4. Spieltag

4. Spieltag (31.08.2013)

Schalke 04 – Bayer Leverkusen

So, wir haben unsere erste Niederlage. Schalke hat mit 2:0 zu Hause gewonnen und mit was? Mit Recht und überaus verdient.

Nach dem Spiel habe ich in Facebook geschrieben, ich muss meine Nerven einsammeln. Ich habe mich bewusst abgemeldet und habe versucht, meine Nerven woanders zu suchen und zu finden. Es ist mir nur zum Teil gelungen.

Folglich habe ich mich wieder eingelogt und ein paar Meinungen zum Spiel gelesen. Man liest, verinnerlicht und zieht seine eigene Meinung raus. Dort habe ich dann meine restlichen Nerven wiedergefunden. Was da geschrieben wurde entbehrt jeder Fankultur. Ich möchte da auch nicht weiter drauf eingehen, aber was mich mal richtig, gelinde gesagt, stört, sind die ewigen Nörgeler. Die treten jetzt wieder alles kaputt.

Klar haben wir jetzt mal wieder ein Spiel verloren. Es ist auch klar, dass dies mich genauso runterzieht, wie manch anderen. Dennoch gibt es solche Tage an denen nichts passt. Da war an diesem Tag der Gegner einfach besser; kleverer; abgewichster ….. Ich lasse das einfach mal so da stehen.

Ja, wir haben auf Schalke verloren … Ja, es war ein schlechtes Spiel von der Werkself … und verdammt noch mal, es ärgert mich auch.

Ich weiß …. wir alle wissen, die Jungs können es besser. Es ist eine gute Truppe, ein gutes Team. Mich hat richtig gefreut, dass Robbie und Emre einige Minuten Einsatzzeit bekommen haben.

Alles im Allem kann die Werkself und auch wir Fans aus diesem Spiel einiges mitnehmen. Zum einen sind nicht alle Spieltage rosige Tage. Nicht alle Spiele können gewonnen werden. Verlieren gehört zum Spiel. Die Werkself hat dennoch einen gelungenen Saisonauftakt hingelegt. Ich jedenfalls sehe weiterhin positiv und optimistisch der Zukunft entgegen.

Für uns Fans wird es ganz wichtig sein, beim nächsten Spiel volles Rohr zu geben und den Jungs zeigen, dass wir, trotz Niederlage, hinter ihnen stehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende.

Euer

Ralf

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Es geht wieder los – Ein Spielbericht von Ralf

Ihr Lieben,

jetzt rollt der Ball wieder! Das Spiel gestern hat mir gut gefallen, wenn ich auch nicht alles sehen konnte. Ich will jetzt nicht voreilig Spieler in den Himmel loben, aber ich denke über Son werde ich in ein paar Wochen noch einmal schreiben. Kommen wir aber zu dem gestrigen Spiel. Ich hatte ja in die Runde gefragt ob einer von euch nicht etwas zu ´dem Spiel schreiben mag. Ich finde es immer spannend zu lesen, wie andere Leute so ein Spiel sehen, was ihnen auffällt, wie die Stimmung bei ihnen war und… und… und! Dieses Mal bekommt ihr eine Zusammenfassung vom lieben Ralf Winkelmann, der nicht nur Admin einer ganz tollen Bayer Fangruppe auf Facebook ist, sondern auch Fan der Werkself mit Herz und Seele. Ich sage an dieser Stelle Danke fürs Schreiben und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen. Solltet ihr jetzt auch Lust bekommen haben etwas zu schreiben, dann meldet euch bei mir! Grade beim ersten Heimspiel wird es sicher einiges zu berichten geben! Ich freue mich von euch zu hören und Ralf freut sich sicher darüber, mit euch ins Gespräch zu kommen.

1. DFB Pokalrunde Saison 2013 / 2014 – SV Lippstadt 08 – Bayer 04 Leverkusen

Dies war es also, das erste Pflichtspiel unserer Werkself in der Saison 13/14. Meine Einschätzung ist auch recht schnell erzählt. Ich lag mit meinem Tipp nur ein wenig daneben. Im Vorfeld habe ich ein 1:9 getippt. Leider haben da 3 Tore gefehlt. Hätte wenn und aber gehören beim Sport eigentlich nicht gesagt, oder geschrieben. Zählen wir einfach die Alluminiumtreffer hinzu, dann passt das.


Jetzt aber zum Spiel selber. Der schnelle Treffer von Bender war richtig Klasse. Eine Minute später der Ausgleich durch den SVL. Danach war das Spiel ein wenig fahrig von Seiten der Werkself. Generell hatte ich das Gefühl, die Truppe ist noch nicht richtig eingespielt. Hatten sie den Gegner falsch eingeschätzt? Gab es vielleicht eine mangelnde Einstellung, weil der SVL gerade erst in Liga 4 aufgestiegen war? Mir fehlten noch ein wenig die Laufwege und die dadurch mangelnde Passgenauigkeit war das Resultat.


Ich möchte dem SV Lippstadt 08 ein Riesen Kompliment machen. Der Regionalligist hat versucht mitzuspielen. Vor allem Christoph Sander im Tor hat mir richtig gut gefallen. Was der rausgeholt hat … Respekt.


Für mich war es ein souveräner und solider Auftritt einer Bundesligamannschaft gegen einen Regionalligisten. Das Spiel hatte für mich den Charakter eines Vorbereitungsspiels, wo nochmals getestet werden kann. Dieses 1:6 für die Werkself spricht da Bände. Vor Allem haben mich die Neuzugänge interessiert. Die haben ja nun auch ihr erstes Pflichtspiel für Bayer gemacht. Ich muss sagen, mich haben alle überzeugt. Ob ein Donati, Spahic, Son, oder auch Hilbert. In meinen Augen alle eine Bereicherung der Werkself. Aber warten wir da mal ab, wenn es um ‚richtige’ Gegner geht. Damit meine ich eben halt Profiklubs auf BL und CL ebene.
Freue mich schon auf nächsten Samstag, wenn es heißt den ersten Buli Gegner zu schlagen. Dieser ist kein geringerer als der SC Freiburg. Die Breisgauer sind bei uns zu Gast und ich hoffe, wir werden dieses Spiel rocken.
Bis dahin …
Euer Ralf

Von verpatzten Chancen und einem flauen Gefühl

Ich sitze hier seit einer guten Stunde und versuche die Überschrift für den Blogpost zu verfassen. Irgendwie will das nicht so recht werden. Vor dem Spiel hatte ich viele Aufhänger – grade die Frage ob Wolfsburg uns wieder in unsere Schranken weist, war mehr als präsent. Das haben sie zum Glück nicht. Die Aussage mag dem ein oder anderen vielleicht komisch vorkommen, schließlich haben wir keinen klaren Sieg vom Platz getragen. Aber mal ganz ehrlich? Das haben unsere Jungs selber verbockt!

