Frust! Frust über Dummheit und den Mangel an Respekt!

Mir fällt es außerordentlich schwer, ein paar vernünftige, grammatikalisch korrekte Zeilen aufs Papier zu bringen, denn ganz ehrlich? Ich war lange nicht mehr so enttäuscht und traurig. Das was sich nach dem letzten Spiel in Fankreisen auftut ist gelinge gesagt abartig. Wir haben nur einen Punkt mitgenommen und kein Tor geschossen. Das ist frustrierend und diesen Frust lasse ich gerne jedem. Ich bin es auch – denn ich hatte mir einen klaren Sieg gewünscht. Naja, das Leben ist nun mal kein Ponyhof und Fußball ist noch immer ein Sport.

Das was sich zur Zeit im Internet abspielt – grade auf Facebook, das hat mit Fußball, dem Fan sein und auch mit Frust nichts mehr zu tun. Da werden Spieler nicht nur in Gruppen beleidigt, nein, das Ganze hat sich jetzt auf die Seiten der Spieler verirrt. Dort werden sie ganz offen beschimpft und angegriffen und zwar in erhöhtem Maße.

Ich weiß und bin mir sicher, dass die Mehrheit der Leute, die hier mitlesen darüber genau so entsetzt sind, wie Klaus und ich – deswegen seid ihr mit den nächsten Zeilen auch nicht angesprochen, aber es muss raus, sonst platze ich!

Ganz ehrlich? Ist euch nicht bewusst, dass am anderen Ende des PCs Menschen sitzen? Ist euch nicht klar, wie verletzend Worte sein können? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr so angegriffen würdet? Und ihr nennt euch Fans? Das Konzept solltet ihr überdenken! Mobbing ist immer ein no go und eure Beschimpfungen und Anfeindungen fallen genau darunter! Denkt ihr, dass ein Spieler – dem es dank solcher Anfeindungen wahrscheinlich noch schlechter geht als vorher – beim nächsten Spiel besser ist? Ganz sicher nicht. Das ist bloß zusätzliche Belastung.

Jeder der sich über die Verfassung unserer Jungs beschwert, sollte vielleicht seinen Job als Fan ernster nehmen. Es ist und bleibt die Aufgabe unserer Trainer den Spielern für nicht erbrachte Leistung den Arsch aufzureißen – nicht unserer! Ich sage es gerne ein weiteres Mal: Das sind alles Menschen! Behandelt sie mit dem gleichen Respekt, mit dem ihr behandelt werden wollt!

So, genug geschimpft! Für mich geht die ganze Konzentration auf Samstag und unser nächstes wichtiges Spiel.“ Wie sieht es bei dir aus Klaus? Magst du auch noch etwas dazu sagen?“

„Aber sicher Cathy!“ Eins vorweg: Fans dürfen und sollen kritisieren. Fans haben das Recht, sich über schwache Leistungen und verpasste Chancen aufzuregen! Weil Fans trotzdem hinter ihrer Mannschaft stehen und auch nach noch so miesen Darbietungen den nächsten Spieltag nutzen, um wieder alles für das Team zu geben. Einige sind in ihrer Kritik laut und deutlich, andere eher zurückhaltend. Was uns vereint, ist der Blick nach vorne und die Unterstützung für das Team – ob im Stadion, oder auch hier im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich habe ja schon am Sonntagabend die eine oder andere Diskussion zu dem Thema geführt – da, wo sich diskutieren gelohnt hat.

Über die Vollpfosten, die du angesprochen hast, will ich mich gar nicht mehr aufregen, da ich sie sowieso nicht zu den sogenannten Fankreisen zähle. Hier wird Facebook zum Medium für Schreihälse, denen sonst niemand zuhört. Ich habe immer das Gefühl, diese   „Gefällt mir-Klick-Sammler“ fühlen sich persönlich beleidigt, wenn ihre Mannschaft verliert und kommen nicht damit klar, auch mal zu den Verlierern zu gehören: „Hey Erfolgsfans, kein Problem. Sucht euch einfach einen anderen Verein – wir freuen uns!“

Ich spreche hier natürlich nicht über euch – das ist klar! Ich weiß, dass viele von euch am Sonntag auch sehr enttäuscht und gefrustet waren – das habt ihr geäußert und das war so auch ok! Aber: Wer unsere Spieler (und auch die Menschen aus dem Club, die nicht unmittelbar auf oder neben dem Platz stehen).beleidigt, beschimpft und ihnen Verletzungen wünscht – der fällt bei mir definitiv nicht in die Kategorie Fan. Egal, ob er noch nie ein Spiel live gesehen hat, oder ob er sich mit seinen Vereinsfarben um den Fußballglobus gedreht hat.

Und noch was: Wir sind Tabellendritter der Fußball-Bundesliga und liegen einen Punkt hinter dem Meister aus Dortmund. Da jammern einige mal wieder auf ganz hohem Niveau!

Und jetzt konzentrieren wir uns auf den Samstag und das Spiel gegen Stuttgart. Mit einer Werkself, die alles geben wird und ihren Fans, die sie 90 Minuten lang bedingungslos unterstützen werden – da bin ich mir sicher!

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Auf Wiedersehen Europa – hallo Fürth

So, das war es also mit der Europa League. Ich habe das Spiel nicht gesehen – ich lag krank im Bett und habe geschlafen. Wenn ich mir einen Großteil der Kommentare auf Facebook und Twitter zu dem Spiel durchlese, war das nicht die schlechteste Entscheidung.

Ich habe nach wie vor den Vorsatz: ich schreibe nichts über Spiele, die ich nicht gesehen habe. Dabei bleibe ich auch. Was bleibt ist die Tatsache, dass wir raus sind und das alles ein wenig so klingt wie immer. Schürrle ist doof, Schürrle trifft und ist toll, keiner verwandelt Boenischs Flanken und schon wieder wird mächtig Zeit geschunden.

Genau da kommt jetzt auch mein Einsatz. Zum Spiel kann und will ich nichts sagen, aber zum Zeitschinden, da habe ich ne Meinung. Es gibt tatsächlich kaum etwas, das ich unsportlicher finde. Leider ist es eine Unart, die nicht vom Platz zu bekommen ist und ich finde es schon fast putzig, wie sich Spieler darüber aufregen, denn wenn wir mal ehrlich sind: wenn es darauf ankommt, schinden sie alle Zeit.

