Aus dem Fanarchiv: Januar 2012 – Barbecue in Bremen!

Ich habe auf meiner Festplatte einen Bericht gefunden, der im vergangenen Jahr auch im BayArena-Magazin erschienen ist. Mit unserem Fanclub „Haberlands Erben“ ging es zur Grilltour nach Bremen. Da ich so schöne Erinnerungen an die Tour an die Weser habe – hier ein Griff ins Fanarchiv vom 28. Januar 2012.

Barbecue in Bremen – Ein Reisebericht 

Samstagabend, 18.00 Uhr, ein Parkplatz an der A1, kurz hinter Bremen. Die Autos donnern in regelmäßigen Abständen an uns vorbei und die wenigen Parkplatzbesucher wirken verwundert und irritiert. Denn trotz Kälte und Dunkelheit feiern wir – rund 30 Fußballfans der Werkself, die gerade einen Punkt bei Werder Bremen geholt hat – eine lustige Grillparty an diesem ungemütlichen Fußballsamstag. Mit dabei, alles was zu einem richtigen Barbecue gehört: Brötchen, selbstgemachte Salate, Koteletts, Würstchen, Ketchup, Senf und Bier. Seit sieben Jahren sind das die Tour-Zutaten für den Fanclub „Haberlands Erben“, wann immer es die Werkself und ihre Fans nach Bremen zieht. Eigentlich ist das Weserufer die traditionelle Location für die Grillpartie der „Erben“ und ihrer Gäste, aber in dieser Saison musste schon bei der Abfahrt in Leverkusen umdisponiert werden.

Haberlands Erben - Barbecue in Bremen

Haberlands Erben – Barbecue in Bremen

Rund 10 Stunden vorher sollte meine erste Grilltour mit den Schwarz-roten aus der Farbenstadt losgehen und alle waren pünktlich. Nur auf den Bus warteten wir zunächst vergeblich, der rollte rund 45 Minuten zu spät auf den Parkplatz unter der Stelze, aber er rollte und das war schließlich die Hauptsache. Die Fahrt im Reisebus mit den Haberlands Erben, einigen Vikings und einem Grizzly (auch Fans ohne Fanclub-Mitgliedschaft waren dabei) startete mit Verspätung, aber mit jeder Menge guter Laune, viel Musik und einer ausreichenden Menge fester und flüssiger Verpflegung. Nur eins war klar: das mit dem Grillen am Weserufer könnte knapp werden, also einigten wir uns mit dem lustigen Busfahrer Achim auf einen Grillstop nach dem Spiel.

Mit unserem Fanbeauftragten Paffi besetzte ich die hinterste Bank des Busses und die Fahrt nach Bremen verlief glatt und ohne besondere Vorkommnisse. Mal abgesehen von einigen ungewohnten Klängen, zumindest was meine Ohren betraf. Zwischen den erwarteten Fußball- und Rocksongs spuckten die Boxen – unmittelbar über meinem Kopf platziert – auch solche Texte aus: „Lotusblume hab ich dich genannt, als die rote Sonne in Japan versank“, oder auch dieses mir völlig unbekannte Gesangswerk „Ich fand das ganz große Glück in einem Zug nach Osnabrück“ – wer es mag … !

Die Werkself erkämpfte sich bekanntermaßen einen Punkt im Weserstadion, mit dem wir alle dann doch irgendwie zufrieden waren, und wir konnten den Busparkplatz am Stadion pünktlich verlassen. Höchste Zeit, denn den meisten Mitreisenden konnte man den Hunger auf Würstchen und Salat ansehen, der ja eigentlich schon vor Stunden hätte gestillt werden sollen. Aber wir Fußballfans sind ja hart im Nehmen und die Aussicht auf unser Bremen-Barbecue hielt uns alle bei bester Laune.

