Fußballfans sind keine Verbrecher

Ihr Lieben,

es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich über die Sicherheit in deutschen Stadien auslasse. Dass das Thema mich schon länger beschäftigt, dürfte dem ein oder anderen bekannt sein und ist an anderer Stelle nachlesbar. Ich habe mich schon ums Stadion herum unsicher gefühlt – Grund dafür war jedoch die Polizei. Die letzten Vorfälle in Dortmund und Schalke sind für mich schlichtweg nicht ok und zeigen leider recht deutlich, dass es ein Problem gibt, bei dem es an der zeit ist nicht mehr weg zu schauen.

Ich weiß, dass es einige gibt die recht empfindlich darauf reagieren, wenn man sich positiv zu andere Vereinen äußert – in dem Fall finde ich aber, dass man da eine Ausnahme machen kann und soll. Das was auf Schalke und in Dortmund passiert ist, ist alarmierend. Eine sehr gelungene Zusammenfassung der Problematik gibt es auf Schwatzgelb: Der Konflikt zwischen Fans, Polizei und Politik ist seit dem Relegationsspiel zwischen der Hertha und Fortuna eskaliert. Sicher, das waren nicht die geilsten Bilder und sicher gab es dort Situationen die nicht ganz ungefährlich sind, aber: Wie viele Platzstürme gibt es in der Bundesliga? Wie viele Spiele sind derart aufgeheizt, dass die Zuschauer im Stadion um ihre Gesundheit fürchten müssen?

Wenn man sich in Leverkusen umschaut muss ich sagen: Das war bei mir bisher keins. Sicher, wenn der FC da ist, dann ist schon eine gewisse Spannung in der Luft und ich verstehe auch, dass es vor den Spielen und auch danach sinnvoll ist, die Fans im Auge zu behalten (wobei die gewaltbereiten deutlich in der Unterzahl sind!), aber ich verstehe nicht, warum die Polizei eine solche Präsenz im Stadion einnehmen muss. Im Stadion habe ich noch nie erlebt, dass die Situation eskaliert. Möchte die Polizei zukünftig für jeden gezückten Bengalo in den Block stiefeln? Das halte ich nach dem was auf Schalke passiert ist für die Zuschauer für gefährlicher als ein Bengalo sein kann. Aber wenn sie schon für eine gehisste Flagge stürmen, dann ist der Gedanke nicht ganz so abwegig.

So wenig ich die Reaktion des Innenministeriums und der Polizei auf die Kritik auch nachvollziehen kann, sie zeigt deutlich dass etwas ganz gewaltig schief läuft. Der Fußballfan ist unlängst als Verbrecher abgestempelt, die Medien (sicher nicht alle, aber einige im Besonderen), verbreiten diesen Unsinn. Ich war extrem geschockt zu hören, dass Leute aus meinem Umfeld, die mit Fußball wenig zu tun haben, den Einsatz der Polizei auf Schalke für rechtmäßig eingestuft haben, denn „Man wisse ja, da stehen nur Kriminelle! Da wird das schon richtig gewesen sein!“. Ich muss zugeben, ich war schockiert, aber letztendlich überrascht es mich nicht.

Ich bin Wuppertalerin und schon aus der lokalen Nähe heraus interessiere ich mich für den WSV. Einige werden sicher mitbekommen haben, dass der Verein nach seinem freiwilligen Abstieg durch Insolvenz erst einmal keine Auswärtsspiele bestreiten durfte. Der Grund: Die ZIS vermutete 300 gewaltbereite Fans, von denen viele in Kategorie C einzuordnen seien. Das hat gesessen und zeigt, wie willkürlich die ZIS arbeitet. In der vergangenen Saison war es schon stark, wenn überhaupt 300 Fans sich ein Spiel des WSV angeschaut haben – die Ultras sind auf Grund der nicht haltbaren Geschäftsführung erst gar nicht mehr ins Stadion gekommen. Die Leute die ich bei zwei Spielen gesehen habe, waren in der Regel um die 60. Sind das die herangedichteten C-Kategorie Fans der ZIS? Oder sind es jene 10-15 Mann, die der alte Geschäftsführung im Internet offen und unter Angabe des eigenen Namens gedroht haben? Man weiß es nicht. Das Ende vom Lied: Die ersten Auswärtsspiele müssen jetzt nachgeholt werden und das unter extrem hohen Sicherheitsauflagen und das Bild des WSV-Fas ist mehr als nur angekratzt. Das erste Auswärtspiel wurde übrigens von ca 800 Wuppertalern begleitet. Ausschreitungen gab es keine und das einzige Ärgernis war die lange Wartezeit am Würstchengrill.