Warum muss man so etwas machen? Im Grunde stellt man sich durch dieses Verhalten ein Armutszeugnis vom Feinsten aus. Traut man sich selber nicht zu, nur durch die eigene Leistung zu gewinnen? Sieht man den Gegner als zu stark an und sich selber als zu schlecht? Fakt ist und bleibt: es ist grob unsportlich und ich würde mir wünschen, dass es öfter mit Karten geahndet wird auch wenn es Leverkusen damit des öfteren auch erwischen würde.

Was ich aber auch des öfteren gelesen habe, ist dass wir die klar bessere Mannschaft waren und leider das größere Pech hatten. Kann ich nichts zu sagen, aber das ist etwas, das ich in letzter Zeit auch recht häufig gedacht habe. Wir schaffen es bis vors Tor, haben viele Abschüsse, kriegen das Runde aber nicht ins Eckige. Das Nervt und daran sollte sich tatsächlich etwas ändern. Aber kann man das wirklich üben? Ich hoffe es. Was unsere Jungs ganz klar angehen sollten sind Standardsituationen. Freistöße und Ecken sind bei uns weitestgehend ungefährlich und das, obwohl wir doch einige große Spieler im Kader haben.

Das Thema Europa ist jetzt für mich durch. Gedanken werde ich mir da erst wieder drüber machen, wenn wir wieder international spielen – also hoffentlich in der nächsten Saison. Jetzt geht es erst einmal gegen Fürth. Das ist ein Spiel, das ich nicht wirklich einschätzen kann. Grundsätzlich könnten wir dort locker gewinnen, aber wer weiß, was dort nach dem Trainerrauswurf alles möglich ist? Ich hoffe, dass unsere Jungs fit genug daran gehen und am Ende mit drei schönen Punkten nach Hause fahren.

Was meinst du Klaus?“

„Na klar Cathy, die drei Punkte aus dem Frankenland habe ich fest eingeplant.“ Es wird sicher keiner dieser vielzitierten Selbstläufer, das werden die Fürther mit Einsatz und Leidenschaft zu verhindern wissen. Für viele Spieler ist so ein Trainerwechsel ja die Chance auf einen Neuanfang im Team. Allerdings sollten uns die Personalentscheidungen der Fürther nicht wirklich interessieren und ein Erfolg unserer Schwarz-Roten als Pflichtaufgabe betrachtet werden. Die Mannschaft hat es aufgrund ihrer Klasse selbst in der Hand und sollte mit dem Anpfiff zeigen, dass es für die Gastgeber im Trolli Stadion nichts zu holen gibt. Eins können wir uns im Kampf um die Champions-League nicht leisten: Punktverluste beim Tabellenletzten!

Und das ist ja unser klares Ziel: die Champions-League-Hymne in der BayArena zu hören und wieder zu den Besten in Europa zu zählen. Ob als zweiter oder dritter – egal!

Und dass unsere Jungs in der Königsklasse der europäischen Kickerelite mitspielen können, davon bin ich überzeugt. Wer gegen Benfica Lissabon SO ausscheidet, der kann sich auch mit der einen oder anderen Truppe messen, die in der Champions-League noch dabei ist. Aber dazu muss natürlich alles stimmen und der Ball dorthin, wo er dem eigenen Erfolg am ehesten dient – in das Tor des Gegners! Und da sind wir auch schon beim Thema, wie ein Blick auf die Bayer-04-Homepage zeigt:

  • „Dafür boten sie Benfica einen großen Kampf. Aber irgendwie wollte diese verdammte Kugel nicht ins Tor! Zweimal Pfosten! Ein Millimeter-Abseitstor. Was für ein Drama…“ (Express)

  • „Dieses Aus musste nicht sein! Bayer 04 hat den Pfosten-Fluch.“ (Bild) 

  • „Pfostentreffer stehen Erfolg im Weg. Der Tabellendritte der Bundesliga übernahm im Estadio da Luz sofort das Kommando und spielte couragiert nach vorne.“ (Kölnische Rundschau)

  • „Bayer 04 scheitert in Lissabon am Pfosten.“ (Rheinische Post online)

Kampf, Courage und Engagement – das habe ich auch gesehen. Ich muss dazu sagen, dass ich nur Zeuge einer tonlosen Übertragung der Konferenz im Münchner Bergwolf war. Das gesamte Spiel kann ich nicht einordnen. Aber schon während der ersten Bissen einer fantastischen, scharfen Currywurst (mit Pommes Schranke vom Feinsten) hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. Bei jeder Einblendung aus Lissabon war die Werkself in ihren weißen Auswärtstrikots am Ball und spielte und kombinierte munter nach vorne. Für uns (BayArena-DJ Alex war mit dabei) war es nur eine Frage der Zeit, wann dieses dringend benötigte „frühe Tor“ endlich fallen würde. Chancen gab es – mehr als genug!

Aber knapp vorbei ist auch daneben und Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Eine Was-Wäre-Wenn-Diskussion bringt nichts. Ob Pech oder Glück, verdient oder unverdient – das spielt am Ende keine Rolle. Die Portugiesen haben zwei Tore aus den drei Chancen gemacht und wir eben zwei Tore zu wenig geschossen. Trotzdem: die Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt, deren Fortsetzung am Sonntag den nächsten Dreier in der Bundesliga zur Folge haben sollte. Das Spiel in Fürth werde ich mir dann hoffentlich wieder in voller Länge am TV anschauen können. Cathy und ich werden sicher das eine oder andere Wort darüber verlieren.

„Und Cathy – zu deinem Zeitspiel-Einwurf“: Ja, offensichtliches Zeitspiel nervt. Vor allem über Torhüter, die sich mit dem Ball stundenlang unterhalten bevor sie ihn wieder ins Spiel bringen, kann ich mich aufregen. Ob es grob unsportlich ist, weiß ich nicht – muss jeder für sich entscheiden. Am Ende ist es immer eine Entscheidung der Schiedsrichter, wann die Grenzen des Erlaubten überschritten sind und dann muss entsprechend sanktioniert werden. Ich gehe davon aus, dass die Nachspielzeit in Zukunft weiter zunehmen wird. Halbzeiten, die dann mindestens 50 Minuten dauern, werden wir immer häufiger erleben.

Nur 48 Stunden: Ein Sieg, eine Niederlage und viele Gedanken

Das war es also, unser Spiel gegen Augsburg. Sichere drei Punkte. Das wird nicht schwer. Das war der Grundtenor vor dem Spiel und ich habe es auch geglaubt. Jetzt stehe ich da und bin um einige Erkenntnisse reicher. Augsburg hat uns nicht nur gezeigt, dass wir ein Problem im Mittelfeld mit engen Räumen haben, das unser Mittelfeld an sich gestern ein großes Problem war aber auch dass Kies ein ganz Großer ist.