Wir hätten schon nach der ersten Halbzeit mit mindestens 3 Toren vorne liegen müssen. Wer sich so viele Chancen durch die Finger gleiten lässt, der darf sich über ein Unentschieden nicht beschweren. Die Zahl der Fehlpässe war extrem hoch und wenn der Gegner in der Mitte zu macht, dann haben wir noch immer ein Problem. Sicher, Wolfsburg hat in manchen Situationen nicht schön gespielt und ich muss gestehen, die ein oder andere Schirieentscheidung habe ich auch nicht verstanden (was durchaus an mir und nicht an ihm liegen kann), aber dass wir nicht gewonnen haben, war unsere eigene Schuld.

Allerdings gab es auch Dinge, die mich positiv überrascht haben. Großer Spitzenreiter ist da André Schürrle. Sicher kann er noch mehr, aber ich habe ihn zum ersten Mal seit langem wieder richtig effektiv erlebt und das Gefühl gehabt, dass er aktiv mit der Mannschaft zusammen spielt. Das mache ich nicht nur an seinem Tor fest, das mir echt gut gefallen hat, sondern grade an seiner gesamten Leistung in der ersten Halbzeit.

Gewohnt stark waren auch unsere Außenverteidiger. Da waren zwar einige Szenen bei, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist, aber es macht immer wieder Spaß ihnen bei der Arbeit zuzuschauen. Besonders imponiert hat mir, dass sich das Publikum um mich nicht hat unterkriegen lassen. Sicher, da wurde viel geflucht, aber es sind erstaunlich viele da geblieben und haben sich von unseren Jungs verabschiedet und das finde ich stark.

Was bleibt ist ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube nach wie vor daran, dass unsere Jungs den direkten Einzug in die Königsklasse schaffen können, aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv. Vor uns liegen noch ein paar Spiele und grade Schalke dürfte nicht einfach werden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und zumindest der Kampfgeist ist schon da.

Wie würdet ihr das Spiel bewerten?

Ungewohnte Perspektiven und wie wir uns selber im Weg standen

Das war es also, unser Spitzenspiel gegen die Bayern. Ich weiß nicht richtig wo ich anfangen soll, außer am Anfang. Als ich in den Block kam, staunte ich nicht schlecht – da war doch tatsächlich der Zaun hoch gefahren. Wenn man direkt dahinter sitzt, sieht man tatsächlich nicht viel und kommt sich zusätzlich vor, wie ein Tier im Zoo. Das es Teil einer Choreo war, konnte man schnell sehen, dennoch muss ich zugeben, dass es ein komisches Gefühl war. Vielleicht sollte ich darauf bestehen, dass mich beim nächsten Mal jemand durch den Zaun mit Schoko füttert (um das Zoo-feeling zu verstärken), aber nun gut, ich glaube da wird sich niemand finden.

Die Choreo an sich sah schon echt genial aus. Ich habe es auf dem Monitor gegenüber sehen können – bevor jemand fragt: ich bin auf meinen Sitz geklettert – und war ehrlich beeindruckt. Auch wenn ich mir heute Fotos davon anschaue, lässt das stolze Gefühl, ein Teil davon gewesen zu sein, nicht nach.

Naja und dann kam das Spiel. Ich habe nicht viel erwartet, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Es war nicht das beste Spiel in dieser Saison, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Die Bayern waren klar nicht in Form und das unnötige Zeitspiel des Manuel Neuers ist mir gehörig auf die Nerven gefallen, aber am Endergebnis ändert es nichts. Wir haben verloren und ganz ehrlich? Schuld daran waren nicht die Bayern. Chancen auf Tore hatten wir doch einige – alleine unsere gefühlt zig trillionen Ecken hätten uns in Führung bringen können.

Nun ja, das Leben ist nun mal kein Konjunktiv – wahlweise auch kein Ponyhof. Leider. Das Spiel hat ganz deutlich gezeigt, dass wir unser eigener Gegner sind und ich glaube auch nicht, dass sich das von heute auf morgen ändern wird. So gut wie keine der Ecken war hoch genug und die Passgenauigkeit war auch eher unschön. Dafür haben wir deutlich mehr Zeit als sonst im gegnerischen Strafraum verbracht und die Bälle nicht so schnell nach hinten gegeben. Was mir allerdings am meisten gefallen hat, ist die Tatsache, dass unsere Jungs nicht aufgegeben haben. Wie sah das für dich aus, Klaus?“

„Mit Sicherheit ähnlich, Cathy!“ Auch wenn ich das Spiel aus einer anderen Perspektive gesehen habe – und das beziehe ich in erster Linie auf meine Sitzposition während der 90 Minuten. Was ich gesehen habe ist schnell erzählt und offenbart sicher keine großartigen Neuigkeiten. Die 30 Minuten rund um den Ausgleich unserer Jungs haben gezeigt, dass die Werkself kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Inwieweit die Bayern hier mehr zugelassen haben, als es aus Sicht des 20-Punkte-Primus nötig war, überlasse ich mal der öffentlichen Diskussion. Fakt ist: In der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, die notwendige Portion „Wir–zeigen-es-den-Bayern“ einzubringen. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass die Münchner jederzeit und nach Bedarf hätten zulegen können. Die Standards und die Fehlpässe hast du ja schon angesprochen. Auch der Führungstreffer hat mir beim abendlichen TV-Studium noch einmal den einen oder anderen Stoßseufzer entlockt. Ein Münchner, etliche Leverkusener – drin das Ding! Ob wir es hier mit einer vollwertigen Meistertruppe, einer besseren B-Elf, oder einer schlechteren A-Elf zu tun hatten, lassen wir mal eben links liegen. Die Aufstellung der Bayern war sicher nicht der Grund für die Abwesenheit eines Spiels auf Top-Niveau.