Dennoch: Das Image ist kaputt und ZIS, Polizei und Innenministerium tun ihr Bestes um daran nichts zu ändern. Polizisten vor Spielen erlebe ich im besonderen Maße angespannt. Da ist man auch zu Kindern, Jugendlichen oder Leuten ohne Trikot oder Fanutensilien mehr als unfreundlich – denn man weiß ja nie wer ein getarnter gewaltbereiter Fan ist. Mit anderen Worten: Wir sind oftmals Vorverurteilte und das ohne Grund. Das ärgert mich.

Wenn jetzt also die Polizei beschließt, nicht mehr im (und ums) Stadion präsent zu sein, dann sehe ich das als große Chance den ganzen Kritikern zu zeigen, dass sie dort überhaupt nicht benötigt werden. Wir sind keine Verbrecher und wir gehen auch nicht ins Stadion um uns zu prügeln. Wir sind dort um unsere Mannschaft zu unterstützen. Wir sind da um ein schönes Spiel zu sehen. Ich wünsche mir, dass sich jede Geschäftsführung so klar vor die eigenen Fans stellt, wie es auf Schalke passiert ist und ich hoffe, dass jetzt vielleicht doch langsam wieder ein Umdenken passiert, denn Fußballfans sind keine Verbrecher!

Wie seht ihr das? Benötigen wir Polizei in den Stadien und wie kann ein Umdenken passieren?

4. Spieltag

4. Spieltag (31.08.2013)

Schalke 04 – Bayer Leverkusen

So, wir haben unsere erste Niederlage. Schalke hat mit 2:0 zu Hause gewonnen und mit was? Mit Recht und überaus verdient.

Nach dem Spiel habe ich in Facebook geschrieben, ich muss meine Nerven einsammeln. Ich habe mich bewusst abgemeldet und habe versucht, meine Nerven woanders zu suchen und zu finden. Es ist mir nur zum Teil gelungen.

Folglich habe ich mich wieder eingelogt und ein paar Meinungen zum Spiel gelesen. Man liest, verinnerlicht und zieht seine eigene Meinung raus. Dort habe ich dann meine restlichen Nerven wiedergefunden. Was da geschrieben wurde entbehrt jeder Fankultur. Ich möchte da auch nicht weiter drauf eingehen, aber was mich mal richtig, gelinde gesagt, stört, sind die ewigen Nörgeler. Die treten jetzt wieder alles kaputt.

Klar haben wir jetzt mal wieder ein Spiel verloren. Es ist auch klar, dass dies mich genauso runterzieht, wie manch anderen. Dennoch gibt es solche Tage an denen nichts passt. Da war an diesem Tag der Gegner einfach besser; kleverer; abgewichster ….. Ich lasse das einfach mal so da stehen.

Ja, wir haben auf Schalke verloren … Ja, es war ein schlechtes Spiel von der Werkself … und verdammt noch mal, es ärgert mich auch.

Ich weiß …. wir alle wissen, die Jungs können es besser. Es ist eine gute Truppe, ein gutes Team. Mich hat richtig gefreut, dass Robbie und Emre einige Minuten Einsatzzeit bekommen haben.

Alles im Allem kann die Werkself und auch wir Fans aus diesem Spiel einiges mitnehmen. Zum einen sind nicht alle Spieltage rosige Tage. Nicht alle Spiele können gewonnen werden. Verlieren gehört zum Spiel. Die Werkself hat dennoch einen gelungenen Saisonauftakt hingelegt. Ich jedenfalls sehe weiterhin positiv und optimistisch der Zukunft entgegen.

Für uns Fans wird es ganz wichtig sein, beim nächsten Spiel volles Rohr zu geben und den Jungs zeigen, dass wir, trotz Niederlage, hinter ihnen stehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende.

Euer

Ralf

Es geht wieder los – Ein Spielbericht von Ralf

Ihr Lieben,

jetzt rollt der Ball wieder! Das Spiel gestern hat mir gut gefallen, wenn ich auch nicht alles sehen konnte. Ich will jetzt nicht voreilig Spieler in den Himmel loben, aber ich denke über Son werde ich in ein paar Wochen noch einmal schreiben. Kommen wir aber zu dem gestrigen Spiel. Ich hatte ja in die Runde gefragt ob einer von euch nicht etwas zu ´dem Spiel schreiben mag. Ich finde es immer spannend zu lesen, wie andere Leute so ein Spiel sehen, was ihnen auffällt, wie die Stimmung bei ihnen war und… und… und! Dieses Mal bekommt ihr eine Zusammenfassung vom lieben Ralf Winkelmann, der nicht nur Admin einer ganz tollen Bayer Fangruppe auf Facebook ist, sondern auch Fan der Werkself mit Herz und Seele. Ich sage an dieser Stelle Danke fürs Schreiben und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen. Solltet ihr jetzt auch Lust bekommen haben etwas zu schreiben, dann meldet euch bei mir! Grade beim ersten Heimspiel wird es sicher einiges zu berichten geben! Ich freue mich von euch zu hören und Ralf freut sich sicher darüber, mit euch ins Gespräch zu kommen.