Ich war nie ein übermäßiger Kies-Fan. Er ist ein toller Spieler und ist super wichtig für die Mannschaft, aber ich habe meinen Fokus nie (nur) auf ihn gelegt. Gestern hat er aber mal wieder gezeigt, wie großartig er sein kann. Im Sturm ist er ja ohnehin sehr gut aufgehoben, aber wenn es gestern in der Abwehr eng wurde, dann war er da und wenn es im Mittelfeld mal wieder nicht weiter ging hat er die Bälle geholt und verteilt. Wenn ich ganz ehrlich bin, hat er mir im Mittelfeld gestern besser gefallen als all unsere gesetzten Mittelefeldspieler. Ohne da jetzt auf Namen rumzureiten: ein großer Teil unseres Mittelfelds hat mir gestern so gar nicht gefallen.

Dennoch zählen am Ende diese drei, wirklich wichtigen Punkte. Wir haben den Anschluss an Dortmund nicht verloren und das ist gut. Es gibt noch einiges zu tun, für unsere Jungs – aber das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Ich habe gestern auf jeden Fall sehr gezittert und konnte mich auch erst nach dem Abpfiff halbwegs entspannen.

Entspannung ist dabei auch das Stichwort. Habe ich vor zwei Wochen noch den D-Block gelobt? Vergesst es. Es tut mir wahnsinnig leid, für die Einzelnen, die da alles geben, aber das war gestern ein Trauerspiel. Da wurde nicht mal mit geklatscht und das obwohl der C-Block und auch D1 und weite Teile von D2 alles gegeben haben und wirklich großartig waren. Das macht mich traurig, denn wie sehr unser Anfeuern beflügeln kann, hat man in dem Spiel gegen Dortmund doch gesehen. Nur weil der Gegner Augsburg heißt, muss man sich nicht derart hängen lassen. Oder nutzt ihr die Fastenzeit und verzichtet auf Stimmung? Fänd ich persönlich ja sehr schade.

Das war nicht das einzige Spiel diese Woche. Donnerstag ging es schon hoch her in der BayArena.

„Klaus, wie war das Spiel für dich?“

Cathy, es war vor allem eins: nass, kalt und auf meiner Position direkt zwischen den Spielerbänken vor allem mit einer völlig neuen Perspektive versehen. Das ist schon spannend, direkt bei den Akteuren zu sitzen.

Ansonsten habe ich ja schon einen kleinen „Einspruch“ erhoben – nicht gegen das Spiel unserer Werkself, sondern gegen die Art und Weise, wie in einigen Kreisen mit der Niederlage umgegangen wurde. Dieses ganze Rotationsthema will ich hier gar nicht mehr aufwärmen. Aber vielleicht sollte eins zu Denken geben: Die am Donnerstag von vielen so vermisste (entschuldigt den Ausdruck) „A-Elf“ hat gegen den Tabellenvorletzten der Bundesliga mal so eben 2-1 gewonnen – macht mit diesem Satz, was ihr wollt!

Am Donnerstag ging es gegen eine europäische Topmannschaft und unsere Schwarz-roten haben nicht nur auf Augenhöhe mitgespielt. Nein, sie waren die bessere Mannschaft. Dass wir uns dafür nicht viel kaufen können weiß ich auch. Aber für das Spiel am Donnerstag in Lissabon sehe ich noch jede Möglichkeit des Weiterkommens. Wie gesagt – die Berichterstattung in einigen Medien werde ich nicht weiter kommentieren, aber wenn ich nach dem Spiel im Radio höre „Leverkusen hat den Sieg nicht verdient gehabt“, dann frage ich mich ernsthaft, ob der Kollege von WDR 2 tatsächlich das gleich Spiel gesehen hat, wie ich!

Zu diesem vielfach postulierten „Arbeitssieg“ gegen Augsburg hast du die wesentlichen Dinge ja auf den Punkt gebracht, Cathy. Das sind eben diese Tage, an denen einem mal wieder klar werden sollte, dass Spektakel schön sind, aber am Ende nur wirklich sinnvoll mit einem Sieg für unsere Jungs . Drei Punkte – alles was zählt! Wenig Glanz, wenig Überragendes, aber immer wieder reingekniet und am Ende belohnt worden.

Ergänzend zu deiner schönen Hommage an unseren Kies: beispielhaft, wie er überall dort zu finden war, wo es nötig war. Eine Szene hat mich besonders beeindruckt. Es war so um die 75. Spielminute, oder etwas später, als man Stefan ansah, dass er so langsam die Fußballschuhe gerne ausgezogen hätte. Aber was macht der Bursche? Erkämpft sich den Ball und leitet einen Angriff der Werkself ein. Nicht in der Hälfte des Gegners, sondern an der eigenen Eckfahne!

Ein paar Sätze noch zur Stimmung in der BayArena, zum Support unserer Fans: Was da aus dem Norden des Stadions bei mir im Westen ankam war einfach nur großartig. Und wenn ich den Norden meine, dann meine ich alle, die mit dabei waren – egal in welchem Block. Aber gerade von meiner neuen Position kann ich den Support natürlich besonders schön beobachten. Und ich muss dir recht geben: geht es weiter weg vom C-Block wird es immer dünner, aber das ist ja nichts Neues. Einigen Zuschauern (und ja, es werden weniger) macht es einfach nur dann Spaß, wenn sie sich als Teil eines Fußballfestes fühlen dürfen. Bietet die Werkself dann nur fußballerische Alltagskost, kümmert man sich halt um seine Butterbrotdose und hofft, pünktlich im Pendelbus zu sitzen. Aber auch das gehört zu Leverkusen!

Seht ihr das alles anders? Oder genau so?

Schreibt eure Kommentare hier im Blog, oder auf unserer Facebookseite!

Übrigens: Den Sieg der Dortmunder gegen Frankfurt fand ich richtig gut 🙂 (Klaus)

„Einspruch“ … gegen die B-Elf!

Nach der EURO-Niederlage gegen Lissabon machte – mal wieder – ein seltsamer Begriff die Runde in Fan- und Medienkreisen: Die B-Elf!

Ich kenne die B-Klasse, die B-Säule, B-Ware, Güteklasse B und dann gab es auch mal die Deutsche B-Fußballnationalmannschaft (siehe Wikipedia). Aber eine schwarz-rote B-Elf? Was soll das? Das bleibt wohl das Geheimnis einiger Journalisten und der wenigen selbst ernannten Top-Trainer auf der Tribüne und auf der heimischen Couch.

