war emotional und so möchte ich es auch behandeln.

Aufhänger gab es ja genug. So etwa Kies und sein 99. Ligator und das vor den Augen Jogi Löws. Was? Ja, genau. Der deutsche Bundestrainer hat sein Navi tatsächlich dazu gebracht, ihn nach Leverkusen zu bringen. Ob es was gebracht hat wird sich zeigen. Auch Andre Schürrle konnte ein wenig seine Stärke demonstrieren, als er unsere 1904 perfekt machte. Alles in allem – sehr gelungen. Etwas tragisch sah dagegen Simon Rolfes aus. Latte – Torwart – Gegenspieler – Teamkollegen sie alle standen seinen Bällen aufs Tor im Weg. Dennoch, man kann ihm nicht vorwerfen, er habe es nicht immer wieder versucht. Aber was wollen wir uns auch beschweren? Unsere Jungs haben drei Tore geschossen – drei über die ich mich sehr freuen konnte. Der Sieg war verdient und es war ein extrem gelungener Einstieg in die Rückrunde. Zwar war nicht alles perfekt aber ich hatte Spaß beim Zuschauen, was mich sogar die Kälte ein wenig vergessen lassen hat. Meine Zehen waren nach dem Spiel tot (und das trotz zwei Paar Strumpfhosen und zwei Paar Socken) doch ich habe meine Anwesenheit im Stadion nicht eine Minute bereut.

Was am Ende zählt sind die drei Punkte, die auf unser Konto gehen. Außerdem habe ich eine Entscheidung getroffen. Nein, ich werde mir nicht Boenischs Antlitz auf den Allerwertesten stechen lassen (das schlug man mir tatsächlich gestern vor) – aber ich werde wohl zum ersten Mal ein Trikot beflocken lassen. Das wollte ich nie, aber ich denke, jetzt ist genau die richtige Zeit dafür. Wessen Name und Nummer da drauf kommen, das könnt ihr euch sicher denken…

Nach der Winterpause: Top oder Flop?

Es gibt untrügliche Anzeichen für das Ende der Fußball-Winterpause: Die Temperaturen sinken deutlich unter Null Grad, es liegt Schnee und die Gefahr der wetterbedingten Spielabsagen wird größer. Pünktlich zum Auftakt des 18. SpieItages sind in der Gelsenkirchener Fußballhalle die Loipen einem Rasen gewichen und endlich rollt wieder der Ball. Schluss mit den Bemühungen, gewissen Randerscheinungen der Fußballbundesliga eine Art von Spieltagsrelevanz anzudichten. Ach ja – und das Topspiel (2-4) steigt dann auch direkt am Samstag in Leverkusen (dazu gleich mehr).

Ich weiß ja nicht wie ihr das seht – aber mal ehrlich: Es geht doch nichts über den wahren Kampf um Punkte und die nächste nationale oder internationale Pokalrunde (ok, auch nicht mehr für jeden). Da sind Freundschaftsspiele in der Wüste und Mini-Turniere, in denen sich diverse Teams aus unterschiedlichen Ligen in mehr oder weniger pflichtspielähnlichen Begegnungen um den Ball streiten, doch kein Ersatz. Bitte nicht falsch verstehen: die Winterpause ist wichtig! Neue Spieler verpflichten, Trainer tauschen, Kräfte tanken, ausruhen, regenerieren und einfach mal den Fußball Fußball sein lassen – das brauchen Vereine, Spieler, Schiedsrichter und sicher auch so mancher Fan. Und natürlich ist es nicht so, als würde die Fußballwelt zwischen Weihnachten und der nahenden Karnevalszeit eingefroren sein. Täglich melden sich die Medien mit den unterschiedlichsten Geschichten rund um den Fußball. Ob überraschende bis sensationelle Entwicklungen auf dem Spieler- oder Trainermarkt, beängstigende Tendenzen in diversen Fanszenen, oder die privaten Probleme prominenter Pärchen – es tut sich immer was. Und doch ist das alles nichts gegen die Emotionen und Diskussionen, die das richtige Spiel mit sich bringt.