Der Ausgleich war verdient, weil die Bayern das Ding mal so eben zurück in den Freistaat schaukeln wollten. Die erneute und letztlich entscheidende Führung eine Verkettung von Ereignissen an deren Ende die Schulter von Wolle die unglücklichste aller Rollen spielte. An dieser Stelle vom oft strapazierten Bayern-Dusel zu sprechen fällt mir allerdings schwer. Wenn ich an den Sieg im Hinspiel denke und an die Art und Weise, wie dort die Tore gefallen sind, fällt mir eher so was wie ausgleichende Gerechtigkeit ein.

Trotzdem Mist! Den Punkt hätte ich gerne mitgenommen – vor allem nach den Ergebnissen dieses Spieltages.

Auf der anderen Seite waren es genau diese Niederlagen unserer Konkurrenten um Platz drei, die letztlich dafür sorgten, dass sich meine schlechte Laune in Grenzen hält. Ich gehöre eh nicht zu denen, für die ein Sieg gegen München zu den schönsten aller Fußballerlebnisse zählt. Ein Sieg gibt drei Punkte, egal gegen wen. Und die Dreier hätten wir in Mainz und Führt holen sollen / müssen.

Also schauen wir nach vorne und freuen uns auf das, was kommt. Ich bin sicher, dass unsere Jungs nicht mehr viele Punkte abgeben werden und am Ende den direkten Einzug in die Champions-League packen – und genau das zählt!

Und die Choreo war echt der Hammer!

Das Spiel in Mainz in wenigen Worten

Ich habe ja gestern schon angedeutet, dass ich mir zum Spiel unserer Jungs in Mainz nicht wirklich viel Meinung bilden kann. Die Konferenz auf Sky bescherte mir zwar einen interessanten Spieltag und viele schöne Tore – nur auf den entfesselten Kommentatoren-Ruf „Tor in Mainz“ habe ich leider vergebens gewartet. Dafür hieß es irgendwann – während entweder die Bayern / Düsseldorfer oder die Schalker / Dortmunder auf das gegnerische Tor rannten – „Elfmeter in Mainz“! Mist, habe ich nicht nur laut gedacht. Nur wenige Sekunden zuvor schaltete die Sky-Regie von Mainz nach Irgendwo, während der Ball gerade in Richtung unseres Strafraum segelte. Klar, dass dieser Elfer nicht für die Werkself gepfiffen wurde.

Warum er überhaupt gepfiffen wurde, bleibt das Geheimnis der Schiedsrichter und der Regelerfinder im Deutschen Fußball. Möglich, dass dieser – und andere Elfer in jüngster Vergangenheit – bei strenger Auslegung und Interpretation mit den Fußballregeln des DFB konform gehen (sucht euch die entsprechende Passage einfach raus). Wenn dem so ist, sollte hier schnellstens was passieren. Oder es werden auch weiterhin Elfmeter aufgrund eines Handspiels gepfiffen, wenn …

  • … Abwehrspieler dem eigenen Mann den Ball von hinten an den Oberarm köpfen!
  • … Spieler, durch den Einsatz ihrer Hände, Verletzungen im Bereich des Kopfes oder anderer lebenswichtiger Bereiche verhindern!
  • … der Arm, der nun einmal an der Schulter hängt, nicht schnell genug abgeschraubt werden kann, wenn ein abgefälschter Ball in Bruchteilen von Sekunden auf ihn zurast!

Und dann noch das Ding mit der unnatürlichen Bewegung zum Ball. (Schutz)Reflexe werden nicht über das Gehirn (bewusste Rektion), sondern über das Rückenmark (unbewusster Reflext) ausgelöst – ein natürlicher Vorgang ist und bleibt das allemal. Bewusst steuern kann der Spiele diesen Reflex – anders als eine Reaktion – aber nicht.

Na ja, lasst uns nicht so tun, als wäre der Unrechts-Elfer der alleinige Grund für die Pleite in Mainz. Einige wenige Szenen gönnten mir die deutschen TV-Sender (Sportstudio konnte ich leider nicht sehen) ja vom Spiel meiner Leverkusener Jungs. Und die eine oder andere hätte durchaus mit einem Treffer beendet werden können / müssen!

Aber unser Motto kann nur lauten: Kopf hoch und weiter kämpfen – es gibt noch viel zu tun. Der Blick auf die Tabelle macht das deutlich: Die Königsblauen entwickeln sich wohl stabil zu unserem größten Gegner im Kampf um den dritten Platz. Deshalb war ich gestern klar auf Seiten der Dortmunder, die wegen mir ab sofort jedes Spiel gewinnen können – genau wie die Bayern nach dem nächsten Spieltag. Solange die beiden Teams unseren potenziellen Gegnern die Punkte abnehmen – sehr gerne! Platz Drei muss unser Ziel sein und wenn es mehr wird, sagen wir nicht nein.

Gegen die Bayern heißt es punkten! Nicht um den kommenden Meister in dieser Saison zweimal geschlagen zu haben. Sondern weil jeder Sieg, jeder Punkt, ein Schritt Richtung Champions-League ist. Und dafür müssen wir alle am Samstag wieder alles geben.

Wir für euch – ihr für uns!

„Lieblingsgegner!“

Ich kann mich schon lange nicht mehr an so aufregende zehn Minuten eines Fußballspiels erinnern wie gestern zwischen der 80. und 90. (plus x) Spielminute. Mit dem Schlusspfiff am Samstagabend breitete sich eine Woge der Erleichterung in der BayArena aus – auf der Trainerbank, auf dem Rasen und natürlich auf den Rängen. Und heute noch die schöne Meldung, dass Ömers Verletzung aus der zehnten Spielsekunde nur ein par Tage Trainingspause bedeutet.

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Dabei war doch eigentlich schon vor dem Spiel alles klar. Es ging doch gegen unseren Lieblingsgegner aus dem Schwabenland – den VfB Stuttgart. Gegen keine andere Mannschaft hat die Werkself in der Bundesliga so oft gewonnen wie gegen Stuttgart und unser Kies trifft ja gegen den VfB sowieso immer.

Eine Serie, die gestern auch hätte reißen können. Beschränkten sich die Gäste doch darauf, das schnelle Spiel unserer Jungs mit einer starken und effektiven Abwehrarbeit zu verhindern. Ein Plan, der lange Zeit aufging. Ich bin nicht sicher, aber ich kann mich an keinen nennenswerten Schuss auf Bernds Tor erinnern. Mal abgesehen von diesem Freistoß ohne Mauer aus elf Metern, der zum ersten und einzigen Tor der Gäste führte.