B-Elf! Das klingt für mich nach Fußball von minderer Qualität und ich frage mich, welcher unserer Spieler denn so eine Bezeichnung verdienen würde. Mit Sicherheit fällt mir da niemand ein – und ich fände diese Klassifizierung auch unverschämt!

Es gibt für Trainer immer aktuelle Zwänge, besondere Gründe und taktische Überlegungen bei der Aufstellung der Mannschaft (Gründe, die übrigens nicht jedem Kritiker bekannt sind). Das Ziel ist immer der Erfolg und jeder Trainer ist davon überzeugt, die jeweils richtige Elf auf das Feld zu schicken. Dass am Ende auch mal eine Enttäuschung stehen kann, ist im Fußball normal. Und wäre es anders – es wäre ja einfach: Immer die A-Elf aufstellen und dann läuft es schon (nur seltsam, dass auch mit den so vehement vermissten und geforderten Spielern nicht alle Spiele gewonnen wurden).

Bei uns steht keine A-Elf und auch keine B-Elf auf dem Platz. Egal, wer gerade spielt – es ist immer unsere Werkself! Das wissen wir, das wissen unsere Fans und das werden wir auch heute gegen Augsburg erleben: Wir für euch – ihr für uns!

In diesem Sinne und mit schwarz-roten Grüßen
Klaus

Kies kämpft, Kies trifft, Kies schreibt …

… nach dem Unentschieden im Borussiapark auf seiner Facebookseite:

„Unglaublich dass du einfach für so einen Aufwand nicht belohnt wirst. Bringen uns immer selbst in Schwierigkeiten und kommst so zurück. Echt eine geile Moral von der Mannschaft. … !“

Zugegeben – es bedarf keiner besonderen journalistischen Recherche und auch keiner wahnsinnigen Kreativität, um diesen Spiel-Rückblick auf unseren Kies zu fokussieren. Nicht weil er der überragende Spieler war, oder wichtiger wäre für das Team, als andere. Weil er stellvertretend für Vieles steht, was die Mannschaft zurzeit auszeichnet: Einsatz, Moral, Selbstkritik und Fannähe! Aber bevor ich mich den aktuell so positiven Eigenschaften unserer Jungs widme, möchte ich auch noch ein paar Sätze zum Spiel am Niederrhein verlieren.

Ich habe mir nicht lange überlegen müssen, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden sein soll – nein bin ich sicher nicht. Wir haben zwei Punkte verschenkt, die so einfach hätten mitgenommen werden können, wie schon lange nicht mehr. Die Borussia war gestern – die meiste Zeit – kein ernsthafter Gegner und hat es den wenigen, aber deutlich sichtbaren, Schwächen unserer Jungs zu verdanken, dass der Karnevalssamstag nicht zum sportlichen Aschermittwoch wurde. Trotz einer unglaublichen Präsenz und Überlegenheit der Werkself jubelten am Ende die Fohlen über einen eigentlich unmöglichen Punktgewinn. Aber es gibt halt nur eine einzige statistische Zahl, die klare Aussagen zum Ausgang eines Fußballspiels zulässt: die Anzahl der Tore! Ob 99 Prozent Ballbesitz, oder 20 zu 1 Ecken – wenn dem Gegner ein Prozent und eine Ecke zum Sieg reichen, dann spielt Überlegenheit keine Rolle mehr (dieses fiktive Zahlenspiel hat natürlich nur am Rande mit dem Spiel in Mönchengladbach zu tun)!

Schlagzeilen zum Spiel und Meinungen zu einzelnen Spielern findet ihr in den Pressestimmen auf der Homepage der Werkself! Ich werde mich auch diesmal nicht um Fehler und Fehlverhalten einzelner Akteure kümmern, auch nicht um die des Schiedsrichters: Elfmeter nicht gegeben, Tor nicht gegeben! Ja da kann man sich zu recht drüber aufregen. Aber hätten wir drei vermeidbare Gegentreffer verhindert und noch einige der meist klasse herausgespielten Torchancen genutzt – die (Fehl)Entscheidungen der Unparteiischen wären wohl eine wenig beachtete Randnotiz geblieben.

Individuelle Fehler und mangelnde Abstimmung führen oft zu brenzligen Situation, oder wie gestern zu drei Gegentoren. Über die kann man auf dem Platz lamentieren und diskutieren. Man kann aber auch einfach weiterspielen und zum richtigen Zeitpunkt zurückkommen.

Und das ist meine Essenz aus dem Spiel: Wie schon gegen Dortmund hat die Mannschaft Moral und Einsatzwillen bewiesen. Und dass unsere Jungs klasse kicken können, das haben sie auch gestern eindrucksvoll gezeigt. Als der Borussiapark gerade die erneute Führung der Fohlenelf bejubelte, spielte Sebastian Boenisch diesen feinen Pass auf Kies. Stefan beförderte mit seinem 100. Bundesligator die Feierlaune der Fohlenfans postwendend in den Keller und unsere Jungs waren wieder da. Bezeichnend auch die Entstehung des 3-2: Bevor Gonzo fantastisch mit Schü zauberte, erkämpfte sich Kies den Ball in der Hälfte der Borussia und zeigte einmal mehr seinen grenzenlosen Einsatzwillen. Und damit steht er stellvertretend für den Charakter unsere schwarz-roten. Für den auch gestern wieder laut besungenen „Deutschen Vizemeister – SVB!“.

Es macht Spaß mit der Truppe und mit unseren Fans. Auch nach dem späten Ausgleich der Borussia gab es den vollen Support aus der bunt kostümierten Leverkusener Kurve. Noch bevor sich unsere Jungs nach dem späten Ausgleich wieder Richtung Anstoßpunkt orientierten, gingen unsere Hände zum Himmel und produzierten rhythmisches Klatschen bis zum Abpfiff und darüber hinaus. Ich habe schon viele „geile Zeiten“ mit der Werkself erlebt und ich kann mit gutem Gewissen sagen: Die aktuelle Saison ist eine der Schönsten! Und ihr wisst, dass ich solche Aussagen nicht vom sportlichen Erfolg abhängig mache. So wie Cathy ja zuletzt schon geschrieben hat, freue auch ich mich über die Entwicklung von Stimmung und Support. Die Art und Weise, wie die Mannschaft den Weg Richtung Fans sucht und auch findet, trägt sicher auch dazu bei. Kies ist hier sicher auch ein prima Beispiel: Er ist immer für ein Foto mit seinen Fans bereit und über seine Facebookseite lässt er uns auch an seinen (privaten) Gedanken und Stimmungen teilhaben – schön, dass seine Mitspieler hier auch immer aktiver werden.