Die Hoffnungen und Erwartungen bei den Fans sind groß: Bleibt mein Team da oben, fragen sich die einen, während die anderen hoffen, dass das neue Jahr endlich den ersehnten Erfolg mit sich bringt. Sämtliche Erkenntnisse, die aus den Spielen und Trainingseinheiten der letzten Wochen vermeintlich abzulesen sind, müssen mit dem Anpfiff des 18. Bundesligaspieltages umgesetzt werden – eine nicht immer erfolgreiche Vorgabe. Für viele ist so eine Rückrunde oftmals mit unliebsamen Überraschungen verbunden. Die Sportschau hat übrigens mal die tiefsten Stürze nach der Winterpause zusammengefasst. Der „Sieger“ purzelte nach Platz zwei am 17. Spieltag noch zwölf Plätze tiefer. Wer das war? Nachzulesen hier: Nach der Winterpause abgestürzt!

Die Winterpause der Werkself verlief – aus der Ferne betrachtet – weitestgehend normal. Thematisch herausragend sicher die Verpflichtung von Arkadiusz Milik. Der junge Nationalspieler aus Polen ist einer, der uns kurzfristig weiterhelfen kann (oder auch muss) und auch langfristige Perspektiven besitzt. Wie sagt man so schön: „Eine Investition in die Zukunft“. Zudem wurde Carlinhos nach Regensburg verliehen – auch hier eine gute Entscheidung, weil der Junge einfach spielen muss. Und nicht zu vergessen: Samis Wahl zu Finnlands Trainer des Jahres. Sicher auch eine Auszeichnung des Fußballers und des Menschen Sami Hyypiä in seiner Heimat. Bescheiden wie er ist, lautete sein Kommentar „Es gibt doch bessere Trainer in Finnland“. Mag sein, das kann ich nicht beurteilen. Für uns gehört er zu den Besten – ein Glücksgriff in vielen Bereichen.

Für das Spitzenspiel gegen den Tabellenvierten aus Frankfurt fordert Sami „Wir müssen besser verteidigen“. Das ist der Werkself in der Regel ja gut gelungen – vor allem in der BayArena. Erst fünf Gegentreffer auf eigenem Platz, das ist der Spitzenwert in der Liga. Personell ist die Lage einigermaßen entspannt: Karim fehlt noch nach seiner Schambein-OP und Katsche konnte aufgrund einer Virus-Infektion nicht trainieren. Ansonsten sind wir „Fit und fertig“, sagte Sami auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Die Werkself ist im Januar 2013 für mich „Top“ und ich bin natürlich mächtig optimistisch, dass der Start in die Rückrunde gelingt. Aus den Köpfen der Spieler sollte der Jahresabschluss in Wolfsburg verschwunden sein. Unser Trainerduo weiß, wo es anzusetzen gilt und ich denke, dass man unsere Jungs nicht mehr großartig begeistern und motivieren muss – da sollte ein Blick auf die Tabelle reichen. Wie lange wir uns da oben zwischen den jetzt schon medial gekürten Meisterkandidaten aus München und Dortmund halten können, wird sich zeigen – gerne bis zum spiel in Hamburg im Mai. Nach wie vor ist die Chance der direkten Qualifikation für die Champions-League riesengroß. Gegner wie die Eintracht, die eine bemerkenswert konstant starke Saison spielt, müssen da natürlich geschlagen werden.

Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf den sicher eiskalten Jahresstart in der BayArena – und laut Statistik können wir uns sicher auf Tore freuen. Denn eins gab es in den bislang 55 Bundesligaspielen zwischen Leverkusen und Frankfurt noch nie: Keine Tore! Auch das ist ein Bundesligarekord. Und Tore für die Werkself haben in den nächsten Spielen eine statistisch bemerkenswerte Bedeutung, vielleicht ja schon am Samstag. 1901 Tore stehen in der ewigen Tabelle auf der Habenseite der Werkself. Drei Treffer im Jahre 2013 und es wären – 1904! Und sollte unser Topstürmer zweimal treffen – dann hätte Kies seinen Bundesligatreffer Nummer 100 erzielt. Mal nebenbei kommt es auch zum Gipfeltreffen der Bundesliga-Torjägertabelle:

  • Kies führt mit 12 Treffern, Frankfurts Alex Meier liegt mit 11 Toren direkt dahinter.

