4. Spieltag

4. Spieltag (31.08.2013)

Schalke 04 – Bayer Leverkusen

So, wir haben unsere erste Niederlage. Schalke hat mit 2:0 zu Hause gewonnen und mit was? Mit Recht und überaus verdient.

Nach dem Spiel habe ich in Facebook geschrieben, ich muss meine Nerven einsammeln. Ich habe mich bewusst abgemeldet und habe versucht, meine Nerven woanders zu suchen und zu finden. Es ist mir nur zum Teil gelungen.

Folglich habe ich mich wieder eingelogt und ein paar Meinungen zum Spiel gelesen. Man liest, verinnerlicht und zieht seine eigene Meinung raus. Dort habe ich dann meine restlichen Nerven wiedergefunden. Was da geschrieben wurde entbehrt jeder Fankultur. Ich möchte da auch nicht weiter drauf eingehen, aber was mich mal richtig, gelinde gesagt, stört, sind die ewigen Nörgeler. Die treten jetzt wieder alles kaputt.

Klar haben wir jetzt mal wieder ein Spiel verloren. Es ist auch klar, dass dies mich genauso runterzieht, wie manch anderen. Dennoch gibt es solche Tage an denen nichts passt. Da war an diesem Tag der Gegner einfach besser; kleverer; abgewichster ….. Ich lasse das einfach mal so da stehen.

Ja, wir haben auf Schalke verloren … Ja, es war ein schlechtes Spiel von der Werkself … und verdammt noch mal, es ärgert mich auch.

Ich weiß …. wir alle wissen, die Jungs können es besser. Es ist eine gute Truppe, ein gutes Team. Mich hat richtig gefreut, dass Robbie und Emre einige Minuten Einsatzzeit bekommen haben.

Alles im Allem kann die Werkself und auch wir Fans aus diesem Spiel einiges mitnehmen. Zum einen sind nicht alle Spieltage rosige Tage. Nicht alle Spiele können gewonnen werden. Verlieren gehört zum Spiel. Die Werkself hat dennoch einen gelungenen Saisonauftakt hingelegt. Ich jedenfalls sehe weiterhin positiv und optimistisch der Zukunft entgegen.

Für uns Fans wird es ganz wichtig sein, beim nächsten Spiel volles Rohr zu geben und den Jungs zeigen, dass wir, trotz Niederlage, hinter ihnen stehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende.

Euer

Ralf

Es geht wieder los – Ein Spielbericht von Ralf

Ihr Lieben,

jetzt rollt der Ball wieder! Das Spiel gestern hat mir gut gefallen, wenn ich auch nicht alles sehen konnte. Ich will jetzt nicht voreilig Spieler in den Himmel loben, aber ich denke über Son werde ich in ein paar Wochen noch einmal schreiben. Kommen wir aber zu dem gestrigen Spiel. Ich hatte ja in die Runde gefragt ob einer von euch nicht etwas zu ´dem Spiel schreiben mag. Ich finde es immer spannend zu lesen, wie andere Leute so ein Spiel sehen, was ihnen auffällt, wie die Stimmung bei ihnen war und… und… und! Dieses Mal bekommt ihr eine Zusammenfassung vom lieben Ralf Winkelmann, der nicht nur Admin einer ganz tollen Bayer Fangruppe auf Facebook ist, sondern auch Fan der Werkself mit Herz und Seele. Ich sage an dieser Stelle Danke fürs Schreiben und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen. Solltet ihr jetzt auch Lust bekommen haben etwas zu schreiben, dann meldet euch bei mir! Grade beim ersten Heimspiel wird es sicher einiges zu berichten geben! Ich freue mich von euch zu hören und Ralf freut sich sicher darüber, mit euch ins Gespräch zu kommen.

1. DFB Pokalrunde Saison 2013 / 2014 – SV Lippstadt 08 – Bayer 04 Leverkusen

Dies war es also, das erste Pflichtspiel unserer Werkself in der Saison 13/14. Meine Einschätzung ist auch recht schnell erzählt. Ich lag mit meinem Tipp nur ein wenig daneben. Im Vorfeld habe ich ein 1:9 getippt. Leider haben da 3 Tore gefehlt. Hätte wenn und aber gehören beim Sport eigentlich nicht gesagt, oder geschrieben. Zählen wir einfach die Alluminiumtreffer hinzu, dann passt das.


Jetzt aber zum Spiel selber. Der schnelle Treffer von Bender war richtig Klasse. Eine Minute später der Ausgleich durch den SVL. Danach war das Spiel ein wenig fahrig von Seiten der Werkself. Generell hatte ich das Gefühl, die Truppe ist noch nicht richtig eingespielt. Hatten sie den Gegner falsch eingeschätzt? Gab es vielleicht eine mangelnde Einstellung, weil der SVL gerade erst in Liga 4 aufgestiegen war? Mir fehlten noch ein wenig die Laufwege und die dadurch mangelnde Passgenauigkeit war das Resultat.


Ich möchte dem SV Lippstadt 08 ein Riesen Kompliment machen. Der Regionalligist hat versucht mitzuspielen. Vor allem Christoph Sander im Tor hat mir richtig gut gefallen. Was der rausgeholt hat … Respekt.