Und damit sind wir wieder in der sportlichen Realität angekommen. Stefan hat gestern auch gepostet:

 „Jetzt müssen aber wieder einmal Punkte her!“

Die sollten / müssen wir uns am Samstag gegen Augsburg in Leverkusen holen. Vorher steht noch das Hinspiel gegen Lissabon in der BayArena an. Aber bis es soweit ist, wünschen wir euch noch schöne Karnevalstage (soweit ihr euch zur jecken Narrenschar zählt) und sagen zum Schluss natürlich auch noch: „Danke HSV!“

Mit schwarz-roten Grüßen
Klaus

Wir für euch – ihr für uns

Eins ist nach dem Spiel gegen Dortmund ganz klar geworden: wir sind großartig! Und dieses Mal meine ich nicht nur unsere Jungs. Die waren auch klasse, keine Frage. Sie haben grade in der zweiten Halbzeit gekämpft und gespielt, als ginge es um alles. Nein, dieses Mal meine ich vor allem und ganz besonders uns – die Fans.

Ich finde es ist an der Zeit, das recht lustlose Bild, das in den letzten Jahren entstanden ist, zu revidieren. Ich habe grade in der letzten Saison oft erzählt, wie schade ich es finde, dass in unserem Stadion keine Stimmung aufkommen mag. Ich denke seit Sonntag ist wohl jedem klar, dass sich seit dem viel geändert hat. Die Stimmung war zumindest sensationell. Schon nach dem ersten frühen Treffer hatte ich die Befürchtung, dass jetzt alles zusammenbricht. Aber das Gegenteil war der Fall. Der C-Block stimmte an und die Stimmung verbreitete sich. Erst begannen die Leute um mich herum mitzuklatschen. In der zweiten Halbzeit standen sie dann alle und haben mitgesungen.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das gefreut hat. Der D-Block steht. Der D-Block singt. Der D-Block unterstützt seine Mannschaft. Ich weiß, dass das in D-1 immer so gemacht wird und sich auch der ein oder andere in Richtung D-5 dazu hinreißen lässt Stimmung zu machen, aber nicht in dem Ausmaß. Ich kann euch nicht beschreiben, was für ein unglaublich gutes Gefühl das war und ich würde mich gerne bei jedem bedanken, der mitgemacht hat.

Ich habe noch vor dem Spiel erzählt, wie bitter es für mich werden würde, sollten wir verlieren. Ganz ehrlich? So stolz bin ich lange nicht mehr aus den Stadion gegangen. Sicher, unsere Jungs haben zwei, drei echt fieser Patzer gebracht, von denen zwei zu Toren geführt haben, aber selbst das verblasst neben dieser Leistung. Ich habe ewig nicht mehr so viel Kampfgeist gesehen – unsere Mannschaft hat nicht aufgegeben und das haben wir auch nicht. Das war unglaublich und ich kann nicht stolzer sagen: das ist mein SVB und er hat großartige Fans. Was meinst du Klaus?

Da bin ich ganz bei dir, Cathy! Die Stimmung in der BayArena zeigt seit einiger Zeit eine steigende Tendenz, aber so habe ich es schon lange nicht mehr erlebt. Ich habe direkt nach dem Spiel geschrieben: „Nicht glücklich, aber stolz!“ Und das kann ich auch nach zweimal schlafen mit gutem Gewissen wiederholen. Natürlich ist es bitter, dieses wichtige Spiel nicht gewonnen zu haben – obwohl es mehr als möglich war. Viel mehr will ich zu den rein fußballerischen Aspekten auch nicht sagen. Kein „Hätte, wenn und aber“, keine Kritik an Spielern mit vergeben Chancen und unglücklichem Pass-Spiel. Und auch keine Schiri-Schelte, denn der Mann hat mehr richtig gepfiffen, als viele – auch ich – es spontan vermutet haben.

Auch ich stand nach 10 Minuten Kopf schüttelnd und mehr oder weniger fassungslos hinter dem Tor. Aber schon da hatte ich das Gefühl, das wir an diesem Abend kein Debakel unserer Schwarz-roten erleben würden. Wir hatten uns ja schon in der Halbzeitpause kurz ausgetauscht – und wir waren beide sicher – hier kann noch was passieren. Und es passierte etwas wirklich Großartiges! Unsere Werkself kämpfte, spielte und holte sich das Match in der BayArena zurück. Und auf einmal war er da – dieser Funke, der nicht nur auf unsere Fans im C-Block übersprang. Ich habe mich umgedreht und hinter mir standen Menschen und klatschten und schrien, deren Hinterteile sonst eine innige Dauerbeziehung mit der Sitzschale pflegen. Und was mich beeindruckt hat: Nach dem 2-3 für den BVB habe ich so viele Fans gesehen, die sofort wieder für unser Team da waren. Es war dieses „Niemals aufgeben!“ – Credo, das an diesem Abend die BayArena mit einem „Wir-Gefühl“ füllte, das sich schon in den letzten Spielen des alten Jahres andeutete. Es aber jetzt – nach einer Niederlage und dem Verlust von Platz Zwei – so zu erleben, das hatte schon etwas ganz Besonderes.

Auch dieser kurze Moment nach dem Spiel, als die Mannschaft erst ein wenig zögerlich den Weg Richtung Kurve fand, war bemerkenswert. In den Gesichtern unserer Spieler war die Enttäuschung deutlich zu sehen. Aber als sie der Kurve näher kamen und die „Wir sind stolz auf unser Team“-Gesänge immer deutlicher wurden, hatte ich den subjektiven Eindruck, einen Hauch von Entspannung und Anflüge eines Lächelns entdeckt zu haben. Einige Trikots landeten in den Händen begeisterter Fans – die von Stefan Kießling und Sebastian Boenisch, der seinen Vertrag mit der Werkself bis 2016 verlängert hat (sicher eine „News der Woche“ – nicht nur für unsere Cathy).

In Mönchengladbach kann es nur ein Ziel geben: den nächsten Dreier für die Champions-League! Und ich bin sicher, es wird gelingen. Cathy und ich sind am Karnevalssamstag im schwarz-roten Block, wenn es für die Mannschaft mit ihren Fans wieder heißt: „Wir für euch – ihr für uns!“

Und wie beurteilt ihr die Leistung und die Einstellung von Fans und Mannschaft gegen den BVBAntworten und Diskussionen gerne hier als Kommentar, oder auf unserer Facebookseite.

Der Meister kommt: Drei Fragen, sechs Antworten, zwei Tipps!