Aber wie gesagt, nur Statistik. Was zählt sind die drei Punkte und die werden wir holen. Mein Tipp: 3-1 (und dann wäre das mit den Toren ja perfekt, wenn Kies dann auch noch zweimal trifft …)!

Das Schlusswort überlasse ich den Fans, in diesem Fall der NK12. Anlass des Blogartikels war ein Treffen zwischen Fanvertretern und Spielern der Werkself in dieser Woche im Stadioneck:

„Letztendlich waren sich alle Beteiligten einig, dass wir in der Rückrunde genau da weitermachen und ansetzen müssen, wo wir aufgehört haben und auch dann, falls es auch mal über mehrere Spiele nicht so rund laufen sollte. Jedoch waren alle sehr optimistisch, dass eine längere Durststrecke aufgrund der tollen Einstellung und Moral der Truppe hoffentlich nicht zu erwarten sein sollte. Von daher heißt es am Samstag gegen Frankfurt alles geben, sowohl auf dem Platz, als auch auf den Rängen! Forza SV Bayer!“

Also raus mit den schwarz-roten Fahnen und Schals, Skiunterwäsche und dicke Socken einpacken – die Winterpause ist vorbei, der Winter ist da und für uns hat das Wochenende wieder einen Sinn.

Schwarz-rote Grüße
Klaus

Ein Jahr, eine Bilanz, ein Vierzeiler: „Leverkusen … unser Leben …!“

„LEVERKUSEN … !!!

UNSER LEBEN … !!!

DIE NUMMER EINS AM RHEIN … !!!

SO WIRD ES IMMER SEIN …. !!!!“

Ganz klar, diese vier Zeilen sind mein Stadion-Ohrwurm des Jahres. Nicht erst seit dem Sieg in Bremen mit unserer kleinen, aber lauten Kurvengemeinschaft  hat sich der einprägsame Ein-Strophen-Song auf meiner schwarz-roten Festplatte eingebrannt (fragt Cathy mal, was auf der Rückfahrt gesungen, geflötet und gebrummt wurde). Und irgendwie stehen diese Zeilen auch für die Werkself und ihre Fans zu Beginn des noch jungen Fußballjahres 2013. Es ist ja bei solchen Rückblicken immer schwierig, allem gerecht zu werden, worüber man nach so einem ereignisreichen Jahr schreiben könnte. Cathy hat ja schon ihren ganz persönlichen Blick auf die Hinrunde der Werkself in der Saison 2012/2013 geworfen und dabei – unter anderem – ihre aktuelle Begeisterung für einen unserer frischesten Neuzugänge deutlich gemacht.

Uneingeschränkt teilen wir die Begeisterung für unseren Verein und die Mannschaft und das nicht nur jetzt, wo es mal wieder richtig gut läuft. Aber natürlich konzentrieren wir uns bei solchen Bilanzen immer auf die Themen und Personen, die uns – wodurch auch immer – ganz speziell an etwas Herausragendes oder Besonderes erinnern. Es kann also sein, dass euch der eine oder andere Spieler zu kurz kommt (oder alle), oder dass das eine oder andere Spiel nicht in eurem Sinne gewürdigt wird (München, Schalke). Dann nutzt die Kommentarfunktion im Blog oder auf Facebook und teilt uns eure ganz persönlichen Gedanken zur Werkself im Jahre 2012 / 13 mit! Wir diskutieren gerne mit euch.

