Fußballfans sind keine Verbrecher

Ihr Lieben,

es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich über die Sicherheit in deutschen Stadien auslasse. Dass das Thema mich schon länger beschäftigt, dürfte dem ein oder anderen bekannt sein und ist an anderer Stelle nachlesbar. Ich habe mich schon ums Stadion herum unsicher gefühlt – Grund dafür war jedoch die Polizei. Die letzten Vorfälle in Dortmund und Schalke sind für mich schlichtweg nicht ok und zeigen leider recht deutlich, dass es ein Problem gibt, bei dem es an der zeit ist nicht mehr weg zu schauen.

Ich weiß, dass es einige gibt die recht empfindlich darauf reagieren, wenn man sich positiv zu andere Vereinen äußert – in dem Fall finde ich aber, dass man da eine Ausnahme machen kann und soll. Das was auf Schalke und in Dortmund passiert ist, ist alarmierend. Eine sehr gelungene Zusammenfassung der Problematik gibt es auf Schwatzgelb: Der Konflikt zwischen Fans, Polizei und Politik ist seit dem Relegationsspiel zwischen der Hertha und Fortuna eskaliert. Sicher, das waren nicht die geilsten Bilder und sicher gab es dort Situationen die nicht ganz ungefährlich sind, aber: Wie viele Platzstürme gibt es in der Bundesliga? Wie viele Spiele sind derart aufgeheizt, dass die Zuschauer im Stadion um ihre Gesundheit fürchten müssen?

Wenn man sich in Leverkusen umschaut muss ich sagen: Das war bei mir bisher keins. Sicher, wenn der FC da ist, dann ist schon eine gewisse Spannung in der Luft und ich verstehe auch, dass es vor den Spielen und auch danach sinnvoll ist, die Fans im Auge zu behalten (wobei die gewaltbereiten deutlich in der Unterzahl sind!), aber ich verstehe nicht, warum die Polizei eine solche Präsenz im Stadion einnehmen muss. Im Stadion habe ich noch nie erlebt, dass die Situation eskaliert. Möchte die Polizei zukünftig für jeden gezückten Bengalo in den Block stiefeln? Das halte ich nach dem was auf Schalke passiert ist für die Zuschauer für gefährlicher als ein Bengalo sein kann. Aber wenn sie schon für eine gehisste Flagge stürmen, dann ist der Gedanke nicht ganz so abwegig.

So wenig ich die Reaktion des Innenministeriums und der Polizei auf die Kritik auch nachvollziehen kann, sie zeigt deutlich dass etwas ganz gewaltig schief läuft. Der Fußballfan ist unlängst als Verbrecher abgestempelt, die Medien (sicher nicht alle, aber einige im Besonderen), verbreiten diesen Unsinn. Ich war extrem geschockt zu hören, dass Leute aus meinem Umfeld, die mit Fußball wenig zu tun haben, den Einsatz der Polizei auf Schalke für rechtmäßig eingestuft haben, denn „Man wisse ja, da stehen nur Kriminelle! Da wird das schon richtig gewesen sein!“. Ich muss zugeben, ich war schockiert, aber letztendlich überrascht es mich nicht.

Ich bin Wuppertalerin und schon aus der lokalen Nähe heraus interessiere ich mich für den WSV. Einige werden sicher mitbekommen haben, dass der Verein nach seinem freiwilligen Abstieg durch Insolvenz erst einmal keine Auswärtsspiele bestreiten durfte. Der Grund: Die ZIS vermutete 300 gewaltbereite Fans, von denen viele in Kategorie C einzuordnen seien. Das hat gesessen und zeigt, wie willkürlich die ZIS arbeitet. In der vergangenen Saison war es schon stark, wenn überhaupt 300 Fans sich ein Spiel des WSV angeschaut haben – die Ultras sind auf Grund der nicht haltbaren Geschäftsführung erst gar nicht mehr ins Stadion gekommen. Die Leute die ich bei zwei Spielen gesehen habe, waren in der Regel um die 60. Sind das die herangedichteten C-Kategorie Fans der ZIS? Oder sind es jene 10-15 Mann, die der alte Geschäftsführung im Internet offen und unter Angabe des eigenen Namens gedroht haben? Man weiß es nicht. Das Ende vom Lied: Die ersten Auswärtsspiele müssen jetzt nachgeholt werden und das unter extrem hohen Sicherheitsauflagen und das Bild des WSV-Fas ist mehr als nur angekratzt. Das erste Auswärtspiel wurde übrigens von ca 800 Wuppertalern begleitet. Ausschreitungen gab es keine und das einzige Ärgernis war die lange Wartezeit am Würstchengrill.

Dennoch: Das Image ist kaputt und ZIS, Polizei und Innenministerium tun ihr Bestes um daran nichts zu ändern. Polizisten vor Spielen erlebe ich im besonderen Maße angespannt. Da ist man auch zu Kindern, Jugendlichen oder Leuten ohne Trikot oder Fanutensilien mehr als unfreundlich – denn man weiß ja nie wer ein getarnter gewaltbereiter Fan ist. Mit anderen Worten: Wir sind oftmals Vorverurteilte und das ohne Grund. Das ärgert mich.