Für unseren Vorbericht zum Dortmund-Spiel haben wir mal eine andere Darstellungsform gewählt. Einer denkt sich drei Fragen aus, die wir beide unabhängig voneinander beantworten. Wenn es euch gefällt, werden wir das sicher wiederholen – wir freuen uns also auf euer Feed-Back!

Mit Borussia Dortmund kommt der Tabellendritte in die BayArena! Ist das ein Duell der Bayernjäger, oder geht es für beide Mannschaften nur noch um die direkte Champions-League-Qualifikation?

CATHY: „So sehr ich mir die Meisterschaft auch wünschen würde – ich denke nicht dass irgendjemand die Bayern noch einholen kann. Für uns geht es jetzt darum, auf dem zweiten Tabellenplatz zu bleiben und ich glaube auch dass wir das schaffen können. Dabei soll die direkte Champions-League-Qualifikation schon ein Ziel sein, aber das dann auch gerne auf dem zweiten Platz.“

KLAUS: „Das Thema Meisterschaft hat bei mir in dieser  Saison bekanntlich keine große Relevanz, das habe ich ja auch immer deutlich gemacht (doch, ich würde ausrasten, wenn es mal klappen würde). Dieser Platz zwei zur Winterpause und jetzt vor dem Duell mit dem Meister ist mehr, als ich erwartet habe. Ob es überhaupt zu einer Situation kommt, die den Begriff „Bayernjäger“ in den Bereich der Realität rückt (egal für welchen Verfolger), hängt ja in erster Linie von den Münchnern selber ab – und da ist sicher noch alles drin. Wenn wir uns direkt für die Champions-League qualifizieren sollten, wäre das großartig – dann am liebsten als DEUTSCHER-VIZE-MEISTER SVB!“

Dortmund überzeugte zuletzt mit ungefährdeten Siegen (das Testspiel in Köln kommt hier nicht in die Wertung), die Werkself ließ zwei Punkte im Breisgau! Welche Prognosen lassen diese Fakten zu?

CATHY: „Ich denke keine. Wir wissen alle, dass Dortmund eine echt gefährliche Mannschaft ist, die wir nicht unterschätzen dürfen. Das wird am Sonntag kein Spaziergang und die Chance zu verlieren ist auch nicht klein. Aber unsere Jungs haben bewiesen, dass sie selbst die Bayern in die Knie zwingen können, wenn sie sich konzentrieren und alles geben. Ich erwarte ein spannendes Spiel, zwei Mannschaften, die gewinnen wollen und am Ende dann drei Punkte, die in Leverkusen bleiben.“

KLAUS: „Alles wieder auf Anfang – so sehe ich den Kick am Sonntag. Ich erwarte zwei Mannschaften, die zwar nicht mit allen Mitteln die Offensive als einzig mögliches Erfolgskonzept suchen werden, aber schon eher den Weg zum Tor suchen werden. Kein Vergleich mit den Freiburger Zweikampfterriern, aber auch die Dortmunder können kämpfen und natürlich klasse Fußball spielen. Unsere Jungs müssen von Anfang an im Spiel sein und möglichst früh in Führung gehen (was für eine Weisheit). Es wird ein offenes Spiel mit vielen Toren, das erst spät entschieden sein wird – zu unseren Gunsten. Denn eins dürfen wir nicht vergessen – der Meister hat zuletzt gegen den 1. FC Köln verloren :-)“

In den Medien wird fast ausschließlich vom Duell der Bayern und der Dortmunder gesprochen, wenn es um den Titel geht. Wie bewertet ihr den medialen Focus auf die beiden Teams?

CATHY: „Ich finde es schade – aber es ist irgendwie typisch geworden, so dass ich mich nicht einmal mehr darüber ärgern mag. Der Fokus auf die Bayern war schon immer groß. Da spielen die Top-Spieler so vieler Länder, echte Superstars die eingekauft wurden. Das ist immer spannend und Garant für tolle Storys. In Dortmund ist es anders. Da spielen auch Top-Spieler, unter anderem viele deutsche Nationalspieler, die allerdings über Jahre zu einer Mannschaft zusammen gebaut wurden und die zwei Jahre in Folge die Bayern in ihre Schranken gewiesen haben. Das ist spannend, das will der geneigte Leser jeden Tag mit möglichst neuen Details aufgetischt haben. Dabei schwindet der Blick für die Teams die darum sortiert sind. Leverkusen ist ein solches und am Ende jeder Saison kommt irgendwann die mediale Überraschung, wenn wir oben mitspielen und uns festgebissen haben. Ich denke, der mediale Rummel um die zwei Teams macht es ihnen nicht leichter, denn so sind Niederlagen gleich viel schlimmer.“

KLAUS: „So ist der Lauf der Dinge. Superstars und Lautmaler ziehen halt immer. Und natürlich haben die beiden Clubs eine sehr gr0ße Fangemeinde. Dass die meisten Medien den Kampf der Bayern gegen das Team, das ihnen zwei Jahre den Titel geklaut hat, in den Mittelpunkt stellen ist normal und nachvollziehbar. Dass man die Werkself – gerade zum Ende der Hinrunde –  mehr oder weniger übersehen und zum Teil ignoriert hat … mir egal! Sollen die zwei sich um die Quoten kloppen. Wenn dabei die wichtigsten Punkte bei uns bleiben, bin ich auch damit hoch zufrieden.“

Und zum Schluss die konkreten Tipps zum Sonntag:

  • CATHY: 2-1
  • KLAUS: 3-2

Wie sehen eure Tipps aus und wie beantwortet ihr die Fragen zum Spiel?

Kommentare gerne hier im Blog, oder auf unserer Facebookseite!

Vom Fan werden: „Oh, liebstes LEV!“

Ich kann gar nicht genau sagen, warum mir ausgerechnet  jetzt der Gedanke zu diesem Text gekommen ist. Um über die Gründe für Liebe und Leidenschaft zu seinem Verein zu schreiben, gibt es weder einen richtigen, noch einen falschen Zeitpunkt. Im Grunde genommen geht das immer. Auslöser war wohl eine kleine Diskussion unter Bayer 04 – Fans auf Facebook. Sinngemäß hieß es da beispielsweise: „Ich finde es schade, dass der Bayer in Deutschland nicht so eine große Anerkennung hat“, oder „Ich werde blöde angeschaut, wenn ich sage, dass ich Bayer-Fan bin“.

Mal unabhängig von der Tatsache, dass ich beide Aussagen so nicht (mehr) tragen kann und es (mittlerweile) auch anders erlebe, hat sich mir beim Lesen eine Frage gestellt: „Ist es nicht völlig egal was andere dazu sagen, dass mein Fußball-Herz für die Werkself, für einen Rekordmeister, für einen mal mehr mal weniger erfolgreichen Zweitligisten, oder einen schwarz-gelben Doppel- und Dreifachmeister schlägt?