1. DFB Pokalrunde Saison 2013 / 2014 – SV Lippstadt 08 – Bayer 04 Leverkusen

Dies war es also, das erste Pflichtspiel unserer Werkself in der Saison 13/14. Meine Einschätzung ist auch recht schnell erzählt. Ich lag mit meinem Tipp nur ein wenig daneben. Im Vorfeld habe ich ein 1:9 getippt. Leider haben da 3 Tore gefehlt. Hätte wenn und aber gehören beim Sport eigentlich nicht gesagt, oder geschrieben. Zählen wir einfach die Alluminiumtreffer hinzu, dann passt das.


Jetzt aber zum Spiel selber. Der schnelle Treffer von Bender war richtig Klasse. Eine Minute später der Ausgleich durch den SVL. Danach war das Spiel ein wenig fahrig von Seiten der Werkself. Generell hatte ich das Gefühl, die Truppe ist noch nicht richtig eingespielt. Hatten sie den Gegner falsch eingeschätzt? Gab es vielleicht eine mangelnde Einstellung, weil der SVL gerade erst in Liga 4 aufgestiegen war? Mir fehlten noch ein wenig die Laufwege und die dadurch mangelnde Passgenauigkeit war das Resultat.


Ich möchte dem SV Lippstadt 08 ein Riesen Kompliment machen. Der Regionalligist hat versucht mitzuspielen. Vor allem Christoph Sander im Tor hat mir richtig gut gefallen. Was der rausgeholt hat … Respekt.


Für mich war es ein souveräner und solider Auftritt einer Bundesligamannschaft gegen einen Regionalligisten. Das Spiel hatte für mich den Charakter eines Vorbereitungsspiels, wo nochmals getestet werden kann. Dieses 1:6 für die Werkself spricht da Bände. Vor Allem haben mich die Neuzugänge interessiert. Die haben ja nun auch ihr erstes Pflichtspiel für Bayer gemacht. Ich muss sagen, mich haben alle überzeugt. Ob ein Donati, Spahic, Son, oder auch Hilbert. In meinen Augen alle eine Bereicherung der Werkself. Aber warten wir da mal ab, wenn es um ‚richtige’ Gegner geht. Damit meine ich eben halt Profiklubs auf BL und CL ebene.
Freue mich schon auf nächsten Samstag, wenn es heißt den ersten Buli Gegner zu schlagen. Dieser ist kein geringerer als der SC Freiburg. Die Breisgauer sind bei uns zu Gast und ich hoffe, wir werden dieses Spiel rocken.
Bis dahin …
Euer Ralf

Von verpatzten Chancen und einem flauen Gefühl

Ich sitze hier seit einer guten Stunde und versuche die Überschrift für den Blogpost zu verfassen. Irgendwie will das nicht so recht werden. Vor dem Spiel hatte ich viele Aufhänger – grade die Frage ob Wolfsburg uns wieder in unsere Schranken weist, war mehr als präsent. Das haben sie zum Glück nicht. Die Aussage mag dem ein oder anderen vielleicht komisch vorkommen, schließlich haben wir keinen klaren Sieg vom Platz getragen. Aber mal ganz ehrlich? Das haben unsere Jungs selber verbockt!

Wir hätten schon nach der ersten Halbzeit mit mindestens 3 Toren vorne liegen müssen. Wer sich so viele Chancen durch die Finger gleiten lässt, der darf sich über ein Unentschieden nicht beschweren. Die Zahl der Fehlpässe war extrem hoch und wenn der Gegner in der Mitte zu macht, dann haben wir noch immer ein Problem. Sicher, Wolfsburg hat in manchen Situationen nicht schön gespielt und ich muss gestehen, die ein oder andere Schirieentscheidung habe ich auch nicht verstanden (was durchaus an mir und nicht an ihm liegen kann), aber dass wir nicht gewonnen haben, war unsere eigene Schuld.