Wenn jetzt also die Polizei beschließt, nicht mehr im (und ums) Stadion präsent zu sein, dann sehe ich das als große Chance den ganzen Kritikern zu zeigen, dass sie dort überhaupt nicht benötigt werden. Wir sind keine Verbrecher und wir gehen auch nicht ins Stadion um uns zu prügeln. Wir sind dort um unsere Mannschaft zu unterstützen. Wir sind da um ein schönes Spiel zu sehen. Ich wünsche mir, dass sich jede Geschäftsführung so klar vor die eigenen Fans stellt, wie es auf Schalke passiert ist und ich hoffe, dass jetzt vielleicht doch langsam wieder ein Umdenken passiert, denn Fußballfans sind keine Verbrecher!

Wie seht ihr das? Benötigen wir Polizei in den Stadien und wie kann ein Umdenken passieren?

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Das Spiel ist aus – mein kleiner Rueckblick

Das war sie also, die Saison 2012/13. Wir haben einen soliden dritten Platz gemacht und der Abstand auf den Tabellenzweiten, Dortmund ist mit einem Punkt winzig. Ich bin damit zufrieden, grade nach der verkorksten letzten Saison.

 

Viel geglaubt habe ich zu Anfang nicht, gehofft aber schon, denn wir starteten mit einem Trainerexperiment, einem Haufen von Spielern, die alles, aber keine richtige Mannschaft waren und dem massiven Druck, dass jetzt alles Besser werden muss. Nicht die idealsten Bedingungen, vor allem da wir durch eine auf den ersten Blick nicht ganz verständliche Transferpolitik nicht die ideale Besetzung auf jeder Position zu haben schienen und ich jedes Spiel Angst hatte, Kies könne sich verletzen.

 

Hat er nicht, das Experiment Trainerduo ist geglückt, der chaotische Haufen ist näher an einer Mannschaft als in den letzten Jahren und wir haben mit den Spielern die wir hatten eine qualitativ recht hohe Saison gespielt. Aber schauen wir uns jeden dieser Punkte für sich an. Die häufigste Reaktion auf „Leverkusen hat ein Trainerduo – einen ohne Bundesligaerfahrung und einen ohne Trainererfahrung“ war: Das kann ja nichts werden! Kann ja wohl, möchte ich jetzt grinsend in die Welt schreien. Das mag nicht für jeden gelten, aber mit Sascha Lewandowski haben wir einen Trainer mit Sachverstand und mit Sami einen Teamchef der unsere Jungs kennt und sie zu händeln weiß. Die zwei haben wirklich viel geleistet und ich denke und hoffe, dass diese Saison eine gute Grundlage für die nächste gebildet hat.

 

Denn unsere Jungs sind zwar spielerisch eng zusammen gewachsen, aber Defizite gibt es dennoch, grade in der Chancenverwertung, den Standarts und bei der Passgenauigkeit. Aber sie haben gelernt, zusammen zu spielen und patzen grade in der Abwehr nicht mehr so. Einen großen Anteil daran hat sicher unser Kies, der neben dem erfolgreichen stürmen auch noch fleißig im Mittelfeld und, wenns ganz eng wurde, auch in der Abwehr ausgeholfen hat. Grundsätzlich hat man gemerkt, dass Absprachen untereinander besser funktionierten, das mehr Vertrauen und vor allem Ruhe ins Team eingekehrt ist und das trotz riesen Pressewirbel um die „Akte Schürrle“.

 

Tja und was die Transferpolitik angeht: die hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Wollscheid macht sich toll in unserer Abwehr, Carva ist ein kleiner Störenfried und bringt durch seine spanische Spielweise für den Gegner eine Vielzahl von gefährlichen Momenten und Boenisch und Hegeler haben mich völlig überzeugt.

 

Mein Spiel der Saison gibt es nicht, da müsste ich mich jetzt ja entscheiden. Meine zwei High-Lights waren ganz klar das wirklich grandiose Heimspiel gegen Dortmund – denn obwohl verloren war es doch ganz, ganz groß und mein Auswärtsspiel in Bremen, das, gelinde gesagt, einfach Hammer war. Trotz relativ geringer Mitfahrerzahl war die Stimmung super und die Manschaftsleistung genial. Danke für grade diese beiden Spiele!

 

Dazu kam die immer besser werdende Stimmung im D Block. Das ist ein Thema für sich und da ich leider schon mehrfach extrem dafür angefeindet wurde, werde ich nichts über die Umsetzung, den Umbau und die daraus resultierenden Konsequenzen schreiben. Mir tut es weh zu sehen, wie viele Leute die um mich saßen und die seit ewigen Jahren ins Stadion gehen ab der kommenden Saison vorm Fernseher schauen müssen und die Szenen die sich da am letzten Spieltag ereignet haben, haben mich extrem nachdenklich gestimmt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen Bedanken, die dort waren, die zu jedem Spiel gekommen sind, egal wie das Wetter war, wie „unwichtig“ die Gegner und unspektakulär die Spiele. Ihr habt vielleicht nicht die meiste Stimmung gemacht, aber ihr habt Mannschaft und Verein auf eure Weise unterstützt. Ihr werdet mir fehlen. Wirklich!