Für mich war es ein souveräner und solider Auftritt einer Bundesligamannschaft gegen einen Regionalligisten. Das Spiel hatte für mich den Charakter eines Vorbereitungsspiels, wo nochmals getestet werden kann. Dieses 1:6 für die Werkself spricht da Bände. Vor Allem haben mich die Neuzugänge interessiert. Die haben ja nun auch ihr erstes Pflichtspiel für Bayer gemacht. Ich muss sagen, mich haben alle überzeugt. Ob ein Donati, Spahic, Son, oder auch Hilbert. In meinen Augen alle eine Bereicherung der Werkself. Aber warten wir da mal ab, wenn es um ‚richtige’ Gegner geht. Damit meine ich eben halt Profiklubs auf BL und CL ebene.
Freue mich schon auf nächsten Samstag, wenn es heißt den ersten Buli Gegner zu schlagen. Dieser ist kein geringerer als der SC Freiburg. Die Breisgauer sind bei uns zu Gast und ich hoffe, wir werden dieses Spiel rocken.
Bis dahin …
Euer Ralf

Das Spiel ist aus – mein kleiner Rueckblick

Das war sie also, die Saison 2012/13. Wir haben einen soliden dritten Platz gemacht und der Abstand auf den Tabellenzweiten, Dortmund ist mit einem Punkt winzig. Ich bin damit zufrieden, grade nach der verkorksten letzten Saison.

 

Viel geglaubt habe ich zu Anfang nicht, gehofft aber schon, denn wir starteten mit einem Trainerexperiment, einem Haufen von Spielern, die alles, aber keine richtige Mannschaft waren und dem massiven Druck, dass jetzt alles Besser werden muss. Nicht die idealsten Bedingungen, vor allem da wir durch eine auf den ersten Blick nicht ganz verständliche Transferpolitik nicht die ideale Besetzung auf jeder Position zu haben schienen und ich jedes Spiel Angst hatte, Kies könne sich verletzen.

 

Hat er nicht, das Experiment Trainerduo ist geglückt, der chaotische Haufen ist näher an einer Mannschaft als in den letzten Jahren und wir haben mit den Spielern die wir hatten eine qualitativ recht hohe Saison gespielt. Aber schauen wir uns jeden dieser Punkte für sich an. Die häufigste Reaktion auf „Leverkusen hat ein Trainerduo – einen ohne Bundesligaerfahrung und einen ohne Trainererfahrung“ war: Das kann ja nichts werden! Kann ja wohl, möchte ich jetzt grinsend in die Welt schreien. Das mag nicht für jeden gelten, aber mit Sascha Lewandowski haben wir einen Trainer mit Sachverstand und mit Sami einen Teamchef der unsere Jungs kennt und sie zu händeln weiß. Die zwei haben wirklich viel geleistet und ich denke und hoffe, dass diese Saison eine gute Grundlage für die nächste gebildet hat.

 

Denn unsere Jungs sind zwar spielerisch eng zusammen gewachsen, aber Defizite gibt es dennoch, grade in der Chancenverwertung, den Standarts und bei der Passgenauigkeit. Aber sie haben gelernt, zusammen zu spielen und patzen grade in der Abwehr nicht mehr so. Einen großen Anteil daran hat sicher unser Kies, der neben dem erfolgreichen stürmen auch noch fleißig im Mittelfeld und, wenns ganz eng wurde, auch in der Abwehr ausgeholfen hat. Grundsätzlich hat man gemerkt, dass Absprachen untereinander besser funktionierten, das mehr Vertrauen und vor allem Ruhe ins Team eingekehrt ist und das trotz riesen Pressewirbel um die „Akte Schürrle“.

 

Tja und was die Transferpolitik angeht: die hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Wollscheid macht sich toll in unserer Abwehr, Carva ist ein kleiner Störenfried und bringt durch seine spanische Spielweise für den Gegner eine Vielzahl von gefährlichen Momenten und Boenisch und Hegeler haben mich völlig überzeugt.

 

Mein Spiel der Saison gibt es nicht, da müsste ich mich jetzt ja entscheiden. Meine zwei High-Lights waren ganz klar das wirklich grandiose Heimspiel gegen Dortmund – denn obwohl verloren war es doch ganz, ganz groß und mein Auswärtsspiel in Bremen, das, gelinde gesagt, einfach Hammer war. Trotz relativ geringer Mitfahrerzahl war die Stimmung super und die Manschaftsleistung genial. Danke für grade diese beiden Spiele!

 

Dazu kam die immer besser werdende Stimmung im D Block. Das ist ein Thema für sich und da ich leider schon mehrfach extrem dafür angefeindet wurde, werde ich nichts über die Umsetzung, den Umbau und die daraus resultierenden Konsequenzen schreiben. Mir tut es weh zu sehen, wie viele Leute die um mich saßen und die seit ewigen Jahren ins Stadion gehen ab der kommenden Saison vorm Fernseher schauen müssen und die Szenen die sich da am letzten Spieltag ereignet haben, haben mich extrem nachdenklich gestimmt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen Bedanken, die dort waren, die zu jedem Spiel gekommen sind, egal wie das Wetter war, wie „unwichtig“ die Gegner und unspektakulär die Spiele. Ihr habt vielleicht nicht die meiste Stimmung gemacht, aber ihr habt Mannschaft und Verein auf eure Weise unterstützt. Ihr werdet mir fehlen. Wirklich!

 

Was diese Saison aber auch gebracht hat ist dieses Blog. Wie es hier genau weiter geht, weiß ich noch nicht. Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen genauen Plan, inzwischen hat sich aber ein bisschen was geändert, vor allem auf Grund einiger Diskussionen die ich mit einigen Leuten aus der Fanszene hatte. Sobald ich mich entschieden habe, werdet ihr es erfahren. Ich würde gerne weiter schreiben, denn Verein und so viele Leute die daran hängen sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte mich auf jeden Fall auch bei euch bedanken, sei es fürs Mitlesen, „gefällt mir“ klicken oder für eure Kommentare. Das war eine besondere Saison für mich und das möchte ich auf keinen Fall missen.

 

Was mich jetzt natürlich brennend interessiert ist, was euch am besten gefallen hat. Habt ihr Spiele, die euch besonders vom Hocker gehauen haben? Gab es Spieler, die es für euch bis an die Spitze geschafft haben? Was sind eure High-Lights? Ich würde mich freuen, wenn ihr sie mit uns teilt.