Allerdings gab es auch Dinge, die mich positiv überrascht haben. Großer Spitzenreiter ist da André Schürrle. Sicher kann er noch mehr, aber ich habe ihn zum ersten Mal seit langem wieder richtig effektiv erlebt und das Gefühl gehabt, dass er aktiv mit der Mannschaft zusammen spielt. Das mache ich nicht nur an seinem Tor fest, das mir echt gut gefallen hat, sondern grade an seiner gesamten Leistung in der ersten Halbzeit.

Gewohnt stark waren auch unsere Außenverteidiger. Da waren zwar einige Szenen bei, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist, aber es macht immer wieder Spaß ihnen bei der Arbeit zuzuschauen. Besonders imponiert hat mir, dass sich das Publikum um mich nicht hat unterkriegen lassen. Sicher, da wurde viel geflucht, aber es sind erstaunlich viele da geblieben und haben sich von unseren Jungs verabschiedet und das finde ich stark.

Was bleibt ist ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube nach wie vor daran, dass unsere Jungs den direkten Einzug in die Königsklasse schaffen können, aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv. Vor uns liegen noch ein paar Spiele und grade Schalke dürfte nicht einfach werden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und zumindest der Kampfgeist ist schon da.

Wie würdet ihr das Spiel bewerten?

Ungewohnte Perspektiven und wie wir uns selber im Weg standen

Das war es also, unser Spitzenspiel gegen die Bayern. Ich weiß nicht richtig wo ich anfangen soll, außer am Anfang. Als ich in den Block kam, staunte ich nicht schlecht – da war doch tatsächlich der Zaun hoch gefahren. Wenn man direkt dahinter sitzt, sieht man tatsächlich nicht viel und kommt sich zusätzlich vor, wie ein Tier im Zoo. Das es Teil einer Choreo war, konnte man schnell sehen, dennoch muss ich zugeben, dass es ein komisches Gefühl war. Vielleicht sollte ich darauf bestehen, dass mich beim nächsten Mal jemand durch den Zaun mit Schoko füttert (um das Zoo-feeling zu verstärken), aber nun gut, ich glaube da wird sich niemand finden.

Die Choreo an sich sah schon echt genial aus. Ich habe es auf dem Monitor gegenüber sehen können – bevor jemand fragt: ich bin auf meinen Sitz geklettert – und war ehrlich beeindruckt. Auch wenn ich mir heute Fotos davon anschaue, lässt das stolze Gefühl, ein Teil davon gewesen zu sein, nicht nach.

Naja und dann kam das Spiel. Ich habe nicht viel erwartet, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Es war nicht das beste Spiel in dieser Saison, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Die Bayern waren klar nicht in Form und das unnötige Zeitspiel des Manuel Neuers ist mir gehörig auf die Nerven gefallen, aber am Endergebnis ändert es nichts. Wir haben verloren und ganz ehrlich? Schuld daran waren nicht die Bayern. Chancen auf Tore hatten wir doch einige – alleine unsere gefühlt zig trillionen Ecken hätten uns in Führung bringen können.

Nun ja, das Leben ist nun mal kein Konjunktiv – wahlweise auch kein Ponyhof. Leider. Das Spiel hat ganz deutlich gezeigt, dass wir unser eigener Gegner sind und ich glaube auch nicht, dass sich das von heute auf morgen ändern wird. So gut wie keine der Ecken war hoch genug und die Passgenauigkeit war auch eher unschön. Dafür haben wir deutlich mehr Zeit als sonst im gegnerischen Strafraum verbracht und die Bälle nicht so schnell nach hinten gegeben. Was mir allerdings am meisten gefallen hat, ist die Tatsache, dass unsere Jungs nicht aufgegeben haben. Wie sah das für dich aus, Klaus?“

„Mit Sicherheit ähnlich, Cathy!“ Auch wenn ich das Spiel aus einer anderen Perspektive gesehen habe – und das beziehe ich in erster Linie auf meine Sitzposition während der 90 Minuten. Was ich gesehen habe ist schnell erzählt und offenbart sicher keine großartigen Neuigkeiten. Die 30 Minuten rund um den Ausgleich unserer Jungs haben gezeigt, dass die Werkself kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Inwieweit die Bayern hier mehr zugelassen haben, als es aus Sicht des 20-Punkte-Primus nötig war, überlasse ich mal der öffentlichen Diskussion. Fakt ist: In der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, die notwendige Portion „Wir–zeigen-es-den-Bayern“ einzubringen. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass die Münchner jederzeit und nach Bedarf hätten zulegen können. Die Standards und die Fehlpässe hast du ja schon angesprochen. Auch der Führungstreffer hat mir beim abendlichen TV-Studium noch einmal den einen oder anderen Stoßseufzer entlockt. Ein Münchner, etliche Leverkusener – drin das Ding! Ob wir es hier mit einer vollwertigen Meistertruppe, einer besseren B-Elf, oder einer schlechteren A-Elf zu tun hatten, lassen wir mal eben links liegen. Die Aufstellung der Bayern war sicher nicht der Grund für die Abwesenheit eines Spiels auf Top-Niveau.