Ich beginne meine Bilanz in der Gegenwart: Es ist der Beginn eines neuen Fußballjahres. Am 19. Januar 2013 startet die Werkself als Tabellenzweiter in die Rückrunde. Gegner in der BayArena  ist die Eintracht aus Frankfurt, der Vierte. Bayer 04 Leverkusen – gegen Eintracht Frankfurt: Zweiter gegen Vierter! Unser SVB hinter den Bayern und vor Doppelmeister Dortmund. Der Aufsteiger aus Frankfurt direkt dahinter. Eine Tabellenkonstellation, die so sicher niemand auf dem Zettel hatte, als wir direkt mit einer Pleite in Frankfurt in die Saison 2012 / 2013 starteten. Es folgten einige wenig überzeugende Auftritte  wie die 0-3 Pleite am dritten Spieltag in Dortmund. Die Borussia schien an diesem Tag für unsere Jungs keine Mannschaft zu sein, mit der man sich ernsthaft würde messen können. Die Werkself auf Patz zehn und viele fragten sich: Neues Team – alte Probleme?

Eine Frage, die unser Teamchef/Trainer-Duo Sami und Sascha und die Mannschaft mit einem klaren „Nein!“ beantworteten.

Im Dezember bejubelten unsere Fans nach dem Sieg gegen die HSV den Vize-Winter-Meistertitel hinter dem FC Bayern – und wir verabschiedeten Renato mit Emotionen der besonderen Art. Die Werkself ist in der BayArena ungeschlagen, Stefan „Kies“ Kießling ist Deutschlands erfolgreichster Stürmer 2012, in der Europa-League wartet Benfica Lissabon und die Aussichten auf die Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison sind wohl mehr als gut! Da konnte ich das ärgerliche Aus im DFB-Pokal zumindest halbwegs ordentlich wegstecken. Bayer Leverkusen gehört im Januar 2013 zu den deutschen Top-Teams, ist technisch und taktisch zu einem klasse Fußball fähig, und im Rest der Republik fragen sich so manche Experten, Medien und Fußballfans: „Wie konnte es dazu kommen?“

Stefan "Kies" Kießling

Stefan „Kies“ Kießling

Um die Frage zu beantworten, müssen wir den Fußballkalender der Werkself und ihrer Fans zehn Monate zurückblättern. Die Ära Robin Dutt ging nach einer 0-2 Pleite gegen Freiburg und Platz sieben zu Ende und unsere Vereinsführung nutzte die Krise als Chance, um einen mutigen und richtigen Weg einzuschlagen.  Am 1. April 2012 begann mit der Pressekonferenz in der BayArena ein Novum in der Bundesliga: Ein Trainerduo!  Sami und Sascha!  Zwei Typen, wie sie auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnte – so zumindest die weit verbreitete öffentliche Meinung. Der finnische Fußball-Superstar ohne Trainerlizenz für die Bundesliga und der im globalen Profifußball wenig bekannte Fußballstratege aus der Jugendabteilung agieren jetzt als Doppelspitze. Meine Reaktion an diesem Sonntag im April – Freude und Erleichterung. Es gab keine Übergangslösung aus der Mottenkiste der üblichen Lizenzinhaber in Warteschleife. Es folgte keine hektische Suche nach nationalen und internationalen Erfolgstrainern,  die merkwürdigerweise so gut sind, dass sie regelmäßig zu haben sind. Und zum Glück erfüllten sich auch die Trainerwünsche einiger „Experten“ aus diversen Fan- und Medienkreisen nicht, deren Liste von Übungsleitern bei mir immer ein Gefühl von Ungläubigkeit und latentem Schaudern hervorgerufen hat.

Sami und Sascha machten im Frühjahr 2012 einen Riesenjob und führten die Werkself in die Europa-League. Unser Minimalziel feierten wir mit der Mannschaft am letzten Spieltag in Nürnberg: Platz 5 und ein Dreier von Kies in der fränkischen Heimat – nicht nur aufgrund des sportlichen Ergebnisses ein emotionales Kurvenerlebnis der besonderen Art.