Die Szene prägte das Spiel sehr lange. Weil Stuttgart stur verteidigte und unserer Mannschaft spielerisch dazu nicht viel einfiel. Und ja, auch ich habe mir so ab der 75. Minute ernsthaft Gedanken um einen positiven Tenor dieses Artikels gemacht. Und deshalb sage auch ich an dieser Stelle noch einmal: Danke an unsere Werkself! Danke, dass ihr nie daran gedacht habt, dieses Spiel nicht gewinnen zu können.

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Und wer die Chance hatte, unmittelbar nach dem Spiel direkt in die Gesichter unserer Spieler sehen zu können, dem wurde schnell klar: Hier freuten sich Jungs die wussten, dass sie sich drei Punkte für die Champions-League mit Kampf, Einsatz und Leidenschaft verdient hatten. Die Fans feierten unsere  Mannschaft – und sie feierten auch sich. Beides völlig zu Recht! „Niemals aufgeben“ hieß es in einer bemerkenswerten Schlussphase auf dem Rasen und über neunzig Minuten – mit ein paar wenigen kurzen Pausen –  bei unseren Supportern im Norden der BayArena. Die Rede ist jetzt nicht von denen, die sich mal wieder erst mit dem Schlusspfiff aus ihrer eingefrorene Sitzhaltung zum Abklatschen und Feiern in den Stand erhoben.

Es waren mal wieder nicht alle, aber es waren die richtigen Fans, die erkannt haben, dass die Mannschaft mit ihrer Unterstützung dieses Spiel würde drehen können. Ein Spiel, das für mich eins der wichtigsten – wenn nicht das Wichtigste – Spiele der Saison war. Nach der Niederlage der Frankfurter stehen wir jetzt mit sieben Punkten Vorsprung auf einem Platz, der die direkte Teilnahme an der Champions-League bedeutet. Ob als Zweiter, oder als Dritter – egal! Ich habe nichts gegen einen spannenden Zweikampf mit dem Noch-Meister aus Dortmund um „unseren“ Vizetitel, aber am Ende zählt das irgendwann auch nicht mehr.

Wie auch der Begriff Lieblingsgegner für mich keine Bedeutung hat. Mein Lieblingsgegner ist immer die Mannschaft, gegen die wir gerade gewonnen haben. Das kann nächste Woche Mainz 05 sein, oder in 14 Tagen der kommende Deutsche Meister aus München.

Obwohl: Seit dem Pokalfinale 2009 in Berlin gibt es Siege, die einfach richtig Spaß machen. Das hat aber nichts mit dem VfB Stuttgart direkt zu tun 😉

Und wer noch einen Blick in die Medienlandschaft werfen möchte, dem empfehle ich die kleine Presseschau auf der Homepage der Werkself. Vor allem der Express bringt es auf den Punkt: 

„Das Publikum verneigte sich vor Bayers Fight-Club. Und dann feierten sie die Helden des Abends mit Sprechchören. Natürlich genossen die Spieler das Bad in der jubelnden Menge. Es war der Höhepunkt eines irren Fußball-Abends. Satte 82 Minuten liefen sie einem Rückstand hinterher. Dann drehten sie die Partie in nur 360 Sekunden. Stuttgarts Abwehrmauer mit 2:1 eingerissen, sich mit sieben Punkten von Eintracht Frankfurt abgesetzt. Nach zuvor nur einem Sieg in fünf Liga-Partien und dem Aus in der Europa League gegen Benfica Lissabon war das wieder ein Zeichen. Jetzt ist den Bayer-Fightern der Champions-League-Platz so gut wie nicht mehr zu nehmen.“

„Und wie siehst du das, Cathy?“

Ganz genau so, lieber Klaus! Du sprichst mir aus der Seele. Mir ist es egal ob wir Vizemeister werden oder als dritter in die Champion- League kommen. Der Einzug ist für mich entscheidend. Ob als zweiter oder dritter macht da keinen Unterschied. Kaufen kann man sich etwas von der Meisterschaft und die ist diese Saison schon verspielt.

Was mir gestern wirklich imponiert hat, ist der Kampfgeist unserer Jungs. Sie haben nicht aufgegeben, auch wenn der VfB es ihnen nicht leicht gemacht hat. Es war sicher nicht optimal – grade wenn ich an die vielen vergebenen Torchancen oder Standards denke, aber es war auch nicht unser schlechtestes Spiel. Für mich lag der Fokus über weite Strecken auf André Schürrle – wie ich hören konnte war ich damit nicht alleine. Um mich herum wurde alles kritisiert was er gestern gemacht hat. „Ständig gibt er vor dem Tor ab!“ „Jetzt hat er schon wieder versucht das Tor selber zu machen! Was für ein Ego!“ „Gib ab!“ „Gib nicht ab!“ Ich glaube kein Spieler konnte es so sehr niemandem recht machen wie André und das tut mir wirklich leid, denn ganz ehrlich? Das war gestern nicht das schlechteste Spiel, dass ich diese Saison von ihm gesehen habe.

Aber es passt zu dem Bild, dass ich von den „Fans“ um mich herum hatte. Hätte da auch nur einer halb so viel Energie ins Anfeuern wie ins Schimpfen gesteckt, dann hätten wir im D-Block tatsächlich so etwas wie Stimmung gehabt. Ich habe es noch nie erlebt, dass der C-Block ein „Steht auf, wenn ihr für Bayer seid…“ anstimmt und 90 % des D-Blocks (ausgeschlossen D1) sitzen bleibt. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie enttäuscht und wütend ich bin. Das war eine schwache Leistung.

Aber gut, ich mag mich da heute nicht mehr drüber aufregen. Im Moment bin ich mir auch sicher, dass sich das so schnell nicht mehr ändern wird. Für mich war das Spiel völlig in Ordnung – Luft nach oben gibt es aber dennoch.

Auf Wiedersehen Europa – hallo Fürth

So, das war es also mit der Europa League. Ich habe das Spiel nicht gesehen – ich lag krank im Bett und habe geschlafen. Wenn ich mir einen Großteil der Kommentare auf Facebook und Twitter zu dem Spiel durchlese, war das nicht die schlechteste Entscheidung.

