Was bleibt, ist ein gutes Gefühl – ein erster Rückblick

Zu dieser Zeit im Jahr ist es gute Tradition geworden, ein Fazit zu ziehen. Man besinnt sich darauf, was in den vergangenen 12 Monaten passiert ist und das möchte ich auch tun. Nun gut, nicht ganz. Ich habe zu erst auch überlegt, euch einen Jahresrückblick zu präsentieren, möchte mich aber doch nur auf die Hinrunde beschränken.

Es war ein turbulentes Jahr für den Bayer, keine Frage, aber die letzte Saison ist für mich abgehakt und vorbei. Auch wenn es genug Grund zur Skepsis gegeben hat, bin ich doch zuversichtlich im Sommer gestartet. Leicht wehmütig, denn irgendwie fehlte durch Renés Weggang doch etwas für mich, aber trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl. Damit war ich zum Glück nicht alleine, auch wenn ich mich an den ein oder anderen Skeptiker erinnern kann. Aber das kann ich auch niemandem verübeln. Unsere Trainersituation glich einem riskanten Abenteuer – zwei junge Männer, die sich den Job teilen und beide auf ihren Positionen noch keine großen Erfahrungen in der ersten Liga sammeln konnten.

Was sie aber mitbrachten war ein Gespür für die Mannschaft – die nun auch endlich wieder eine ist und für die Stärken der Einzelnen. Sami Hyypiä schreibe ich unsere stabile Abwehr zu und Sascha Lewandowski hat mehr als einmal bewiesen, dass er ein würdiger Trainer für die erste Liga ist. Auch bei unseren Jungs hat sich einiges getan. Spieler die mir in der letzten Saison wenig gefallen haben, blühen auf einmal auf und demonstrieren, dass sie tatsächlich angekommen sind, wie etwa Ömer Toprak. Dann sind da Neuzugänge wie Philipp Wollscheid oder Daniel Carvajal die mir nicht nur ein bisschen gefallen, sondern die ich schlichtweg großartig finde.

Aber auch Hajime Hosogai gefällt mir richtig, richtig gut. Als klar wurde, dass uns Kadlec länger fehlt, habe ich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und einen Moment lang überlegt, wie wir ihn ersetzten sollen. Aber inzwischen macht Hosogai seinen Job so gut, dass er für mich dauerhaft in Sichtweite gerückt ist. Eine weitere Überraschung ist sicher auch Gonzalo Castro. Es ist, als sei er endlich aufgewacht und hat seine Spielfreude dauerhaft gefunden. Ihm zuzuschauen macht mir richtig Spaß!

Meine Spielerzusammenfassung möchte ich mit zwei besonderen Herren abschließen. Zum einen haben wir da Andre Schürrle. Wer mich kennt, weiß dass ich kein sonderlich großer Fan von ihm bin. Seit dem er bei uns ist rennt er seiner Form hinterher und scheint nie so ganz angekommen zu sein. Doch das scheint sich grade zu ändern. Ich habe tatsächlich in dieser Saison mehr als einmal von mir gegeben, dass er mir doch recht gut gefallen hat. Das ist noch keine Liebe – aber immerhin ein Anfang. Dennoch ist Liebe ein gutes Stichwort. Was Andre in so vielen Monaten nicht gelungen ist, hat ein junger Mann in nicht mal vier Wochen geschafft. Ich muss gestehen ich bin so ein bisschen verliebt in Sebastian Boenisch. Es war von Anfang an klar, dass er erst einmal als Backup ins Team kommen würde, dennoch hat er sich wie kein zweiter so schnell in die Mannschaft eingefügt. Beim Spiel gegen Hamburg hatte ich das Gefühl, er würde schon Jahre bei uns spielen. Er hat gekämpft, geflucht und geackert und war dabei passgenauer als manch anderer, der schon länger in Leverkusen ist. Ich bin begeistert und hoffe sehr, dass wir ihn halten werden.

Aber nicht nur was das Team angeht war es eine besondere Saison. Bisher habe ich mich immer geweigert, mit zu Auswärtsspielen zu fahren. Das hat sich ja inzwischen erledigt. Ich habe meine erste Auswärtstour hinter mich gebracht und war in Bremen. Und was soll ich sagen? Es war großartig! Ich habe nicht nur ein tolles Spiel gesehen, die Stimmung war großartig und ich habe ganz wundervolle Menschen kennen gelernt. Ich denke, ich kann sicher sagen, dass es nicht das letzte Mal war.

Was nun bleibt ist ein gutes Gefühl. Ich gehe mit viel Optimismus in die Rückrunde und freue mich auf die inzwischen wirklich gute Stimmung in der Bayarena. Ich freue mich auf viele Siege, gute Spiele und darauf, vielleicht noch den ein oder anderen von euch kennen zu lernen! An dieser Stelle bleibt mir nur, euch fürs Lesen zu danken. Kommt gut rein in 2013. Wir sehen uns vielleicht im Stadion, sicher aber hier und auf Facebook.