Das Team im Team

Zur neuen Saison schenkte die Vereinsführung unserem Trainerduo das Vertrauen für einen gemeinsamen Weg in die Fußballzukunft. Und es zeigte sich schnell, dass die beiden so verschieden gar nicht sind – in ihrem Wunsch erfolgreichen Fußball spielen zu lassen. Die Frage, wer denn nun der Chef im Ring sei, war und ist aus meiner Sicht völlig irrelevant. Es geht bei dieser Konstellation nicht darum, wer das Sagen hat, sondern einzig und alleine um eine erfolgreiche Teamführung. Und hier sehe ich die Basis für den Erfolg. Nicht nur im Fußball ist die Stimmung im Team abhängig von der aktuellen Situation und der Motivation des Einzelnen. Wer sein Team, seine Mannschaft erfolgreich führen will, dem muss eins gelingen: Spieler so einzusetzen, dass sie ihre Stärken für die Mannschaft optimal einbringen können und mit den eigenen Aufgaben und ihrer Position im Team zufrieden sind. Ein Trainerteam muss somit das große Ganze sehen, ohne den Blick auf den Einzelnen zu vernachlässigen. Die spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen Spieler müssen zu einem spieltaktischen System zusammengeführt werden, das flexibel genug ist, auf interne und externe Veränderungen zu reagieren.

Natürlich geht das nur mit einem Kollektiv exzellenter Fußballer und guter Typen. Hier haben Vereinsführung und Trainer bei der Zusammenstellung der Mannschaft sehr gute Entscheidungen getroffen (hoffentlich bleibt uns der irre kleine Spanier noch lange erhalten). Auch wenn die Größe des Kaders zunächst die üblichen Skeptiker auf den Plan rief – bislang konnten auch längerfristige Ausfälle kompensiert werden, ohne an Qualität zu verlieren. Spieler wie Hajime Hosogai oder Jens Hegeler (einfach mal beispielhaft an dieser Stelle erwähnt neben Gonzo, Simon, Bernd, Wolle, Ömer, Kies, Schü, Lars, Stefan … ergänzt die Reihe einfach mit euren Favoriten) zeigen neben ihrer fußballerischen Klasse auch die notwendige Flexibilität im Spielsystem der Werkself. Ob Tannenbaum oder Halbraumverteidigung ist mir eigentlich egal, Hauptsache es funktioniert. Und das ist der Fall: Die Werkself zu Beginn des Jahres 2013 ist ein Team, in dem vieles sehr gut funktioniert. Wer die Jungs auf und neben dem Platz erlebt, der spürt Spaß am Fußball und Hunger auf den Erfolg. Der merkt aber auch deutlich, dass Misserfolge keine Rückschläge mehr bedeuten. Ob nach Pleiten auf fremden Plätzen, oder nach Rückständen, wie in Hannover  – die Werkself kommt immer wieder zurück. Dabei werden Enttäuschungen, wie im Pokal und in der Liga in Wolfsburg, wieder vorkommen. Schließlich sind unsere Jungs keine unfehlbaren Fußballroboter, sondern Menschen, die auch mal Fehler machen dürfen und auch wieder machen werden.

Nach den glänzenden Auftritten in der BayArena und Platz zwei in der Liga gingen natürlich auch die erwarteten Jahres-Endspekulationen los. Dass in der Rückrunde alles möglich ist und auch die Bayern ihre Spiele erst mal gewinnen müssen – ist eine legitime, wenn auch nicht überraschende Erkenntnis. Dennoch bleibe ich dabei: Ich habe nichts dagegen, wenn die Bayern und die Borussia aus Dortmund ihr Medien-Duell um die ersten beiden Plätze fortführen und einer der beiden vielleicht mehr Punkte als erwartet liegen lässt. Würde uns jetzt schon jemand den Titel „Vizekusen 2013“ garantieren – ich würde die Schale persönlich den Herren Heynckes und Hoeneß in die Hand drücken. Die direkte Qualifikation für die Champions League … ?!

Ich freue mich sehr auf den Beginn der Rückrunde mit unseren tollen Fans in der BayArena und auf viele stimmungsvolle Spiele, wie wir sie in letzter Zeit regelmäßig erlebt haben. Ich freue mich auf die erfrischenden Auftritte unserer „jungen Wilden“, wie Dominik Kohr und den anderen Top-Talente aus dem Hause Bayer 04. Ich bin gespannt, wer sich neben Arkadiusz Milik noch im Bayer-Trikot präsentieren wird. Der junge polnische Nationalspieler wird in der Heimat übrigens in einem Atemzug mit dem Dortmunder Robert Lewandowski genannt  – und viele halten ihn für talentierter. So die Aussage eines Kenners der polnischen Fußballszene, der uns zur Neuverpflichtung aus Zabrze vehement gratulierte. Ich denke, wir werden noch Gelegenheit haben, seine Qualitäten zu beurteilen..