Ich habe nach wie vor den Vorsatz: ich schreibe nichts über Spiele, die ich nicht gesehen habe. Dabei bleibe ich auch. Was bleibt ist die Tatsache, dass wir raus sind und das alles ein wenig so klingt wie immer. Schürrle ist doof, Schürrle trifft und ist toll, keiner verwandelt Boenischs Flanken und schon wieder wird mächtig Zeit geschunden.

Genau da kommt jetzt auch mein Einsatz. Zum Spiel kann und will ich nichts sagen, aber zum Zeitschinden, da habe ich ne Meinung. Es gibt tatsächlich kaum etwas, das ich unsportlicher finde. Leider ist es eine Unart, die nicht vom Platz zu bekommen ist und ich finde es schon fast putzig, wie sich Spieler darüber aufregen, denn wenn wir mal ehrlich sind: wenn es darauf ankommt, schinden sie alle Zeit.

Warum muss man so etwas machen? Im Grunde stellt man sich durch dieses Verhalten ein Armutszeugnis vom Feinsten aus. Traut man sich selber nicht zu, nur durch die eigene Leistung zu gewinnen? Sieht man den Gegner als zu stark an und sich selber als zu schlecht? Fakt ist und bleibt: es ist grob unsportlich und ich würde mir wünschen, dass es öfter mit Karten geahndet wird auch wenn es Leverkusen damit des öfteren auch erwischen würde.

Was ich aber auch des öfteren gelesen habe, ist dass wir die klar bessere Mannschaft waren und leider das größere Pech hatten. Kann ich nichts zu sagen, aber das ist etwas, das ich in letzter Zeit auch recht häufig gedacht habe. Wir schaffen es bis vors Tor, haben viele Abschüsse, kriegen das Runde aber nicht ins Eckige. Das Nervt und daran sollte sich tatsächlich etwas ändern. Aber kann man das wirklich üben? Ich hoffe es. Was unsere Jungs ganz klar angehen sollten sind Standardsituationen. Freistöße und Ecken sind bei uns weitestgehend ungefährlich und das, obwohl wir doch einige große Spieler im Kader haben.

Das Thema Europa ist jetzt für mich durch. Gedanken werde ich mir da erst wieder drüber machen, wenn wir wieder international spielen – also hoffentlich in der nächsten Saison. Jetzt geht es erst einmal gegen Fürth. Das ist ein Spiel, das ich nicht wirklich einschätzen kann. Grundsätzlich könnten wir dort locker gewinnen, aber wer weiß, was dort nach dem Trainerrauswurf alles möglich ist? Ich hoffe, dass unsere Jungs fit genug daran gehen und am Ende mit drei schönen Punkten nach Hause fahren.

Was meinst du Klaus?“

„Na klar Cathy, die drei Punkte aus dem Frankenland habe ich fest eingeplant.“ Es wird sicher keiner dieser vielzitierten Selbstläufer, das werden die Fürther mit Einsatz und Leidenschaft zu verhindern wissen. Für viele Spieler ist so ein Trainerwechsel ja die Chance auf einen Neuanfang im Team. Allerdings sollten uns die Personalentscheidungen der Fürther nicht wirklich interessieren und ein Erfolg unserer Schwarz-Roten als Pflichtaufgabe betrachtet werden. Die Mannschaft hat es aufgrund ihrer Klasse selbst in der Hand und sollte mit dem Anpfiff zeigen, dass es für die Gastgeber im Trolli Stadion nichts zu holen gibt. Eins können wir uns im Kampf um die Champions-League nicht leisten: Punktverluste beim Tabellenletzten!

Und das ist ja unser klares Ziel: die Champions-League-Hymne in der BayArena zu hören und wieder zu den Besten in Europa zu zählen. Ob als zweiter oder dritter – egal!

Und dass unsere Jungs in der Königsklasse der europäischen Kickerelite mitspielen können, davon bin ich überzeugt. Wer gegen Benfica Lissabon SO ausscheidet, der kann sich auch mit der einen oder anderen Truppe messen, die in der Champions-League noch dabei ist. Aber dazu muss natürlich alles stimmen und der Ball dorthin, wo er dem eigenen Erfolg am ehesten dient – in das Tor des Gegners! Und da sind wir auch schon beim Thema, wie ein Blick auf die Bayer-04-Homepage zeigt:

  • „Dafür boten sie Benfica einen großen Kampf. Aber irgendwie wollte diese verdammte Kugel nicht ins Tor! Zweimal Pfosten! Ein Millimeter-Abseitstor. Was für ein Drama…“ (Express)

  • „Dieses Aus musste nicht sein! Bayer 04 hat den Pfosten-Fluch.“ (Bild) 

  • „Pfostentreffer stehen Erfolg im Weg. Der Tabellendritte der Bundesliga übernahm im Estadio da Luz sofort das Kommando und spielte couragiert nach vorne.“ (Kölnische Rundschau)

  • „Bayer 04 scheitert in Lissabon am Pfosten.“ (Rheinische Post online)

Kampf, Courage und Engagement – das habe ich auch gesehen. Ich muss dazu sagen, dass ich nur Zeuge einer tonlosen Übertragung der Konferenz im Münchner Bergwolf war. Das gesamte Spiel kann ich nicht einordnen. Aber schon während der ersten Bissen einer fantastischen, scharfen Currywurst (mit Pommes Schranke vom Feinsten) hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. Bei jeder Einblendung aus Lissabon war die Werkself in ihren weißen Auswärtstrikots am Ball und spielte und kombinierte munter nach vorne. Für uns (BayArena-DJ Alex war mit dabei) war es nur eine Frage der Zeit, wann dieses dringend benötigte „frühe Tor“ endlich fallen würde. Chancen gab es – mehr als genug!

Aber knapp vorbei ist auch daneben und Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. Eine Was-Wäre-Wenn-Diskussion bringt nichts. Ob Pech oder Glück, verdient oder unverdient – das spielt am Ende keine Rolle. Die Portugiesen haben zwei Tore aus den drei Chancen gemacht und wir eben zwei Tore zu wenig geschossen. Trotzdem: die Mannschaft hat eine klasse Leistung gezeigt, deren Fortsetzung am Sonntag den nächsten Dreier in der Bundesliga zur Folge haben sollte. Das Spiel in Fürth werde ich mir dann hoffentlich wieder in voller Länge am TV anschauen können. Cathy und ich werden sicher das eine oder andere Wort darüber verlieren.