 

 

 

 

 

Zwischen Transferchaos und Kaderplanung

Es ist wieder soweit. Die Saison neigt sich dem Ende zu und der Transferpoker beginnt. Doch nicht nur die Vereinsbosse und Spieler plagen sich mit dem Thema herum. Die Zeitungen scheinen sich täglich mit spektakuläreren Spekulationen und auch in Fankreisen werden Spieler nach Belieben hin und her getauscht. Was dabei herauskommt ist ein buntes Potpourri an neuen Mannschaftszusammenstellungen und viel böses Blut, wenn ein vorgeschlagener Spieler in Fankreisen nicht so gut angenommen wird.

Als Leverkusener ist es in den letzten Wochen die Personalie Andre Schürrle, die die Gemüter erhitzt und schon den ein oder anderen Streit provoziert hat. Dazu werde ich jetzt nichts schreiben. Das kann ich machen, wenn in dem Fall eine Entscheidung getroffen wurde, aber diese Spekulationen sind nichts für mich. Zu Schürrle kommt nun die Meldung, dass Robbie Kruse zu uns wechselt. Dazu habe ich tatsächlich noch keine Meinung, denn ich habe ihn so gut wie nie spielen sehen. Aber ich habe eine Meinung zu dem Spielertyp, für den er steht.

Wie oft ich schon gelesen habe, Leverkusen solle einen erfahrenen Spieler verpflichten – wie etwa Berbatov- kann ich schon gar nicht mehr sagen. Wer mich kennt, weiß was ich davon halte. Nichts. Ich würde es schon fast das Bayern-Prinzip nennen. Man holt sich alle zwei bis vier Jahre einen oder mehrere Top Spieler, die Erfahrung haben, auf ihrer Position gut sind und nach der Zeit geht das Spiel von vorne los. Dazu fehlt uns, vorsichtig ausgedrückt, das Geld. Wir können uns nicht alle paar Jahre Spiele für die erste Mannschaft kaufen, die dann möglichst schnell zusammen wachsen und durch Klasse bestechen.

Das Modell, das ich gerne sehe und auch bei uns wiederfinde, ist das des Ausbildungsvereins. Wir kaufen uns (recht günstig) mehr oder minder junge Spieler, bauen sie auf und bilden sie so aus, dass sie in unserer Mannschaft gut spielen. Am Ende kommt dabei ein guter Spieler mit Erfahrung raus, denn man entweder halten kann oder für einen hohen Betrag verkaufen kann. Letzteres finde ich nicht so super. Finanziell macht es Sinn, aber ich denke dass eine Mannschaft dann viel Erfolg haben kann, wenn sie perfekt aufeinander abgestimmt ist. Dass diese Abstimmung wichtig ist, konnte man grade bei dem Spiel der Dortmunder gegen Real Madrid sehen. Der Kaderwert der Spanier ist extrem hoch – da spielen Superstars. Dagegen kommen die Dortmunder so gut sie auch einzeln sind – nicht an. Aber sie spielen einen soliden, guten Kombinationsfußball. Da weiß jeder, wo der andere steht und so kriegt man die Bälle nah vors Tor und mit einem super Stürmer auch darein.

Wir haben so einen Stürmer. Sein Problem? In den letzten Spielen habe ich ihn ständig in unserem Strafraum gesehen. In Mittelfeld entsteht eine Lücke? Kies schließt sie. Die Abwehr pennt, er ist zur Stelle. Das ist extrem ärgerlich, aber darum soll es heute nicht gehen. Ich denke, wir brauchen junge Spieler, die wir so schnell wie möglich in das System unserer Mannschaft integrieren und die wir über mehr als zwei Jahre halten können. Das ist nicht leicht und grade der Fall Götze hat einmal mehr gezeigt, dass noch so große Treuebekenntnisse und Loyalität nichtig sein können, wenn der große FCB und Guardiola winken. Aber ich denke ein Versuch ist es wert.

Wir können uns die Starspieler nicht leisten, die uns ein Spielsystem wie beim FCB ermöglichen. Warum sollten wir es also versuchen? Für mich liegt die Zukunft unseres Vereins in der Ausbildung. Mit einer Mannschaft, in der das Vertrauen untereinander da ist und Absprachen funktionieren ist auch die Meisterschaft drin – daran glaube ich ganz feste.

Was meint ihr? Jugendarbeit oder mehr Geld für Stars? Was bringt die Werkself zum Titel?

Von verpatzten Chancen und einem flauen Gefühl

Ich sitze hier seit einer guten Stunde und versuche die Überschrift für den Blogpost zu verfassen. Irgendwie will das nicht so recht werden. Vor dem Spiel hatte ich viele Aufhänger – grade die Frage ob Wolfsburg uns wieder in unsere Schranken weist, war mehr als präsent. Das haben sie zum Glück nicht. Die Aussage mag dem ein oder anderen vielleicht komisch vorkommen, schließlich haben wir keinen klaren Sieg vom Platz getragen. Aber mal ganz ehrlich? Das haben unsere Jungs selber verbockt!

Wir hätten schon nach der ersten Halbzeit mit mindestens 3 Toren vorne liegen müssen. Wer sich so viele Chancen durch die Finger gleiten lässt, der darf sich über ein Unentschieden nicht beschweren. Die Zahl der Fehlpässe war extrem hoch und wenn der Gegner in der Mitte zu macht, dann haben wir noch immer ein Problem. Sicher, Wolfsburg hat in manchen Situationen nicht schön gespielt und ich muss gestehen, die ein oder andere Schirieentscheidung habe ich auch nicht verstanden (was durchaus an mir und nicht an ihm liegen kann), aber dass wir nicht gewonnen haben, war unsere eigene Schuld.