Was auch immer bis zum Spiel in Hamburg am 18. Mai passiert – wir können stolz sein auf die Werkself im Januar 2013. Stolz auf … „LEVERKUSEN – UNSER LEBEN – DIE NUMMER EINS AM RHEIN!“

SO WIRD ES IMMER SEIN!

Schwarz-rote Grüße
Klaus

Hannover: Schon mal „Danke WERKSELF!“

Ein Dankeschön nach einer Niederlage?

Warum nicht?

Ich habe vor der Mattscheibe gesehen, wie eine Mannschaft den nächsten Schritt Richtung „Klasseteam“ gegangen ist! Ein Team, das kämpft, das alles versucht – und das am Ende verloren hat, weil Spieler Fehler machen. Und wer Fehler macht, ist normal. Wenn wir keine Fehler mehr machen, sind wir Maschinen ohne Emotionen, ohne Leidenschaft.

Unsere Schwarz-roten sind einen Spieltag vor dem Ende der Hinrunde Zweiter – mit großartigen Perspektiven für die Rückrunde. „Wintervizekusen“ – den Titel sichern wir uns mit Stolz am Samstag – der Sieg gegen den HSV steht für mich fest! Glänzende Aussichten an Wupper, Dhünn und Rhein! Und ich gestehe: Das habe ich im Sommer 2012 nicht erwartet.

Also machen wir es kurz: Danke WERKSELF (danke an die Fans, die wissen, wem wir danken)  für euer Engagement, eure Leidenschaft und euren Einsatz. Nach dem Spiel gegen die Nordlichter aus HH werden wir uns sicher einem ausführlichen Rückblick dieser Hinrunde widmen. Ob es da immer nur um unsere kickende WERKSELF geht? Mal sehen!

Für den Start unseres Blogs haben Cathy und ich bewusst den heutigen Abend gewählt – eine Niederlage in Hannover, kurz vor dem Jahresabschluss gegen den HSV in der BayArena.

Wir hoffen, euch in Zukunft hier mit kleinen Einblicken in unser Fußballherz mitnehmen zu können – oder Cathy? CATHY!

„Ja, bin ja schon da. Konnte das Spiel heute nicht sehen, aber per Twitter war ich immer dabei. Die Tendenz hier – ganz klar:  Endlich ein Team auf dem Rasen! Eine Mannschaft, die zusammen spielt und die Hannover kein leichtes Spiel gemacht hat. Ich bin stolz auf unsere Jungs und freue mich auf die kommenden Begegnungen, denn dieser Truppe zuzuschauen, das macht Spaß!“

Ja, das sehe ich auch so – und ein Blick in die Timelines und Newsfeeds bei Facebook, Twitter und Co. zeigt: so denken die meisten in schwarz-rot (von einigen wenigen – ewigen – mal abgesehen). Dass wir mit dem Resultat nicht zufrieden sind und alle, einschließlich unserer Spieler, auch Enttäuschung über die verpasste Chance mit Blick auf Dortmund äußern – das ist völlig normal.

Apropos Spieler – hier ein paar Facebook-Posts.

Kies: „Das war heute mal richtig unnötig. Kommt gut nach Hause die in Hannover waren und allen einen schönen Abend. Ach und einen schönen 2. Advent.“

Bernd: „Hallo zusammen. War das heute eine bittere Niederlage! Wir hätten in Hannover Big Points holen können, aber so ist Fussball nun mal. Nächsten Samstag geht’s gegen Hamburg weiter. Euch allen trotzdem noch einen schönen Abend. Euer Bernd“

Gonzo: „Weiter Gehts!!“

Richtig, Gonzo! Und das lassen wir genau so stehen