„Und Cathy – zu deinem Zeitspiel-Einwurf“: Ja, offensichtliches Zeitspiel nervt. Vor allem über Torhüter, die sich mit dem Ball stundenlang unterhalten bevor sie ihn wieder ins Spiel bringen, kann ich mich aufregen. Ob es grob unsportlich ist, weiß ich nicht – muss jeder für sich entscheiden. Am Ende ist es immer eine Entscheidung der Schiedsrichter, wann die Grenzen des Erlaubten überschritten sind und dann muss entsprechend sanktioniert werden. Ich gehe davon aus, dass die Nachspielzeit in Zukunft weiter zunehmen wird. Halbzeiten, die dann mindestens 50 Minuten dauern, werden wir immer häufiger erleben.

Nur 48 Stunden: Ein Sieg, eine Niederlage und viele Gedanken

Das war es also, unser Spiel gegen Augsburg. Sichere drei Punkte. Das wird nicht schwer. Das war der Grundtenor vor dem Spiel und ich habe es auch geglaubt. Jetzt stehe ich da und bin um einige Erkenntnisse reicher. Augsburg hat uns nicht nur gezeigt, dass wir ein Problem im Mittelfeld mit engen Räumen haben, das unser Mittelfeld an sich gestern ein großes Problem war aber auch dass Kies ein ganz Großer ist.

Ich war nie ein übermäßiger Kies-Fan. Er ist ein toller Spieler und ist super wichtig für die Mannschaft, aber ich habe meinen Fokus nie (nur) auf ihn gelegt. Gestern hat er aber mal wieder gezeigt, wie großartig er sein kann. Im Sturm ist er ja ohnehin sehr gut aufgehoben, aber wenn es gestern in der Abwehr eng wurde, dann war er da und wenn es im Mittelfeld mal wieder nicht weiter ging hat er die Bälle geholt und verteilt. Wenn ich ganz ehrlich bin, hat er mir im Mittelfeld gestern besser gefallen als all unsere gesetzten Mittelefeldspieler. Ohne da jetzt auf Namen rumzureiten: ein großer Teil unseres Mittelfelds hat mir gestern so gar nicht gefallen.

Dennoch zählen am Ende diese drei, wirklich wichtigen Punkte. Wir haben den Anschluss an Dortmund nicht verloren und das ist gut. Es gibt noch einiges zu tun, für unsere Jungs – aber das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Ich habe gestern auf jeden Fall sehr gezittert und konnte mich auch erst nach dem Abpfiff halbwegs entspannen.

Entspannung ist dabei auch das Stichwort. Habe ich vor zwei Wochen noch den D-Block gelobt? Vergesst es. Es tut mir wahnsinnig leid, für die Einzelnen, die da alles geben, aber das war gestern ein Trauerspiel. Da wurde nicht mal mit geklatscht und das obwohl der C-Block und auch D1 und weite Teile von D2 alles gegeben haben und wirklich großartig waren. Das macht mich traurig, denn wie sehr unser Anfeuern beflügeln kann, hat man in dem Spiel gegen Dortmund doch gesehen. Nur weil der Gegner Augsburg heißt, muss man sich nicht derart hängen lassen. Oder nutzt ihr die Fastenzeit und verzichtet auf Stimmung? Fänd ich persönlich ja sehr schade.

Das war nicht das einzige Spiel diese Woche. Donnerstag ging es schon hoch her in der BayArena.

„Klaus, wie war das Spiel für dich?“

Cathy, es war vor allem eins: nass, kalt und auf meiner Position direkt zwischen den Spielerbänken vor allem mit einer völlig neuen Perspektive versehen. Das ist schon spannend, direkt bei den Akteuren zu sitzen.

Ansonsten habe ich ja schon einen kleinen „Einspruch“ erhoben – nicht gegen das Spiel unserer Werkself, sondern gegen die Art und Weise, wie in einigen Kreisen mit der Niederlage umgegangen wurde. Dieses ganze Rotationsthema will ich hier gar nicht mehr aufwärmen. Aber vielleicht sollte eins zu Denken geben: Die am Donnerstag von vielen so vermisste (entschuldigt den Ausdruck) „A-Elf“ hat gegen den Tabellenvorletzten der Bundesliga mal so eben 2-1 gewonnen – macht mit diesem Satz, was ihr wollt!

Am Donnerstag ging es gegen eine europäische Topmannschaft und unsere Schwarz-roten haben nicht nur auf Augenhöhe mitgespielt. Nein, sie waren die bessere Mannschaft. Dass wir uns dafür nicht viel kaufen können weiß ich auch. Aber für das Spiel am Donnerstag in Lissabon sehe ich noch jede Möglichkeit des Weiterkommens. Wie gesagt – die Berichterstattung in einigen Medien werde ich nicht weiter kommentieren, aber wenn ich nach dem Spiel im Radio höre „Leverkusen hat den Sieg nicht verdient gehabt“, dann frage ich mich ernsthaft, ob der Kollege von WDR 2 tatsächlich das gleich Spiel gesehen hat, wie ich!

Zu diesem vielfach postulierten „Arbeitssieg“ gegen Augsburg hast du die wesentlichen Dinge ja auf den Punkt gebracht, Cathy. Das sind eben diese Tage, an denen einem mal wieder klar werden sollte, dass Spektakel schön sind, aber am Ende nur wirklich sinnvoll mit einem Sieg für unsere Jungs . Drei Punkte – alles was zählt! Wenig Glanz, wenig Überragendes, aber immer wieder reingekniet und am Ende belohnt worden.

Ergänzend zu deiner schönen Hommage an unseren Kies: beispielhaft, wie er überall dort zu finden war, wo es nötig war. Eine Szene hat mich besonders beeindruckt. Es war so um die 75. Spielminute, oder etwas später, als man Stefan ansah, dass er so langsam die Fußballschuhe gerne ausgezogen hätte. Aber was macht der Bursche? Erkämpft sich den Ball und leitet einen Angriff der Werkself ein. Nicht in der Hälfte des Gegners, sondern an der eigenen Eckfahne!