Wir mussten auch nicht lange fahren, bis Achim den Blinker rechts setzte und den Bus unmittelbar vor dem Toilettenhäuschen – wie praktisch – parkte. Was folgte, sah routiniert und geübt aus: Schwenkgrill aufbauen, Kohle anzünden, kurz durchglühen lassen, Fleisch auflegen. Grillen in Bremen! Wie kommt man denn bloß darauf? Ein Frage, die mir der „Chef“ der Haberlands Erben, Carsten Cramer, beantwortete:

„Alles begann in der Saison 2005/2006. Die Parkplatzsituation in Bremen war eine Katastrophe und die Abfahrt dauerte ewig. Einem unserer Mitfahrer kam dann, wohl mehr aus Spaß, die Idee: man könnte sich ja einen Einweggrill holen und auf dem Parkplatz grillen. Gesagt getan! Einweg-Grill und Würstchen holten wir an einer Tankstelle und nach dem Spiel wurde auf dem Parkplatz gegrillt. Es gab einige Bremer, denen die Idee gefiel. Die Polizei war überrascht, hatte aber keine Einwände.“

Weserstadion - Carsten und Klaus

Weserstadion – Carsten und Klaus

Aus der spontanen Idee wurde eine Tradition, die immer mehr Anhänger fand. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein großer Reisebus gemietet, der die Werkself-Fans auf den Parkplatz an der A1 brachte. Und denen fehlte es wirklich an gar nichts. Die selbstgemachten Salate waren klasse, die Brötchen knusprig und das Fleisch professionell gegrillt – dazu heiße und interessante Diskussionen rund um den Fußball im Allgemeinen und Bayer 04 im Besonderen.

Gegen 20.00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Leverkusen. Zurück blieb ein Parkplatz, dem man nicht ansehen konnte, dass hier kurz zuvor ein Grillfest mit 30 Fußballfans stattgefunden hat – und auch das gehört dazu, wir Carsten mir erklärte: „Wichtig ist uns als Haberlands Erben, dass bei der Aktion kein Müll zurück bleibt. Der wird entweder mitgenommen und dann in Leverkusen entsorgt, oder wir entsorgen ihn direkt am Grillort, in öffentlichen Mülleimern.“

Ich war satt und müde, als ich kurz vor Mitternacht wieder zu Hause war, aber ich habe mir eins fest vorgenommen. Bei der nächsten Grilltour der Haberlands Erben bin ich wieder mit dabei und an dieser Stelle habe ich eine kleine Bitte an die Verantwortlichen bei der DFL. Wenn der Spielplan für die Saison 2012 / 2013 erstellt wird, dann achtet doch bitte auf eine Spielpaarung ganz besonders: Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen. Ich persönlich würde mir ein Spiel im Frühjahr, oder im Sommer wünschen. Ihr wisst schon, wegen Weserufer und Barbecue in Bremen!

Auch wenn es in diesem Jahr kein Barbecue an der Weser gab – zumindest war ich nicht dabei – war Bremen 2012 sicher eine Reise wert.

Klaus

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Was bleibt, ist ein gutes Gefühl – ein erster Rückblick

Zu dieser Zeit im Jahr ist es gute Tradition geworden, ein Fazit zu ziehen. Man besinnt sich darauf, was in den vergangenen 12 Monaten passiert ist und das möchte ich auch tun. Nun gut, nicht ganz. Ich habe zu erst auch überlegt, euch einen Jahresrückblick zu präsentieren, möchte mich aber doch nur auf die Hinrunde beschränken.

Es war ein turbulentes Jahr für den Bayer, keine Frage, aber die letzte Saison ist für mich abgehakt und vorbei. Auch wenn es genug Grund zur Skepsis gegeben hat, bin ich doch zuversichtlich im Sommer gestartet. Leicht wehmütig, denn irgendwie fehlte durch Renés Weggang doch etwas für mich, aber trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl. Damit war ich zum Glück nicht alleine, auch wenn ich mich an den ein oder anderen Skeptiker erinnern kann. Aber das kann ich auch niemandem verübeln. Unsere Trainersituation glich einem riskanten Abenteuer – zwei junge Männer, die sich den Job teilen und beide auf ihren Positionen noch keine großen Erfahrungen in der ersten Liga sammeln konnten.