Der Ausgleich war verdient, weil die Bayern das Ding mal so eben zurück in den Freistaat schaukeln wollten. Die erneute und letztlich entscheidende Führung eine Verkettung von Ereignissen an deren Ende die Schulter von Wolle die unglücklichste aller Rollen spielte. An dieser Stelle vom oft strapazierten Bayern-Dusel zu sprechen fällt mir allerdings schwer. Wenn ich an den Sieg im Hinspiel denke und an die Art und Weise, wie dort die Tore gefallen sind, fällt mir eher so was wie ausgleichende Gerechtigkeit ein.

Trotzdem Mist! Den Punkt hätte ich gerne mitgenommen – vor allem nach den Ergebnissen dieses Spieltages.

Auf der anderen Seite waren es genau diese Niederlagen unserer Konkurrenten um Platz drei, die letztlich dafür sorgten, dass sich meine schlechte Laune in Grenzen hält. Ich gehöre eh nicht zu denen, für die ein Sieg gegen München zu den schönsten aller Fußballerlebnisse zählt. Ein Sieg gibt drei Punkte, egal gegen wen. Und die Dreier hätten wir in Mainz und Führt holen sollen / müssen.

Also schauen wir nach vorne und freuen uns auf das, was kommt. Ich bin sicher, dass unsere Jungs nicht mehr viele Punkte abgeben werden und am Ende den direkten Einzug in die Champions-League packen – und genau das zählt!

Und die Choreo war echt der Hammer!

Frust! Frust über Dummheit und den Mangel an Respekt!

Mir fällt es außerordentlich schwer, ein paar vernünftige, grammatikalisch korrekte Zeilen aufs Papier zu bringen, denn ganz ehrlich? Ich war lange nicht mehr so enttäuscht und traurig. Das was sich nach dem letzten Spiel in Fankreisen auftut ist gelinge gesagt abartig. Wir haben nur einen Punkt mitgenommen und kein Tor geschossen. Das ist frustrierend und diesen Frust lasse ich gerne jedem. Ich bin es auch – denn ich hatte mir einen klaren Sieg gewünscht. Naja, das Leben ist nun mal kein Ponyhof und Fußball ist noch immer ein Sport.

Das was sich zur Zeit im Internet abspielt – grade auf Facebook, das hat mit Fußball, dem Fan sein und auch mit Frust nichts mehr zu tun. Da werden Spieler nicht nur in Gruppen beleidigt, nein, das Ganze hat sich jetzt auf die Seiten der Spieler verirrt. Dort werden sie ganz offen beschimpft und angegriffen und zwar in erhöhtem Maße.

Ich weiß und bin mir sicher, dass die Mehrheit der Leute, die hier mitlesen darüber genau so entsetzt sind, wie Klaus und ich – deswegen seid ihr mit den nächsten Zeilen auch nicht angesprochen, aber es muss raus, sonst platze ich!

Ganz ehrlich? Ist euch nicht bewusst, dass am anderen Ende des PCs Menschen sitzen? Ist euch nicht klar, wie verletzend Worte sein können? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr so angegriffen würdet? Und ihr nennt euch Fans? Das Konzept solltet ihr überdenken! Mobbing ist immer ein no go und eure Beschimpfungen und Anfeindungen fallen genau darunter! Denkt ihr, dass ein Spieler – dem es dank solcher Anfeindungen wahrscheinlich noch schlechter geht als vorher – beim nächsten Spiel besser ist? Ganz sicher nicht. Das ist bloß zusätzliche Belastung.

Jeder der sich über die Verfassung unserer Jungs beschwert, sollte vielleicht seinen Job als Fan ernster nehmen. Es ist und bleibt die Aufgabe unserer Trainer den Spielern für nicht erbrachte Leistung den Arsch aufzureißen – nicht unserer! Ich sage es gerne ein weiteres Mal: Das sind alles Menschen! Behandelt sie mit dem gleichen Respekt, mit dem ihr behandelt werden wollt!