Allerdings gab es auch Dinge, die mich positiv überrascht haben. Großer Spitzenreiter ist da André Schürrle. Sicher kann er noch mehr, aber ich habe ihn zum ersten Mal seit langem wieder richtig effektiv erlebt und das Gefühl gehabt, dass er aktiv mit der Mannschaft zusammen spielt. Das mache ich nicht nur an seinem Tor fest, das mir echt gut gefallen hat, sondern grade an seiner gesamten Leistung in der ersten Halbzeit.

Gewohnt stark waren auch unsere Außenverteidiger. Da waren zwar einige Szenen bei, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist, aber es macht immer wieder Spaß ihnen bei der Arbeit zuzuschauen. Besonders imponiert hat mir, dass sich das Publikum um mich nicht hat unterkriegen lassen. Sicher, da wurde viel geflucht, aber es sind erstaunlich viele da geblieben und haben sich von unseren Jungs verabschiedet und das finde ich stark.

Was bleibt ist ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube nach wie vor daran, dass unsere Jungs den direkten Einzug in die Königsklasse schaffen können, aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv. Vor uns liegen noch ein paar Spiele und grade Schalke dürfte nicht einfach werden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und zumindest der Kampfgeist ist schon da.

Wie würdet ihr das Spiel bewerten?

Ungewohnte Perspektiven und wie wir uns selber im Weg standen

Das war es also, unser Spitzenspiel gegen die Bayern. Ich weiß nicht richtig wo ich anfangen soll, außer am Anfang. Als ich in den Block kam, staunte ich nicht schlecht – da war doch tatsächlich der Zaun hoch gefahren. Wenn man direkt dahinter sitzt, sieht man tatsächlich nicht viel und kommt sich zusätzlich vor, wie ein Tier im Zoo. Das es Teil einer Choreo war, konnte man schnell sehen, dennoch muss ich zugeben, dass es ein komisches Gefühl war. Vielleicht sollte ich darauf bestehen, dass mich beim nächsten Mal jemand durch den Zaun mit Schoko füttert (um das Zoo-feeling zu verstärken), aber nun gut, ich glaube da wird sich niemand finden.

Die Choreo an sich sah schon echt genial aus. Ich habe es auf dem Monitor gegenüber sehen können – bevor jemand fragt: ich bin auf meinen Sitz geklettert – und war ehrlich beeindruckt. Auch wenn ich mir heute Fotos davon anschaue, lässt das stolze Gefühl, ein Teil davon gewesen zu sein, nicht nach.

Naja und dann kam das Spiel. Ich habe nicht viel erwartet, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Es war nicht das beste Spiel in dieser Saison, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Die Bayern waren klar nicht in Form und das unnötige Zeitspiel des Manuel Neuers ist mir gehörig auf die Nerven gefallen, aber am Endergebnis ändert es nichts. Wir haben verloren und ganz ehrlich? Schuld daran waren nicht die Bayern. Chancen auf Tore hatten wir doch einige – alleine unsere gefühlt zig trillionen Ecken hätten uns in Führung bringen können.

Nun ja, das Leben ist nun mal kein Konjunktiv – wahlweise auch kein Ponyhof. Leider. Das Spiel hat ganz deutlich gezeigt, dass wir unser eigener Gegner sind und ich glaube auch nicht, dass sich das von heute auf morgen ändern wird. So gut wie keine der Ecken war hoch genug und die Passgenauigkeit war auch eher unschön. Dafür haben wir deutlich mehr Zeit als sonst im gegnerischen Strafraum verbracht und die Bälle nicht so schnell nach hinten gegeben. Was mir allerdings am meisten gefallen hat, ist die Tatsache, dass unsere Jungs nicht aufgegeben haben. Wie sah das für dich aus, Klaus?“

„Mit Sicherheit ähnlich, Cathy!“ Auch wenn ich das Spiel aus einer anderen Perspektive gesehen habe – und das beziehe ich in erster Linie auf meine Sitzposition während der 90 Minuten. Was ich gesehen habe ist schnell erzählt und offenbart sicher keine großartigen Neuigkeiten. Die 30 Minuten rund um den Ausgleich unserer Jungs haben gezeigt, dass die Werkself kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Inwieweit die Bayern hier mehr zugelassen haben, als es aus Sicht des 20-Punkte-Primus nötig war, überlasse ich mal der öffentlichen Diskussion. Fakt ist: In der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, die notwendige Portion „Wir–zeigen-es-den-Bayern“ einzubringen. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass die Münchner jederzeit und nach Bedarf hätten zulegen können. Die Standards und die Fehlpässe hast du ja schon angesprochen. Auch der Führungstreffer hat mir beim abendlichen TV-Studium noch einmal den einen oder anderen Stoßseufzer entlockt. Ein Münchner, etliche Leverkusener – drin das Ding! Ob wir es hier mit einer vollwertigen Meistertruppe, einer besseren B-Elf, oder einer schlechteren A-Elf zu tun hatten, lassen wir mal eben links liegen. Die Aufstellung der Bayern war sicher nicht der Grund für die Abwesenheit eines Spiels auf Top-Niveau.

Der Ausgleich war verdient, weil die Bayern das Ding mal so eben zurück in den Freistaat schaukeln wollten. Die erneute und letztlich entscheidende Führung eine Verkettung von Ereignissen an deren Ende die Schulter von Wolle die unglücklichste aller Rollen spielte. An dieser Stelle vom oft strapazierten Bayern-Dusel zu sprechen fällt mir allerdings schwer. Wenn ich an den Sieg im Hinspiel denke und an die Art und Weise, wie dort die Tore gefallen sind, fällt mir eher so was wie ausgleichende Gerechtigkeit ein.

Trotzdem Mist! Den Punkt hätte ich gerne mitgenommen – vor allem nach den Ergebnissen dieses Spieltages.

