Keine Tore in Freiburg, ein Punkt und einige Fragen!

Es war der Abend der offenen Fragen. Wie sollte man das Unentschieden der Werkself im Breisgau bewerten? Ärger – Enttäuschung – Zufriedenheit?

Ansätze hierzu gibt es sicher viele – je nach Standpunkt und Mentalität. Ich gehöre ja bekanntlich zu den großen Optimisten im schwarz-roten Fanlager, aber mein vorher geäußerter 1-0 Tipp für den SVB gegen Freiburg hatte die Nullnummer,  als eine der möglichsten Varianten,  schon im gedanklichen Gepäck! Warum? Das kann ich gar nicht genau beschreiben. Es war klar, dass unsere Jungs in Freiburg auf einen Gegner treffen würden, der mit einem hohen Maß an Aggressivität verteidigen würde. Und dass die Streich-Truppe auch einen guten offensiven Fußball spielen kann, hat sie in den letzten Monaten bewiesen.

Es war wohl diese konsequente Art und Weise auf Gegner und Ball zu gehen, mit der die sonst so spielstarke Truppe aus der Farbenstadt nicht wirklich klar kommen sollte. Wann immer einer unserer Jungs den Ball hatte und seine nächste Aktion starten wollte, waren mindestens zwei Freiburger bei ihm und ein paar andere stürmten auf ihn zu. Aus dieser Bedrängnis resultierten gestern zu viele Fehlpässe, die unser schnelles Kombinationsspiel nach vorne schon früh verhinderten. Hinzu kam das wenig wahrnehmbare Spiel über die beiden Außenpositionen, das in der zweiten Halbzeit zwar etwas besser wurde, aber auch nicht deutlich mehr Effektivität brachte. Schürrles Pfostenschuss und ein paar gute Möglichkeiten von Rolfes, oder Boenisch bleiben im Gedächtnis und bei einem Blick auf die Aktionen der Freiburger war das Spiel vor allem eins: ausgeglichen.

Nein, es war sicher nicht das Spiel unserer Offensive, der zum zweiten Mal in dieser Saison kein Treffer gelang (nach der 0-3 Pleite am dritten Spieltag in Dortmund). Dafür zeigte Bernd Leno in seinem 50. Bundesligaspiel in den wenigen Momenten der Prüfung seine Klasse (wie auch Kollege Baumann im Tor der Freiburger) und auch der Rest der Defensivabteilung stand stabil und wirkte souverän.

Stefan hebt im bayer04blog einen Werkself-Kicker besonders hervor. In der Rubrik „Liebling des Spiels“ heißt es:

 „Es ist jetzt nicht so, als hätte sich bei dieser Partie jemand große, neue Sympathien erspielt, aber Lars Bender sollte man mal wieder hervorheben. Wenn die gelobte und in die Nationalmannschaft geforderte Offensivreihe um Schürrle, Kießling und Castro ihre Bälle verliert, ist Bender meistens genau da, wo er sein muss. Gewinnt die zweiten Bälle wie kein anderer und hält damit das vom Trainerteam eingeflößte Spiel am Leben.“

Sicher eine richtige Einschätzung. Und auch Sebastian Boenisch zeigte mal wieder, wie wichtig er in der kurzen Zeit für die Werkself geworden ist – eine langfristige Bindung des jungen Mannes wäre mehr als begrüßenswert.

Wesentlich mehr bleibt mir zu dem Spiel nicht zu sagen, aber vielleicht wollt ihr ja noch wissen, welches Gefühl – welche Bewertung der Nullnummer – bei mir auf Platz Eins steht? Die Frage beantworte ich gerne, weil sie sich sicher viele von euch gestellt haben, auch Stefan im bayer04blog:

„Ratlosigkeit wohin man schaut. Auf dem Platz, womöglich auf der Trainerbank und mit ziemlicher Sicherheit bei den Fans. Soll man sich über Platz 2 freuen, sich über die vergebene Chance ärgern oder das Spiel als gerechtes 0:0 abhaken?“

Also: Ich war schon vor der Chance von Schü – der Pfostenschuss – mit dem Punkt im Breisgau zufrieden. Nicht zufrieden mit der Leistung und damit, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Aber zufrieden, weil das Ergebnis einfach in Ordnung geht und weil das Spiel auch mit einer Niederlage für Schwarz-rot hätte enden können. Natürlich freue ich mich weiterhin über den zweiten Platz, auch wenn ich nach wie vor nicht auf den Abstand zu den Bayern schaue. Im Blick habe ich Platz Drei (wenn es mehr wird – bitte gerne).

Ich möchte das Spiel jetzt auch nicht als Bewertungsmaßstab für den Knaller am nächsten Sonntag in Leverkusen heranziehen. Ein Spiel in Freiburg und der Kick gegen den Meister in der BayArena – das sind zwei völlig unterschiedliche Veranstaltungen. Sicher wird Herr Klopp sich unseren Auftritt im Breisgau angeschaut haben und sein Schlüsse daraus ziehen. Aber auch unser Trainerteam wird das tun und Sami und Sascha werden definitiv die richtigen Worte und Maßnahmen finden.

Ob es zu einem Sieg gegen die Borussia reichen wird? Mit der Frage werden wir uns sicher im Laufe der Woche hier im Blog beschäftigen.

Und etwas richtig Positives hat der torlose Auftritt der Werkself in Freiburg ja doch: Die Chance auf das 100. Bundesligator von Kies – gegen Dortmund, vor unseren Fans – ist auf jeden Fall riesengroß!

Schwarz-rote Grüße
Klaus

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