So, genug geschimpft! Für mich geht die ganze Konzentration auf Samstag und unser nächstes wichtiges Spiel.“ Wie sieht es bei dir aus Klaus? Magst du auch noch etwas dazu sagen?“

„Aber sicher Cathy!“ Eins vorweg: Fans dürfen und sollen kritisieren. Fans haben das Recht, sich über schwache Leistungen und verpasste Chancen aufzuregen! Weil Fans trotzdem hinter ihrer Mannschaft stehen und auch nach noch so miesen Darbietungen den nächsten Spieltag nutzen, um wieder alles für das Team zu geben. Einige sind in ihrer Kritik laut und deutlich, andere eher zurückhaltend. Was uns vereint, ist der Blick nach vorne und die Unterstützung für das Team – ob im Stadion, oder auch hier im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich habe ja schon am Sonntagabend die eine oder andere Diskussion zu dem Thema geführt – da, wo sich diskutieren gelohnt hat.

Über die Vollpfosten, die du angesprochen hast, will ich mich gar nicht mehr aufregen, da ich sie sowieso nicht zu den sogenannten Fankreisen zähle. Hier wird Facebook zum Medium für Schreihälse, denen sonst niemand zuhört. Ich habe immer das Gefühl, diese   „Gefällt mir-Klick-Sammler“ fühlen sich persönlich beleidigt, wenn ihre Mannschaft verliert und kommen nicht damit klar, auch mal zu den Verlierern zu gehören: „Hey Erfolgsfans, kein Problem. Sucht euch einfach einen anderen Verein – wir freuen uns!“

Ich spreche hier natürlich nicht über euch – das ist klar! Ich weiß, dass viele von euch am Sonntag auch sehr enttäuscht und gefrustet waren – das habt ihr geäußert und das war so auch ok! Aber: Wer unsere Spieler (und auch die Menschen aus dem Club, die nicht unmittelbar auf oder neben dem Platz stehen).beleidigt, beschimpft und ihnen Verletzungen wünscht – der fällt bei mir definitiv nicht in die Kategorie Fan. Egal, ob er noch nie ein Spiel live gesehen hat, oder ob er sich mit seinen Vereinsfarben um den Fußballglobus gedreht hat.

Und noch was: Wir sind Tabellendritter der Fußball-Bundesliga und liegen einen Punkt hinter dem Meister aus Dortmund. Da jammern einige mal wieder auf ganz hohem Niveau!

Und jetzt konzentrieren wir uns auf den Samstag und das Spiel gegen Stuttgart. Mit einer Werkself, die alles geben wird und ihren Fans, die sie 90 Minuten lang bedingungslos unterstützen werden – da bin ich mir sicher!

Ein fulminanter Auftakt und große Emotionen

Das war es also – unser erstes Spiel nach der Winterpause. Ich gebe zu, ich war ganz schön aufgeregt. In der Hinrunde war ich der Meinung, Frankfurt würden wir locker schlagen – also wollte ich an dieses Spiel mit etwas weniger Euphorie gehen. Dass das nicht geht, habe ich spätestens dann gemerkt, als das Stadion in Sichtweite kam. Die Stimmung in beiden Fanlagern war gut, die Polizei zwar überdeutlich aber nicht ganz so Unruhe stiftend wie noch im letzten Jahr.

Und dann ging es los… Ich kann nicht sagen ob es an der Kälte lag, aber ich hatte das Gefühl, dass alle Beteiligten erst einmal warm werden mussten. Die Fangesänge waren nicht ganz so laut wie zum Ende der Hinrunde, das Zusammenspiel der Mannschaft eher unruhig, naja und den Frankfurter-Fans muss es sehr kalt gewesen sein, denn anders kann ich mir diese überflüssige und entnervende Zündelei nicht erklären. Auf letzteres werde ich jetzt nicht weiter eingehen, so ein Thema verdient einen eigenen Beitrag. Nach dieser Spielunterbrechung ging es dann auch erst so richtig los. Beide Mannschaften kamen ins Spiel, aber unsere Jungs waren schlicht weg besser.

Einer ist mir dabei (wieder) ganz besonders aufgefallen. Ich hatte in meinem Saisonrückblick ja schon anklingen lassen, dass ich eventuell, vielleicht ein wenig mein Herz verloren haben und genau das hat sich gestern bestätigt. Sebastian Boenisch ist und bleibt eine Wucht. Wie er sich ins Team eingefügt hat ist schon eine Klasse für sich. Ihm schreibe ich einen großen Anteil an dem gestrigen Spielverlauf zu. Es fasziniert mich schlichtweg wie richtig er in den entscheidenden Momenten steht, wie passgenau er spielt und wie wunderbar er auf jeder Position im Feld Sicherheit zeigt. Ganz ehrlich, ich würde mich mehr als nur freuen, wenn er auf Dauer bei uns bleibt!