Auf der anderen Seite waren es genau diese Niederlagen unserer Konkurrenten um Platz drei, die letztlich dafür sorgten, dass sich meine schlechte Laune in Grenzen hält. Ich gehöre eh nicht zu denen, für die ein Sieg gegen München zu den schönsten aller Fußballerlebnisse zählt. Ein Sieg gibt drei Punkte, egal gegen wen. Und die Dreier hätten wir in Mainz und Führt holen sollen / müssen.

Also schauen wir nach vorne und freuen uns auf das, was kommt. Ich bin sicher, dass unsere Jungs nicht mehr viele Punkte abgeben werden und am Ende den direkten Einzug in die Champions-League packen – und genau das zählt!

Und die Choreo war echt der Hammer!

Auf Wiedersehen Europa – hallo Fürth

So, das war es also mit der Europa League. Ich habe das Spiel nicht gesehen – ich lag krank im Bett und habe geschlafen. Wenn ich mir einen Großteil der Kommentare auf Facebook und Twitter zu dem Spiel durchlese, war das nicht die schlechteste Entscheidung.

Ich habe nach wie vor den Vorsatz: ich schreibe nichts über Spiele, die ich nicht gesehen habe. Dabei bleibe ich auch. Was bleibt ist die Tatsache, dass wir raus sind und das alles ein wenig so klingt wie immer. Schürrle ist doof, Schürrle trifft und ist toll, keiner verwandelt Boenischs Flanken und schon wieder wird mächtig Zeit geschunden.

Genau da kommt jetzt auch mein Einsatz. Zum Spiel kann und will ich nichts sagen, aber zum Zeitschinden, da habe ich ne Meinung. Es gibt tatsächlich kaum etwas, das ich unsportlicher finde. Leider ist es eine Unart, die nicht vom Platz zu bekommen ist und ich finde es schon fast putzig, wie sich Spieler darüber aufregen, denn wenn wir mal ehrlich sind: wenn es darauf ankommt, schinden sie alle Zeit.

Warum muss man so etwas machen? Im Grunde stellt man sich durch dieses Verhalten ein Armutszeugnis vom Feinsten aus. Traut man sich selber nicht zu, nur durch die eigene Leistung zu gewinnen? Sieht man den Gegner als zu stark an und sich selber als zu schlecht? Fakt ist und bleibt: es ist grob unsportlich und ich würde mir wünschen, dass es öfter mit Karten geahndet wird auch wenn es Leverkusen damit des öfteren auch erwischen würde.

Was ich aber auch des öfteren gelesen habe, ist dass wir die klar bessere Mannschaft waren und leider das größere Pech hatten. Kann ich nichts zu sagen, aber das ist etwas, das ich in letzter Zeit auch recht häufig gedacht habe. Wir schaffen es bis vors Tor, haben viele Abschüsse, kriegen das Runde aber nicht ins Eckige. Das Nervt und daran sollte sich tatsächlich etwas ändern. Aber kann man das wirklich üben? Ich hoffe es. Was unsere Jungs ganz klar angehen sollten sind Standardsituationen. Freistöße und Ecken sind bei uns weitestgehend ungefährlich und das, obwohl wir doch einige große Spieler im Kader haben.

Das Thema Europa ist jetzt für mich durch. Gedanken werde ich mir da erst wieder drüber machen, wenn wir wieder international spielen – also hoffentlich in der nächsten Saison. Jetzt geht es erst einmal gegen Fürth. Das ist ein Spiel, das ich nicht wirklich einschätzen kann. Grundsätzlich könnten wir dort locker gewinnen, aber wer weiß, was dort nach dem Trainerrauswurf alles möglich ist? Ich hoffe, dass unsere Jungs fit genug daran gehen und am Ende mit drei schönen Punkten nach Hause fahren.

Was meinst du Klaus?“

„Na klar Cathy, die drei Punkte aus dem Frankenland habe ich fest eingeplant.“ Es wird sicher keiner dieser vielzitierten Selbstläufer, das werden die Fürther mit Einsatz und Leidenschaft zu verhindern wissen. Für viele Spieler ist so ein Trainerwechsel ja die Chance auf einen Neuanfang im Team. Allerdings sollten uns die Personalentscheidungen der Fürther nicht wirklich interessieren und ein Erfolg unserer Schwarz-Roten als Pflichtaufgabe betrachtet werden. Die Mannschaft hat es aufgrund ihrer Klasse selbst in der Hand und sollte mit dem Anpfiff zeigen, dass es für die Gastgeber im Trolli Stadion nichts zu holen gibt. Eins können wir uns im Kampf um die Champions-League nicht leisten: Punktverluste beim Tabellenletzten!

Und das ist ja unser klares Ziel: die Champions-League-Hymne in der BayArena zu hören und wieder zu den Besten in Europa zu zählen. Ob als zweiter oder dritter – egal!

Und dass unsere Jungs in der Königsklasse der europäischen Kickerelite mitspielen können, davon bin ich überzeugt. Wer gegen Benfica Lissabon SO ausscheidet, der kann sich auch mit der einen oder anderen Truppe messen, die in der Champions-League noch dabei ist. Aber dazu muss natürlich alles stimmen und der Ball dorthin, wo er dem eigenen Erfolg am ehesten dient – in das Tor des Gegners! Und da sind wir auch schon beim Thema, wie ein Blick auf die Bayer-04-Homepage zeigt:

  • „Dafür boten sie Benfica einen großen Kampf. Aber irgendwie wollte diese verdammte Kugel nicht ins Tor! Zweimal Pfosten! Ein Millimeter-Abseitstor. Was für ein Drama…“ (Express)

  • „Dieses Aus musste nicht sein! Bayer 04 hat den Pfosten-Fluch.“ (Bild) 

  • „Pfostentreffer stehen Erfolg im Weg. Der Tabellendritte der Bundesliga übernahm im Estadio da Luz sofort das Kommando und spielte couragiert nach vorne.“ (Kölnische Rundschau)