Ein paar Sätze noch zur Stimmung in der BayArena, zum Support unserer Fans: Was da aus dem Norden des Stadions bei mir im Westen ankam war einfach nur großartig. Und wenn ich den Norden meine, dann meine ich alle, die mit dabei waren – egal in welchem Block. Aber gerade von meiner neuen Position kann ich den Support natürlich besonders schön beobachten. Und ich muss dir recht geben: geht es weiter weg vom C-Block wird es immer dünner, aber das ist ja nichts Neues. Einigen Zuschauern (und ja, es werden weniger) macht es einfach nur dann Spaß, wenn sie sich als Teil eines Fußballfestes fühlen dürfen. Bietet die Werkself dann nur fußballerische Alltagskost, kümmert man sich halt um seine Butterbrotdose und hofft, pünktlich im Pendelbus zu sitzen. Aber auch das gehört zu Leverkusen!

Seht ihr das alles anders? Oder genau so?

Schreibt eure Kommentare hier im Blog, oder auf unserer Facebookseite!

Übrigens: Den Sieg der Dortmunder gegen Frankfurt fand ich richtig gut 🙂 (Klaus)

Kies kämpft, Kies trifft, Kies schreibt …

… nach dem Unentschieden im Borussiapark auf seiner Facebookseite:

„Unglaublich dass du einfach für so einen Aufwand nicht belohnt wirst. Bringen uns immer selbst in Schwierigkeiten und kommst so zurück. Echt eine geile Moral von der Mannschaft. … !“

Zugegeben – es bedarf keiner besonderen journalistischen Recherche und auch keiner wahnsinnigen Kreativität, um diesen Spiel-Rückblick auf unseren Kies zu fokussieren. Nicht weil er der überragende Spieler war, oder wichtiger wäre für das Team, als andere. Weil er stellvertretend für Vieles steht, was die Mannschaft zurzeit auszeichnet: Einsatz, Moral, Selbstkritik und Fannähe! Aber bevor ich mich den aktuell so positiven Eigenschaften unserer Jungs widme, möchte ich auch noch ein paar Sätze zum Spiel am Niederrhein verlieren.

Ich habe mir nicht lange überlegen müssen, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden sein soll – nein bin ich sicher nicht. Wir haben zwei Punkte verschenkt, die so einfach hätten mitgenommen werden können, wie schon lange nicht mehr. Die Borussia war gestern – die meiste Zeit – kein ernsthafter Gegner und hat es den wenigen, aber deutlich sichtbaren, Schwächen unserer Jungs zu verdanken, dass der Karnevalssamstag nicht zum sportlichen Aschermittwoch wurde. Trotz einer unglaublichen Präsenz und Überlegenheit der Werkself jubelten am Ende die Fohlen über einen eigentlich unmöglichen Punktgewinn. Aber es gibt halt nur eine einzige statistische Zahl, die klare Aussagen zum Ausgang eines Fußballspiels zulässt: die Anzahl der Tore! Ob 99 Prozent Ballbesitz, oder 20 zu 1 Ecken – wenn dem Gegner ein Prozent und eine Ecke zum Sieg reichen, dann spielt Überlegenheit keine Rolle mehr (dieses fiktive Zahlenspiel hat natürlich nur am Rande mit dem Spiel in Mönchengladbach zu tun)!

Schlagzeilen zum Spiel und Meinungen zu einzelnen Spielern findet ihr in den Pressestimmen auf der Homepage der Werkself! Ich werde mich auch diesmal nicht um Fehler und Fehlverhalten einzelner Akteure kümmern, auch nicht um die des Schiedsrichters: Elfmeter nicht gegeben, Tor nicht gegeben! Ja da kann man sich zu recht drüber aufregen. Aber hätten wir drei vermeidbare Gegentreffer verhindert und noch einige der meist klasse herausgespielten Torchancen genutzt – die (Fehl)Entscheidungen der Unparteiischen wären wohl eine wenig beachtete Randnotiz geblieben.

Individuelle Fehler und mangelnde Abstimmung führen oft zu brenzligen Situation, oder wie gestern zu drei Gegentoren. Über die kann man auf dem Platz lamentieren und diskutieren. Man kann aber auch einfach weiterspielen und zum richtigen Zeitpunkt zurückkommen.

Und das ist meine Essenz aus dem Spiel: Wie schon gegen Dortmund hat die Mannschaft Moral und Einsatzwillen bewiesen. Und dass unsere Jungs klasse kicken können, das haben sie auch gestern eindrucksvoll gezeigt. Als der Borussiapark gerade die erneute Führung der Fohlenelf bejubelte, spielte Sebastian Boenisch diesen feinen Pass auf Kies. Stefan beförderte mit seinem 100. Bundesligator die Feierlaune der Fohlenfans postwendend in den Keller und unsere Jungs waren wieder da. Bezeichnend auch die Entstehung des 3-2: Bevor Gonzo fantastisch mit Schü zauberte, erkämpfte sich Kies den Ball in der Hälfte der Borussia und zeigte einmal mehr seinen grenzenlosen Einsatzwillen. Und damit steht er stellvertretend für den Charakter unsere schwarz-roten. Für den auch gestern wieder laut besungenen „Deutschen Vizemeister – SVB!“.

Es macht Spaß mit der Truppe und mit unseren Fans. Auch nach dem späten Ausgleich der Borussia gab es den vollen Support aus der bunt kostümierten Leverkusener Kurve. Noch bevor sich unsere Jungs nach dem späten Ausgleich wieder Richtung Anstoßpunkt orientierten, gingen unsere Hände zum Himmel und produzierten rhythmisches Klatschen bis zum Abpfiff und darüber hinaus. Ich habe schon viele „geile Zeiten“ mit der Werkself erlebt und ich kann mit gutem Gewissen sagen: Die aktuelle Saison ist eine der Schönsten! Und ihr wisst, dass ich solche Aussagen nicht vom sportlichen Erfolg abhängig mache. So wie Cathy ja zuletzt schon geschrieben hat, freue auch ich mich über die Entwicklung von Stimmung und Support. Die Art und Weise, wie die Mannschaft den Weg Richtung Fans sucht und auch findet, trägt sicher auch dazu bei. Kies ist hier sicher auch ein prima Beispiel: Er ist immer für ein Foto mit seinen Fans bereit und über seine Facebookseite lässt er uns auch an seinen (privaten) Gedanken und Stimmungen teilhaben – schön, dass seine Mitspieler hier auch immer aktiver werden.