Am Anfang der Saison war ich mir noch sicher, dass ein Ausfall Kadlecs nicht zu kompensieren ist – und ich bin froh, dass mir das Gegenteil bewiesen wurde. Tatsächlich ist unsere Defensive deutlich stärker geworden und das war für mich eine unserer großen Schwachstellen. Auch gestern haben sich immer wieder ein paar Patzer eingeschlichen, aber die Tendenz ist steigend und das freut mich. Aber ich will mich heute mal nicht mit Fehlersuche oder einer Statistik aufhalten – das Spiel war emotional und so möchte ich es auch behandeln.

Aufhänger gab es ja genug. So etwa Kies und sein 99. Ligator und das vor den Augen Jogi Löws. Was? Ja, genau. Der deutsche Bundestrainer hat sein Navi tatsächlich dazu gebracht, ihn nach Leverkusen zu bringen. Ob es was gebracht hat wird sich zeigen. Auch Andre Schürrle konnte ein wenig seine Stärke demonstrieren, als er unsere 1904 perfekt machte. Alles in allem – sehr gelungen. Etwas tragisch sah dagegen Simon Rolfes aus. Latte – Torwart – Gegenspieler – Teamkollegen sie alle standen seinen Bällen aufs Tor im Weg. Dennoch, man kann ihm nicht vorwerfen, er habe es nicht immer wieder versucht. Aber was wollen wir uns auch beschweren? Unsere Jungs haben drei Tore geschossen – drei über die ich mich sehr freuen konnte. Der Sieg war verdient und es war ein extrem gelungener Einstieg in die Rückrunde. Zwar war nicht alles perfekt aber ich hatte Spaß beim Zuschauen, was mich sogar die Kälte ein wenig vergessen lassen hat. Meine Zehen waren nach dem Spiel tot (und das trotz zwei Paar Strumpfhosen und zwei Paar Socken) doch ich habe meine Anwesenheit im Stadion nicht eine Minute bereut.

Was am Ende zählt sind die drei Punkte, die auf unser Konto gehen. Außerdem habe ich eine Entscheidung getroffen. Nein, ich werde mir nicht Boenischs Antlitz auf den Allerwertesten stechen lassen (das schlug man mir tatsächlich gestern vor) – aber ich werde wohl zum ersten Mal ein Trikot beflocken lassen. Das wollte ich nie, aber ich denke, jetzt ist genau die richtige Zeit dafür. Wessen Name und Nummer da drauf kommen, das könnt ihr euch sicher denken…

Mensch oder Maschine – die ewige Schiridiskussion im deutschen Fußball

Es gibt im Moment zwei Themen, die die Fußballszene bewegen und in Aufruhr bringen. Zum einen ist da das Konzeptpapier zum Thema Sicherheit in Stadien. Dazu habe ich in der letzten Zeit schon genug gesagt. Das andere Thema ist die aufkochende Schiridebatte – wobei das noch nett ausgedrückt ist. Im Internet ist eine wahre Hetzjagd auf Wolfgang Stark ausgebrochen, egal wie ein Spiel ausgeht, einer schimpft immer über den Unparteiischen. Die Kritik an Stark lässt sich ja noch irgendwie erklären. Seine Fehlentscheidungen im Spiel Dortmund gegen Wolfsburg waren offensichtlich – wie das Spiel ohne sie ausgegangen wär, kann keiner sagen.

Mich beschäftigt die Debatte, vor allem die Art und Weise, wie sie geführt wird. Ich gebe ehrlich zu, ich habe immer ein wenig Bauchschmerzen, wenn ich sehe, das Wolfgang Stark eines unserer Spiele pfeift. Ich halte ihn grundsätzlich für einen sehr kompetenten Schiedsrichter, der die nötige Ruhe mit sich bringt, aber dennoch habe ich bei ihm schon einige Entscheidungen gesehen, die für mich nicht nachvollziehbar wahren. Das ist immer unschön, aber es hat mich nie dazu verleitet, ihn zu beschimpfen oder gar im Internet gegen ihn zu stänkern.

Er hat einiges für den deutschen Fußball geleistet und wird auch zu Recht, immer wieder zu internationalen Spielen berufen. Ob das in Zukunft noch passiert – das liegt nicht in meiner Hand und das möchte ich auch nicht beurteilen. Ehrlich gesagt denke ich, dass es auch keinem Fan dieser Welt zusteht – nicht einmal einem Trainer, es sei denn er hat schon einmal ein Erstliga Spiel geleitet. Unter welchem Druck so ein unparteiischer steht und welche Leistung er dort abrufen muss ist beachtlich.