  • „Bayer 04 scheitert in Lissabon am Pfosten.“ (Rheinische Post online)

Kampf, Courage und Engagement – das habe ich auch gesehen. Ich muss dazu sagen, dass ich nur Zeuge einer tonlosen Übertragung der Konferenz im Münchner Bergwolf war. Das gesamte Spiel kann ich nicht einordnen. Aber schon während der ersten Bissen einer fantastischen, scharfen Currywurst (mit Pommes Schranke vom Feinsten) hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. Bei jeder Einblendung aus Lissabon war die Werkself in ihren weißen Auswärtstrikots am Ball und spielte und kombinierte munter nach vorne. Für uns (BayArena-DJ Alex war mit dabei) war es nur eine Frage der Zeit, wann dieses dringend benötigte „frühe Tor“ endlich fallen würde. Chancen gab es – mehr als genug!

Aber knapp vorbei ist auch daneben und Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Eine Was-Wäre-Wenn-Diskussion bringt nichts. Ob Pech oder Glück, verdient oder unverdient – das spielt am Ende keine Rolle. Die Portugiesen haben zwei Tore aus den drei Chancen gemacht und wir eben zwei Tore zu wenig geschossen. Trotzdem: die Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt, deren Fortsetzung am Sonntag den nächsten Dreier in der Bundesliga zur Folge haben sollte. Das Spiel in Fürth werde ich mir dann hoffentlich wieder in voller Länge am TV anschauen können. Cathy und ich werden sicher das eine oder andere Wort darüber verlieren.

„Und Cathy – zu deinem Zeitspiel-Einwurf“: Ja, offensichtliches Zeitspiel nervt. Vor allem über Torhüter, die sich mit dem Ball stundenlang unterhalten bevor sie ihn wieder ins Spiel bringen, kann ich mich aufregen. Ob es grob unsportlich ist, weiß ich nicht – muss jeder für sich entscheiden. Am Ende ist es immer eine Entscheidung der Schiedsrichter, wann die Grenzen des Erlaubten überschritten sind und dann muss entsprechend sanktioniert werden. Ich gehe davon aus, dass die Nachspielzeit in Zukunft weiter zunehmen wird. Halbzeiten, die dann mindestens 50 Minuten dauern, werden wir immer häufiger erleben.

Nur 48 Stunden: Ein Sieg, eine Niederlage und viele Gedanken

Das war es also, unser Spiel gegen Augsburg. Sichere drei Punkte. Das wird nicht schwer. Das war der Grundtenor vor dem Spiel und ich habe es auch geglaubt. Jetzt stehe ich da und bin um einige Erkenntnisse reicher. Augsburg hat uns nicht nur gezeigt, dass wir ein Problem im Mittelfeld mit engen Räumen haben, das unser Mittelfeld an sich gestern ein großes Problem war aber auch dass Kies ein ganz Großer ist.

Ich war nie ein übermäßiger Kies-Fan. Er ist ein toller Spieler und ist super wichtig für die Mannschaft, aber ich habe meinen Fokus nie (nur) auf ihn gelegt. Gestern hat er aber mal wieder gezeigt, wie großartig er sein kann. Im Sturm ist er ja ohnehin sehr gut aufgehoben, aber wenn es gestern in der Abwehr eng wurde, dann war er da und wenn es im Mittelfeld mal wieder nicht weiter ging hat er die Bälle geholt und verteilt. Wenn ich ganz ehrlich bin, hat er mir im Mittelfeld gestern besser gefallen als all unsere gesetzten Mittelefeldspieler. Ohne da jetzt auf Namen rumzureiten: ein großer Teil unseres Mittelfelds hat mir gestern so gar nicht gefallen.

Dennoch zählen am Ende diese drei, wirklich wichtigen Punkte. Wir haben den Anschluss an Dortmund nicht verloren und das ist gut. Es gibt noch einiges zu tun, für unsere Jungs – aber das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Ich habe gestern auf jeden Fall sehr gezittert und konnte mich auch erst nach dem Abpfiff halbwegs entspannen.

Entspannung ist dabei auch das Stichwort. Habe ich vor zwei Wochen noch den D-Block gelobt? Vergesst es. Es tut mir wahnsinnig leid, für die Einzelnen, die da alles geben, aber das war gestern ein Trauerspiel. Da wurde nicht mal mit geklatscht und das obwohl der C-Block und auch D1 und weite Teile von D2 alles gegeben haben und wirklich großartig waren. Das macht mich traurig, denn wie sehr unser Anfeuern beflügeln kann, hat man in dem Spiel gegen Dortmund doch gesehen. Nur weil der Gegner Augsburg heißt, muss man sich nicht derart hängen lassen. Oder nutzt ihr die Fastenzeit und verzichtet auf Stimmung? Fänd ich persönlich ja sehr schade.

Das war nicht das einzige Spiel diese Woche. Donnerstag ging es schon hoch her in der BayArena.

„Klaus, wie war das Spiel für dich?“

Cathy, es war vor allem eins: nass, kalt und auf meiner Position direkt zwischen den Spielerbänken vor allem mit einer völlig neuen Perspektive versehen. Das ist schon spannend, direkt bei den Akteuren zu sitzen.

Ansonsten habe ich ja schon einen kleinen „Einspruch“ erhoben – nicht gegen das Spiel unserer Werkself, sondern gegen die Art und Weise, wie in einigen Kreisen mit der Niederlage umgegangen wurde. Dieses ganze Rotationsthema will ich hier gar nicht mehr aufwärmen. Aber vielleicht sollte eins zu Denken geben: Die am Donnerstag von vielen so vermisste (entschuldigt den Ausdruck) „A-Elf“ hat gegen den Tabellenvorletzten der Bundesliga mal so eben 2-1 gewonnen – macht mit diesem Satz, was ihr wollt!