Spielt es eine Rolle, ob mein Verein immer im TV zu sehen ist? Ist es wichtig, dass ich in jeder größeren Stadt Butterbrotdosen, Schnuller und andere Merchandisingartikel in meinen Vereinsfarben kaufen kann? Sollte es mir nicht egal sein, ob ich Blicke des Mitleids oder der Anerkennung zugeworfen bekomme, wenn ich mich als Fan meiner Mannschaft oute?

Ja, sollte es – und es ist mir egal. Denn wäre es mir nicht egal, hätte ich persönlich ein Problem, mich „Fan“ zu nennen – aber das soll bitte jeder für sich entscheiden. Als Fan ist meine Nähe zu einem Verein, einer Mannschaft, in erster Linie durch Emotionen bestimmt. Durch Gefühle, die irgendwann einmal durch irgendetwas ausgelöst wurden: ein unvergessenes Spiel, Familientradition, beste Freunde. Oder das Wichtigste (so vermute ich, wird es bei den meisten sein) – der Verein ist mit Begriffen verbunden wie Heimat, Wurzeln, oder Zuhause.

Mal abgesehen von ein paar Monaten nach meiner Geburt in Köln und den letzten zwölf Jahren, habe ich fast vierzig Jahre meines Lebens in Leverkusen verbracht. Und auch wenn ich nicht immer ein Fan von Bayer 04 war (das begann erst so richtig mit ca. 15 Jahren – 1979) gehörte der Verein doch zu meinem Leben dazu wie die Orte, zu denen ich immer die passenden Bilder habe, wenn ich mal wieder durch die Farbenstadt fahre: Bürrig (Kindheit und Jugend), Rheindorf (die Steppenwölfe), der Wasserturm und das Bayerkreuz (unsere Wahrzeichen), die Dhünn (Fahrradwege und Schlittenberge), der Reuschenberg (Abenteuerwald), die Carl-Duisberg-Schule (Abitur), Rundsporthalle und Kurt-Rieß-Halle (Handball), Sport-Center Samurai (Trainer und Training) – und eben auch das Stadion.

Viel von dem, was mich dann bewegt, finde ich wieder in einer kleinen Hommage von Schauspieler und Bayer-Fan Jan-Gregor Kremp an seine Heimatstadt:

“Oh, liebstes Lev! Pardon, verzeih’, das wird wohl nichts – das mit der Wahl zu Deutschlands schönstem Ort. Und schmink’s Dir ab: Du wirst auch nicht Kulturhauptstadt. Die Dhünn, die Dhünn, die heißt so, weil’s so ist. Doch komm’ ich heim, dann leuchtet mir mein Bayerkreuz. Das war schon so, als ich noch bartlos war. Ich kam zurück von öder Verwandtschaft. Und sah ich’s Kreuz, da wusst’ ich: Ich bin da. Oh, liebstes Lev! Du bist ja mein Zuhause. Du bist das Herz von meiner kleinen Welt. Ich hab’ die Erde mehrfach kreuz und quer durchfahren. Doch will ich sein beim alten Vater Rhein. Verseuchte Erde bleibt doch Heimatboden. Dort wo 04 dem Abstieg ewig trotzt. Meine Geburt, mein erster Kuss, mein letzter, gehör’n zu Dir wie Aspirin und Bier.“

(Das Lied „Liebstes Lev“ befindet sich auf der CD „Hundert Prozent Leverkusen“)

Auch wenn ich jetzt schon länger in einer Nachbarstadt wohne und arbeite –  und „Zuhause“ da ist, wo ich mit meiner Familie glücklich bin: Die kurze Fahrt nach Leverkusen ist immer wieder ein Besuch in der Heimat. Dazu gehört eben auch die Werkself.

Ich finde unseren Club geil – weil er ist, wie er ist. Und das zeichnet Fans doch aus. Uns ist es egal, ob andere Stadien voller, andere Fans lauter, oder die Pokalvitrinen mehr gefüllt sind. Wer seinen Verein und den Fußball liebt, der soll es zeigen dürfen – mit Leidenschaft, friedlich, egal wann und egal wo und unabhängig davon, was andere von unserer Fußballiebe halten. Das gilt für uns Werkself-Fans genauso, wie für den Rest der Fußballrepublik Deutschland. Und jeder Fan, der zu seinem Verein, seiner Leidenschaft steht, verdient unseren Respekt!

Seid einfach stolz auf euren Club, auf euer Team – ich bin es auch!

Und wie seht ihr das? Wie wichtig ist es, wie andere euren Lieblingsverein sehen?

(Antworten und Diskussionen gerne hier als Kommentar, oder auf unserer Facebookseite)

Keine Tore in Freiburg, ein Punkt und einige Fragen!

Es war der Abend der offenen Fragen. Wie sollte man das Unentschieden der Werkself im Breisgau bewerten? Ärger – Enttäuschung – Zufriedenheit?

Ansätze hierzu gibt es sicher viele – je nach Standpunkt und Mentalität. Ich gehöre ja bekanntlich zu den großen Optimisten im schwarz-roten Fanlager, aber mein vorher geäußerter 1-0 Tipp für den SVB gegen Freiburg hatte die Nullnummer,  als eine der möglichsten Varianten,  schon im gedanklichen Gepäck! Warum? Das kann ich gar nicht genau beschreiben. Es war klar, dass unsere Jungs in Freiburg auf einen Gegner treffen würden, der mit einem hohen Maß an Aggressivität verteidigen würde. Und dass die Streich-Truppe auch einen guten offensiven Fußball spielen kann, hat sie in den letzten Monaten bewiesen.

Es war wohl diese konsequente Art und Weise auf Gegner und Ball zu gehen, mit der die sonst so spielstarke Truppe aus der Farbenstadt nicht wirklich klar kommen sollte. Wann immer einer unserer Jungs den Ball hatte und seine nächste Aktion starten wollte, waren mindestens zwei Freiburger bei ihm und ein paar andere stürmten auf ihn zu. Aus dieser Bedrängnis resultierten gestern zu viele Fehlpässe, die unser schnelles Kombinationsspiel nach vorne schon früh verhinderten. Hinzu kam das wenig wahrnehmbare Spiel über die beiden Außenpositionen, das in der zweiten Halbzeit zwar etwas besser wurde, aber auch nicht deutlich mehr Effektivität brachte. Schürrles Pfostenschuss und ein paar gute Möglichkeiten von Rolfes, oder Boenisch bleiben im Gedächtnis und bei einem Blick auf die Aktionen der Freiburger war das Spiel vor allem eins: ausgeglichen.