Was sie aber mitbrachten war ein Gespür für die Mannschaft – die nun auch endlich wieder eine ist und für die Stärken der Einzelnen. Sami Hyypiä schreibe ich unsere stabile Abwehr zu und Sascha Lewandowski hat mehr als einmal bewiesen, dass er ein würdiger Trainer für die erste Liga ist. Auch bei unseren Jungs hat sich einiges getan. Spieler die mir in der letzten Saison wenig gefallen haben, blühen auf einmal auf und demonstrieren, dass sie tatsächlich angekommen sind, wie etwa Ömer Toprak. Dann sind da Neuzugänge wie Philipp Wollscheid oder Daniel Carvajal die mir nicht nur ein bisschen gefallen, sondern die ich schlichtweg großartig finde.

Aber auch Hajime Hosogai gefällt mir richtig, richtig gut. Als klar wurde, dass uns Kadlec länger fehlt, habe ich die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und einen Moment lang überlegt, wie wir ihn ersetzten sollen. Aber inzwischen macht Hosogai seinen Job so gut, dass er für mich dauerhaft in Sichtweite gerückt ist. Eine weitere Überraschung ist sicher auch Gonzalo Castro. Es ist, als sei er endlich aufgewacht und hat seine Spielfreude dauerhaft gefunden. Ihm zuzuschauen macht mir richtig Spaß!

Meine Spielerzusammenfassung möchte ich mit zwei besonderen Herren abschließen. Zum einen haben wir da Andre Schürrle. Wer mich kennt, weiß dass ich kein sonderlich großer Fan von ihm bin. Seit dem er bei uns ist rennt er seiner Form hinterher und scheint nie so ganz angekommen zu sein. Doch das scheint sich grade zu ändern. Ich habe tatsächlich in dieser Saison mehr als einmal von mir gegeben, dass er mir doch recht gut gefallen hat. Das ist noch keine Liebe – aber immerhin ein Anfang. Dennoch ist Liebe ein gutes Stichwort. Was Andre in so vielen Monaten nicht gelungen ist, hat ein junger Mann in nicht mal vier Wochen geschafft. Ich muss gestehen ich bin so ein bisschen verliebt in Sebastian Boenisch. Es war von Anfang an klar, dass er erst einmal als Backup ins Team kommen würde, dennoch hat er sich wie kein zweiter so schnell in die Mannschaft eingefügt. Beim Spiel gegen Hamburg hatte ich das Gefühl, er würde schon Jahre bei uns spielen. Er hat gekämpft, geflucht und geackert und war dabei passgenauer als manch anderer, der schon länger in Leverkusen ist. Ich bin begeistert und hoffe sehr, dass wir ihn halten werden.

Aber nicht nur was das Team angeht war es eine besondere Saison. Bisher habe ich mich immer geweigert, mit zu Auswärtsspielen zu fahren. Das hat sich ja inzwischen erledigt. Ich habe meine erste Auswärtstour hinter mich gebracht und war in Bremen. Und was soll ich sagen? Es war großartig! Ich habe nicht nur ein tolles Spiel gesehen, die Stimmung war großartig und ich habe ganz wundervolle Menschen kennen gelernt. Ich denke, ich kann sicher sagen, dass es nicht das letzte Mal war.

Was nun bleibt ist ein gutes Gefühl. Ich gehe mit viel Optimismus in die Rückrunde und freue mich auf die inzwischen wirklich gute Stimmung in der Bayarena. Ich freue mich auf viele Siege, gute Spiele und darauf, vielleicht noch den ein oder anderen von euch kennen zu lernen! An dieser Stelle bleibt mir nur, euch fürs Lesen zu danken. Kommt gut rein in 2013. Wir sehen uns vielleicht im Stadion, sicher aber hier und auf Facebook.