Am Donnerstag ging es gegen eine europäische Topmannschaft und unsere Schwarz-roten haben nicht nur auf Augenhöhe mitgespielt. Nein, sie waren die bessere Mannschaft. Dass wir uns dafür nicht viel kaufen können weiß ich auch. Aber für das Spiel am Donnerstag in Lissabon sehe ich noch jede Möglichkeit des Weiterkommens. Wie gesagt – die Berichterstattung in einigen Medien werde ich nicht weiter kommentieren, aber wenn ich nach dem Spiel im Radio höre „Leverkusen hat den Sieg nicht verdient gehabt“, dann frage ich mich ernsthaft, ob der Kollege von WDR 2 tatsächlich das gleich Spiel gesehen hat, wie ich!

Zu diesem vielfach postulierten „Arbeitssieg“ gegen Augsburg hast du die wesentlichen Dinge ja auf den Punkt gebracht, Cathy. Das sind eben diese Tage, an denen einem mal wieder klar werden sollte, dass Spektakel schön sind, aber am Ende nur wirklich sinnvoll mit einem Sieg für unsere Jungs . Drei Punkte – alles was zählt! Wenig Glanz, wenig Überragendes, aber immer wieder reingekniet und am Ende belohnt worden.

Ergänzend zu deiner schönen Hommage an unseren Kies: beispielhaft, wie er überall dort zu finden war, wo es nötig war. Eine Szene hat mich besonders beeindruckt. Es war so um die 75. Spielminute, oder etwas später, als man Stefan ansah, dass er so langsam die Fußballschuhe gerne ausgezogen hätte. Aber was macht der Bursche? Erkämpft sich den Ball und leitet einen Angriff der Werkself ein. Nicht in der Hälfte des Gegners, sondern an der eigenen Eckfahne!

Ein paar Sätze noch zur Stimmung in der BayArena, zum Support unserer Fans: Was da aus dem Norden des Stadions bei mir im Westen ankam war einfach nur großartig. Und wenn ich den Norden meine, dann meine ich alle, die mit dabei waren – egal in welchem Block. Aber gerade von meiner neuen Position kann ich den Support natürlich besonders schön beobachten. Und ich muss dir recht geben: geht es weiter weg vom C-Block wird es immer dünner, aber das ist ja nichts Neues. Einigen Zuschauern (und ja, es werden weniger) macht es einfach nur dann Spaß, wenn sie sich als Teil eines Fußballfestes fühlen dürfen. Bietet die Werkself dann nur fußballerische Alltagskost, kümmert man sich halt um seine Butterbrotdose und hofft, pünktlich im Pendelbus zu sitzen. Aber auch das gehört zu Leverkusen!

Seht ihr das alles anders? Oder genau so?

Schreibt eure Kommentare hier im Blog, oder auf unserer Facebookseite!

Übrigens: Den Sieg der Dortmunder gegen Frankfurt fand ich richtig gut 🙂 (Klaus)

Wir für euch – ihr für uns

Eins ist nach dem Spiel gegen Dortmund ganz klar geworden: wir sind großartig! Und dieses Mal meine ich nicht nur unsere Jungs. Die waren auch klasse, keine Frage. Sie haben grade in der zweiten Halbzeit gekämpft und gespielt, als ginge es um alles. Nein, dieses Mal meine ich vor allem und ganz besonders uns – die Fans.

Ich finde es ist an der Zeit, das recht lustlose Bild, das in den letzten Jahren entstanden ist, zu revidieren. Ich habe grade in der letzten Saison oft erzählt, wie schade ich es finde, dass in unserem Stadion keine Stimmung aufkommen mag. Ich denke seit Sonntag ist wohl jedem klar, dass sich seit dem viel geändert hat. Die Stimmung war zumindest sensationell. Schon nach dem ersten frühen Treffer hatte ich die Befürchtung, dass jetzt alles zusammenbricht. Aber das Gegenteil war der Fall. Der C-Block stimmte an und die Stimmung verbreitete sich. Erst begannen die Leute um mich herum mitzuklatschen. In der zweiten Halbzeit standen sie dann alle und haben mitgesungen.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das gefreut hat. Der D-Block steht. Der D-Block singt. Der D-Block unterstützt seine Mannschaft. Ich weiß, dass das in D-1 immer so gemacht wird und sich auch der ein oder andere in Richtung D-5 dazu hinreißen lässt Stimmung zu machen, aber nicht in dem Ausmaß. Ich kann euch nicht beschreiben, was für ein unglaublich gutes Gefühl das war und ich würde mich gerne bei jedem bedanken, der mitgemacht hat.

Ich habe noch vor dem Spiel erzählt, wie bitter es für mich werden würde, sollten wir verlieren. Ganz ehrlich? So stolz bin ich lange nicht mehr aus den Stadion gegangen. Sicher, unsere Jungs haben zwei, drei echt fieser Patzer gebracht, von denen zwei zu Toren geführt haben, aber selbst das verblasst neben dieser Leistung. Ich habe ewig nicht mehr so viel Kampfgeist gesehen – unsere Mannschaft hat nicht aufgegeben und das haben wir auch nicht. Das war unglaublich und ich kann nicht stolzer sagen: das ist mein SVB und er hat großartige Fans. Was meinst du Klaus?

Da bin ich ganz bei dir, Cathy! Die Stimmung in der BayArena zeigt seit einiger Zeit eine steigende Tendenz, aber so habe ich es schon lange nicht mehr erlebt. Ich habe direkt nach dem Spiel geschrieben: „Nicht glücklich, aber stolz!“ Und das kann ich auch nach zweimal schlafen mit gutem Gewissen wiederholen. Natürlich ist es bitter, dieses wichtige Spiel nicht gewonnen zu haben – obwohl es mehr als möglich war. Viel mehr will ich zu den rein fußballerischen Aspekten auch nicht sagen. Kein „Hätte, wenn und aber“, keine Kritik an Spielern mit vergeben Chancen und unglücklichem Pass-Spiel. Und auch keine Schiri-Schelte, denn der Mann hat mehr richtig gepfiffen, als viele – auch ich – es spontan vermutet haben.