Und damit sind wir wieder in der sportlichen Realität angekommen. Stefan hat gestern auch gepostet:

 „Jetzt müssen aber wieder einmal Punkte her!“

Die sollten / müssen wir uns am Samstag gegen Augsburg in Leverkusen holen. Vorher steht noch das Hinspiel gegen Lissabon in der BayArena an. Aber bis es soweit ist, wünschen wir euch noch schöne Karnevalstage (soweit ihr euch zur jecken Narrenschar zählt) und sagen zum Schluss natürlich auch noch: „Danke HSV!“

Mit schwarz-roten Grüßen
Klaus

Wir für euch – ihr für uns

Eins ist nach dem Spiel gegen Dortmund ganz klar geworden: wir sind großartig! Und dieses Mal meine ich nicht nur unsere Jungs. Die waren auch klasse, keine Frage. Sie haben grade in der zweiten Halbzeit gekämpft und gespielt, als ginge es um alles. Nein, dieses Mal meine ich vor allem und ganz besonders uns – die Fans.

Ich finde es ist an der Zeit, das recht lustlose Bild, das in den letzten Jahren entstanden ist, zu revidieren. Ich habe grade in der letzten Saison oft erzählt, wie schade ich es finde, dass in unserem Stadion keine Stimmung aufkommen mag. Ich denke seit Sonntag ist wohl jedem klar, dass sich seit dem viel geändert hat. Die Stimmung war zumindest sensationell. Schon nach dem ersten frühen Treffer hatte ich die Befürchtung, dass jetzt alles zusammenbricht. Aber das Gegenteil war der Fall. Der C-Block stimmte an und die Stimmung verbreitete sich. Erst begannen die Leute um mich herum mitzuklatschen. In der zweiten Halbzeit standen sie dann alle und haben mitgesungen.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das gefreut hat. Der D-Block steht. Der D-Block singt. Der D-Block unterstützt seine Mannschaft. Ich weiß, dass das in D-1 immer so gemacht wird und sich auch der ein oder andere in Richtung D-5 dazu hinreißen lässt Stimmung zu machen, aber nicht in dem Ausmaß. Ich kann euch nicht beschreiben, was für ein unglaublich gutes Gefühl das war und ich würde mich gerne bei jedem bedanken, der mitgemacht hat.

Ich habe noch vor dem Spiel erzählt, wie bitter es für mich werden würde, sollten wir verlieren. Ganz ehrlich? So stolz bin ich lange nicht mehr aus den Stadion gegangen. Sicher, unsere Jungs haben zwei, drei echt fieser Patzer gebracht, von denen zwei zu Toren geführt haben, aber selbst das verblasst neben dieser Leistung. Ich habe ewig nicht mehr so viel Kampfgeist gesehen – unsere Mannschaft hat nicht aufgegeben und das haben wir auch nicht. Das war unglaublich und ich kann nicht stolzer sagen: das ist mein SVB und er hat großartige Fans. Was meinst du Klaus?

Da bin ich ganz bei dir, Cathy! Die Stimmung in der BayArena zeigt seit einiger Zeit eine steigende Tendenz, aber so habe ich es schon lange nicht mehr erlebt. Ich habe direkt nach dem Spiel geschrieben: „Nicht glücklich, aber stolz!“ Und das kann ich auch nach zweimal schlafen mit gutem Gewissen wiederholen. Natürlich ist es bitter, dieses wichtige Spiel nicht gewonnen zu haben – obwohl es mehr als möglich war. Viel mehr will ich zu den rein fußballerischen Aspekten auch nicht sagen. Kein „Hätte, wenn und aber“, keine Kritik an Spielern mit vergeben Chancen und unglücklichem Pass-Spiel. Und auch keine Schiri-Schelte, denn der Mann hat mehr richtig gepfiffen, als viele – auch ich – es spontan vermutet haben.

Auch ich stand nach 10 Minuten Kopf schüttelnd und mehr oder weniger fassungslos hinter dem Tor. Aber schon da hatte ich das Gefühl, das wir an diesem Abend kein Debakel unserer Schwarz-roten erleben würden. Wir hatten uns ja schon in der Halbzeitpause kurz ausgetauscht – und wir waren beide sicher – hier kann noch was passieren. Und es passierte etwas wirklich Großartiges! Unsere Werkself kämpfte, spielte und holte sich das Match in der BayArena zurück. Und auf einmal war er da – dieser Funke, der nicht nur auf unsere Fans im C-Block übersprang. Ich habe mich umgedreht und hinter mir standen Menschen und klatschten und schrien, deren Hinterteile sonst eine innige Dauerbeziehung mit der Sitzschale pflegen. Und was mich beeindruckt hat: Nach dem 2-3 für den BVB habe ich so viele Fans gesehen, die sofort wieder für unser Team da waren. Es war dieses „Niemals aufgeben!“ – Credo, das an diesem Abend die BayArena mit einem „Wir-Gefühl“ füllte, das sich schon in den letzten Spielen des alten Jahres andeutete. Es aber jetzt – nach einer Niederlage und dem Verlust von Platz Zwei – so zu erleben, das hatte schon etwas ganz Besonderes.

Auch dieser kurze Moment nach dem Spiel, als die Mannschaft erst ein wenig zögerlich den Weg Richtung Kurve fand, war bemerkenswert. In den Gesichtern unserer Spieler war die Enttäuschung deutlich zu sehen. Aber als sie der Kurve näher kamen und die „Wir sind stolz auf unser Team“-Gesänge immer deutlicher wurden, hatte ich den subjektiven Eindruck, einen Hauch von Entspannung und Anflüge eines Lächelns entdeckt zu haben. Einige Trikots landeten in den Händen begeisterter Fans – die von Stefan Kießling und Sebastian Boenisch, der seinen Vertrag mit der Werkself bis 2016 verlängert hat (sicher eine „News der Woche“ – nicht nur für unsere Cathy).

In Mönchengladbach kann es nur ein Ziel geben: den nächsten Dreier für die Champions-League! Und ich bin sicher, es wird gelingen. Cathy und ich sind am Karnevalssamstag im schwarz-roten Block, wenn es für die Mannschaft mit ihren Fans wieder heißt: „Wir für euch – ihr für uns!“

Und wie beurteilt ihr die Leistung und die Einstellung von Fans und Mannschaft gegen den BVBAntworten und Diskussionen gerne hier als Kommentar, oder auf unserer Facebookseite.