Was mich wirklich schockiert, ist die Art und Weise wie jetzt über ihn geschrieben und berichtet wird. Wie man liest, hat er sich einige gröbere Patzer geleistet. Das darf nicht passieren, sicher, aber dennoch darf man nicht vergessen, dass er ein Mensch ist – per Definition ein fehlbares Wesen. Ich kann jeden verstehen, der sich darüber ärgert, aber des rechtfertigt nie eine solche Hetzjagd. Zumal sich jeder vorher Gedanken darüber machen sollte, was es heißt ein Schiedsrichter zu sein. Er muss sich fit halten – ohne Verein im Rücken, er muss zu den Spielen anreisen, sich dort aufwärmen und dann eine ähnliche Laufleistung erbringen, wie ein durchschnittlicher Spieler. Dabei muss er das gesamte Feld im Auge behalten, alle Regeln abrufen und 90 Minuten durchpowern – immer in der Gewissheit, dass ein Teil der Fans ihn grade wirklich nicht leiden kann. Während unsere Jungs nach so einem Spiel betreut werden, regenerieren können – mit Physiotherapeuten und Masseuren müssen die Schiris das alleine hinkriegen. Das schlägt auf die Gesundheit. Sollten sie am nächsten Tag arbeiten müssen, können sie sich danach ins Auto schwingen und wieder nach Hause fahren. Die Bezahlung ist gut aber nicht überragend. Was viele von uns vergessen: das sind tatsächlich Menschen, keine Maschinen.

Doch nicht erst seit diesem Vorfall scheint es in Mode gekommen zu sein, dem Schiri die Schuld am eigenen Versagen der Mannschaft zu geben. Läuft es nicht richtig rund, so ist es immer der Unparteiische, nicht etwa das schlechte Zusammenspiel der Mannschaft oder die falschen Instruktionen des Trainers. Nur selten erlebt man einen Trainer so ehrlich wie einen Wolfgang Stark, der seine Fehler öffentlich eingestanden hat und sich dafür entschuldigte. Auch das ist äußerst menschlich.

Ich möchte seine oder auch andere Fehlentscheidungen von Trainern nicht schön reden, wirklich nicht, aber wir machen alle Fehler – auch in unserem Job und das sollten wir uns wirklich vor Augen halten, wenn wir uns das nächste Mal über eine Schirifehlentscheidung ärgern. Wir sind alle Menschen, keine Maschinen und das macht uns aus.

Cathy verrät: „Wer ich bin und warum ich schreibe?“

Wenn man so ein Blog erstellt, dann stellt man sich zwangsläufig ein paar Fragen. Warum mache ich das? Was will ich damit erreichen und bin ich überhaupt qualifiziert dafür? Damit ihr euch darüber keine Gedanken machen müsst, kommen hier einmal meine Antworten dazu.

Warum habe ich mich also entschlossen dieses Blog zusammen mit Klaus zu starten? Ich denke, ich bin einfach begeisterungsfähig und ich finde es großartig über Fußball zu schreiben. Vor allem in einer Form, in der es nicht darum geht, nur leidenschaftlich mit dabei zu sein, sondern auch mit dem Verstand ein paar Dinge zu beleuchten, die sonst nicht angesprochen werden. Dabei muss es nicht immer schwarz/rot sein, den Fußball ist auch nicht immer schwarz und weiß. Ich denke es ist wichtig, auch mal ein paar Dinge zu beleuchten, die schnell mit einer gefärbten Brille betrachtet werden.

Was will ich hier erreichen? Ersteinmal nichts. Ich möchte über die Dinge schreiben, die mich bewegen. Sicher habe ich die Hoffnung, dass es gelesen wird und sich der ein oder andere Gedanken darüber macht, aber in erster Linie möchte ich Themen ansprechen, die mir auf der Seele brennen.

Bin ich qualifiziert? Keine Ahnung. Das überlasse ich jedem, der meine Texte liest. Ich bin Fußballfan – mit ganzem Herzen, ich stehe zu meinem Verein und der Mannschaft – übe aber auch Kritik, wenn es nötig ist. Ich schreibe gerne und diskutiere fast noch lieber, immer mit Herz und Verstand.

Also wenn ich dazu auch noch ein paar Worte verlieren darf: 

„JA! Cathy ist eine begeisterte Schwarz-rote. Sie hat jede Menge Ahnung vom Fußball (ihr habt sicher schon einiges von ihr im Netz gelesen), sie kann schreiben und – sie mag Bäume!“