Auch ich stand nach 10 Minuten Kopf schüttelnd und mehr oder weniger fassungslos hinter dem Tor. Aber schon da hatte ich das Gefühl, das wir an diesem Abend kein Debakel unserer Schwarz-roten erleben würden. Wir hatten uns ja schon in der Halbzeitpause kurz ausgetauscht – und wir waren beide sicher – hier kann noch was passieren. Und es passierte etwas wirklich Großartiges! Unsere Werkself kämpfte, spielte und holte sich das Match in der BayArena zurück. Und auf einmal war er da – dieser Funke, der nicht nur auf unsere Fans im C-Block übersprang. Ich habe mich umgedreht und hinter mir standen Menschen und klatschten und schrien, deren Hinterteile sonst eine innige Dauerbeziehung mit der Sitzschale pflegen. Und was mich beeindruckt hat: Nach dem 2-3 für den BVB habe ich so viele Fans gesehen, die sofort wieder für unser Team da waren. Es war dieses „Niemals aufgeben!“ – Credo, das an diesem Abend die BayArena mit einem „Wir-Gefühl“ füllte, das sich schon in den letzten Spielen des alten Jahres andeutete. Es aber jetzt – nach einer Niederlage und dem Verlust von Platz Zwei – so zu erleben, das hatte schon etwas ganz Besonderes.

Auch dieser kurze Moment nach dem Spiel, als die Mannschaft erst ein wenig zögerlich den Weg Richtung Kurve fand, war bemerkenswert. In den Gesichtern unserer Spieler war die Enttäuschung deutlich zu sehen. Aber als sie der Kurve näher kamen und die „Wir sind stolz auf unser Team“-Gesänge immer deutlicher wurden, hatte ich den subjektiven Eindruck, einen Hauch von Entspannung und Anflüge eines Lächelns entdeckt zu haben. Einige Trikots landeten in den Händen begeisterter Fans – die von Stefan Kießling und Sebastian Boenisch, der seinen Vertrag mit der Werkself bis 2016 verlängert hat (sicher eine „News der Woche“ – nicht nur für unsere Cathy).

In Mönchengladbach kann es nur ein Ziel geben: den nächsten Dreier für die Champions-League! Und ich bin sicher, es wird gelingen. Cathy und ich sind am Karnevalssamstag im schwarz-roten Block, wenn es für die Mannschaft mit ihren Fans wieder heißt: „Wir für euch – ihr für uns!“

Und wie beurteilt ihr die Leistung und die Einstellung von Fans und Mannschaft gegen den BVBAntworten und Diskussionen gerne hier als Kommentar, oder auf unserer Facebookseite.

Drei Punkte für Kies

Nach dem grandiosen Auftakt am vergangenen Wochenende geht es am Samstag nun gegen Freiburg. Dieses Mal, ohne die Befürchtung auf einen Ex-Spieler zu treffen, an den ich schon einmal mein Herz verloren habe. Auch auf die Statistiken möchte ich verzichten. Die sprechen eine recht deutliche Sprache und auch wenn es kein leichtes Spiel wird, so sagen die Zahlen doch einen Sieg unserer Jungs voraus.

Ja, wenn die Zahlen dann so ein Spiel entscheiden können. Das tun sie aber nicht, was heißt, wir treffen auf einen Gegner, der es in sich hat und in dieser Saison schon viel Kampfgeist beweisen konnte. Freiburg hat sich in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gedrängt, spielt konstanter und greift dieses Saison nun auch auf die internationalen Plätze an. Freiburg will oben mitspielen und wenn sie gewinnen, können sie theoretisch auf den vierten Tabellenplatz rutschen.

Trotzdem glaube ich, dass wir Chancen auf drei Punkte haben. Wir wollen den Anschluss an die Bayern nicht verlieren, wie haben die letzten Spiele einen immensen Kampfgeist und Spielfreude gezeigt. Wir haben eine top Mannschaft, die inzwischen auch zueinander gefunden hat. Und vor allem steht Kies 100 Ligator an. Ich bin recht zuversichtlich, dass er sich das zum Geburtstag (für alle die es noch nicht mitbekommen haben: der Gute wird heute 29) schenken wird. Und wenn er gut drauf ist, macht er gleich zwei und reiht sich damit in die Liste der Spieler ein, die gegen Freiburg die meisten Tore in einem Spiel geschossen haben. Dafür sind tatsächlich nur zwei Treffer nötig.

Abergläubische würden an dieser Stelle zwar darauf hinweisen, dass drei der fünf besten Treffer in dieser Saison nicht mehr in Leverkusen sind (Ballack, Barnetta, Derdiyok) aber ich denken, das sollte uns nicht abschrecken. Ich glaube an einen klaren Sieg. Mindestens ein 2:1, auch wenn es sicher nicht ganz so leicht wird. Das letzte Spiel gegen Freiburg haben wir gut gewonnen, das davor nicht. An das Spiel kann ich mich nicht mehr erinnern. Um so besser ist mir in Erinnerung geblieben, wie ein paar Leverkusenfans versucht haben, den Freiburgern Robin Dutt mitzugeben. Vergeblich. Man tätschelte uns mitleidig die Schulter und wünschte uns für die sportliche Zukunft alles Gute. Ich bin mir ganz sicher, diese Szenen wird nach dem Spiel niemand sehen. Unser Trainergespann wird sicher wieder den richtigen Riecher beweisen und die perfekte Mannschaft auf den Rasen schicken. Und dann können wir uns zusammen über drei weitere Punkte freuen.