Nein, es war sicher nicht das Spiel unserer Offensive, der zum zweiten Mal in dieser Saison kein Treffer gelang (nach der 0-3 Pleite am dritten Spieltag in Dortmund). Dafür zeigte Bernd Leno in seinem 50. Bundesligaspiel in den wenigen Momenten der Prüfung seine Klasse (wie auch Kollege Baumann im Tor der Freiburger) und auch der Rest der Defensivabteilung stand stabil und wirkte souverän.

Stefan hebt im bayer04blog einen Werkself-Kicker besonders hervor. In der Rubrik „Liebling des Spiels“ heißt es:

 „Es ist jetzt nicht so, als hätte sich bei dieser Partie jemand große, neue Sympathien erspielt, aber Lars Bender sollte man mal wieder hervorheben. Wenn die gelobte und in die Nationalmannschaft geforderte Offensivreihe um Schürrle, Kießling und Castro ihre Bälle verliert, ist Bender meistens genau da, wo er sein muss. Gewinnt die zweiten Bälle wie kein anderer und hält damit das vom Trainerteam eingeflößte Spiel am Leben.“

Sicher eine richtige Einschätzung. Und auch Sebastian Boenisch zeigte mal wieder, wie wichtig er in der kurzen Zeit für die Werkself geworden ist – eine langfristige Bindung des jungen Mannes wäre mehr als begrüßenswert.

Wesentlich mehr bleibt mir zu dem Spiel nicht zu sagen, aber vielleicht wollt ihr ja noch wissen, welches Gefühl – welche Bewertung der Nullnummer – bei mir auf Platz Eins steht? Die Frage beantworte ich gerne, weil sie sich sicher viele von euch gestellt haben, auch Stefan im bayer04blog:

„Ratlosigkeit wohin man schaut. Auf dem Platz, womöglich auf der Trainerbank und mit ziemlicher Sicherheit bei den Fans. Soll man sich über Platz 2 freuen, sich über die vergebene Chance ärgern oder das Spiel als gerechtes 0:0 abhaken?“

Also: Ich war schon vor der Chance von Schü – der Pfostenschuss – mit dem Punkt im Breisgau zufrieden. Nicht zufrieden mit der Leistung und damit, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Aber zufrieden, weil das Ergebnis einfach in Ordnung geht und weil das Spiel auch mit einer Niederlage für Schwarz-rot hätte enden können. Natürlich freue ich mich weiterhin über den zweiten Platz, auch wenn ich nach wie vor nicht auf den Abstand zu den Bayern schaue. Im Blick habe ich Platz Drei (wenn es mehr wird – bitte gerne).

Ich möchte das Spiel jetzt auch nicht als Bewertungsmaßstab für den Knaller am nächsten Sonntag in Leverkusen heranziehen. Ein Spiel in Freiburg und der Kick gegen den Meister in der BayArena – das sind zwei völlig unterschiedliche Veranstaltungen. Sicher wird Herr Klopp sich unseren Auftritt im Breisgau angeschaut haben und sein Schlüsse daraus ziehen. Aber auch unser Trainerteam wird das tun und Sami und Sascha werden definitiv die richtigen Worte und Maßnahmen finden.

Ob es zu einem Sieg gegen die Borussia reichen wird? Mit der Frage werden wir uns sicher im Laufe der Woche hier im Blog beschäftigen.

Und etwas richtig Positives hat der torlose Auftritt der Werkself in Freiburg ja doch: Die Chance auf das 100. Bundesligator von Kies – gegen Dortmund, vor unseren Fans – ist auf jeden Fall riesengroß!

Schwarz-rote Grüße
Klaus

Drei Punkte für Kies

Nach dem grandiosen Auftakt am vergangenen Wochenende geht es am Samstag nun gegen Freiburg. Dieses Mal, ohne die Befürchtung auf einen Ex-Spieler zu treffen, an den ich schon einmal mein Herz verloren habe. Auch auf die Statistiken möchte ich verzichten. Die sprechen eine recht deutliche Sprache und auch wenn es kein leichtes Spiel wird, so sagen die Zahlen doch einen Sieg unserer Jungs voraus.

Ja, wenn die Zahlen dann so ein Spiel entscheiden können. Das tun sie aber nicht, was heißt, wir treffen auf einen Gegner, der es in sich hat und in dieser Saison schon viel Kampfgeist beweisen konnte. Freiburg hat sich in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gedrängt, spielt konstanter und greift dieses Saison nun auch auf die internationalen Plätze an. Freiburg will oben mitspielen und wenn sie gewinnen, können sie theoretisch auf den vierten Tabellenplatz rutschen.

Trotzdem glaube ich, dass wir Chancen auf drei Punkte haben. Wir wollen den Anschluss an die Bayern nicht verlieren, wie haben die letzten Spiele einen immensen Kampfgeist und Spielfreude gezeigt. Wir haben eine top Mannschaft, die inzwischen auch zueinander gefunden hat. Und vor allem steht Kies 100 Ligator an. Ich bin recht zuversichtlich, dass er sich das zum Geburtstag (für alle die es noch nicht mitbekommen haben: der Gute wird heute 29) schenken wird. Und wenn er gut drauf ist, macht er gleich zwei und reiht sich damit in die Liste der Spieler ein, die gegen Freiburg die meisten Tore in einem Spiel geschossen haben. Dafür sind tatsächlich nur zwei Treffer nötig.

Abergläubische würden an dieser Stelle zwar darauf hinweisen, dass drei der fünf besten Treffer in dieser Saison nicht mehr in Leverkusen sind (Ballack, Barnetta, Derdiyok) aber ich denken, das sollte uns nicht abschrecken. Ich glaube an einen klaren Sieg. Mindestens ein 2:1, auch wenn es sicher nicht ganz so leicht wird. Das letzte Spiel gegen Freiburg haben wir gut gewonnen, das davor nicht. An das Spiel kann ich mich nicht mehr erinnern. Um so besser ist mir in Erinnerung geblieben, wie ein paar Leverkusenfans versucht haben, den Freiburgern Robin Dutt mitzugeben. Vergeblich. Man tätschelte uns mitleidig die Schulter und wünschte uns für die sportliche Zukunft alles Gute. Ich bin mir ganz sicher, diese Szenen wird nach dem Spiel niemand sehen. Unser Trainergespann wird sicher wieder den richtigen Riecher beweisen und die perfekte Mannschaft auf den Rasen schicken. Und dann können wir uns zusammen über drei weitere Punkte freuen.