 

Was diese Saison aber auch gebracht hat ist dieses Blog. Wie es hier genau weiter geht, weiß ich noch nicht. Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen genauen Plan, inzwischen hat sich aber ein bisschen was geändert, vor allem auf Grund einiger Diskussionen die ich mit einigen Leuten aus der Fanszene hatte. Sobald ich mich entschieden habe, werdet ihr es erfahren. Ich würde gerne weiter schreiben, denn Verein und so viele Leute die daran hängen sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte mich auf jeden Fall auch bei euch bedanken, sei es fürs Mitlesen, „gefällt mir“ klicken oder für eure Kommentare. Das war eine besondere Saison für mich und das möchte ich auf keinen Fall missen.

 

Was mich jetzt natürlich brennend interessiert ist, was euch am besten gefallen hat. Habt ihr Spiele, die euch besonders vom Hocker gehauen haben? Gab es Spieler, die es für euch bis an die Spitze geschafft haben? Was sind eure High-Lights? Ich würde mich freuen, wenn ihr sie mit uns teilt.

 

 

 

 

 

Zwischen Transferchaos und Kaderplanung

Es ist wieder soweit. Die Saison neigt sich dem Ende zu und der Transferpoker beginnt. Doch nicht nur die Vereinsbosse und Spieler plagen sich mit dem Thema herum. Die Zeitungen scheinen sich täglich mit spektakuläreren Spekulationen und auch in Fankreisen werden Spieler nach Belieben hin und her getauscht. Was dabei herauskommt ist ein buntes Potpourri an neuen Mannschaftszusammenstellungen und viel böses Blut, wenn ein vorgeschlagener Spieler in Fankreisen nicht so gut angenommen wird.

Als Leverkusener ist es in den letzten Wochen die Personalie Andre Schürrle, die die Gemüter erhitzt und schon den ein oder anderen Streit provoziert hat. Dazu werde ich jetzt nichts schreiben. Das kann ich machen, wenn in dem Fall eine Entscheidung getroffen wurde, aber diese Spekulationen sind nichts für mich. Zu Schürrle kommt nun die Meldung, dass Robbie Kruse zu uns wechselt. Dazu habe ich tatsächlich noch keine Meinung, denn ich habe ihn so gut wie nie spielen sehen. Aber ich habe eine Meinung zu dem Spielertyp, für den er steht.

Wie oft ich schon gelesen habe, Leverkusen solle einen erfahrenen Spieler verpflichten – wie etwa Berbatov- kann ich schon gar nicht mehr sagen. Wer mich kennt, weiß was ich davon halte. Nichts. Ich würde es schon fast das Bayern-Prinzip nennen. Man holt sich alle zwei bis vier Jahre einen oder mehrere Top Spieler, die Erfahrung haben, auf ihrer Position gut sind und nach der Zeit geht das Spiel von vorne los. Dazu fehlt uns, vorsichtig ausgedrückt, das Geld. Wir können uns nicht alle paar Jahre Spiele für die erste Mannschaft kaufen, die dann möglichst schnell zusammen wachsen und durch Klasse bestechen.

Das Modell, das ich gerne sehe und auch bei uns wiederfinde, ist das des Ausbildungsvereins. Wir kaufen uns (recht günstig) mehr oder minder junge Spieler, bauen sie auf und bilden sie so aus, dass sie in unserer Mannschaft gut spielen. Am Ende kommt dabei ein guter Spieler mit Erfahrung raus, denn man entweder halten kann oder für einen hohen Betrag verkaufen kann. Letzteres finde ich nicht so super. Finanziell macht es Sinn, aber ich denke dass eine Mannschaft dann viel Erfolg haben kann, wenn sie perfekt aufeinander abgestimmt ist. Dass diese Abstimmung wichtig ist, konnte man grade bei dem Spiel der Dortmunder gegen Real Madrid sehen. Der Kaderwert der Spanier ist extrem hoch – da spielen Superstars. Dagegen kommen die Dortmunder so gut sie auch einzeln sind – nicht an. Aber sie spielen einen soliden, guten Kombinationsfußball. Da weiß jeder, wo der andere steht und so kriegt man die Bälle nah vors Tor und mit einem super Stürmer auch darein.

Wir haben so einen Stürmer. Sein Problem? In den letzten Spielen habe ich ihn ständig in unserem Strafraum gesehen. In Mittelfeld entsteht eine Lücke? Kies schließt sie. Die Abwehr pennt, er ist zur Stelle. Das ist extrem ärgerlich, aber darum soll es heute nicht gehen. Ich denke, wir brauchen junge Spieler, die wir so schnell wie möglich in das System unserer Mannschaft integrieren und die wir über mehr als zwei Jahre halten können. Das ist nicht leicht und grade der Fall Götze hat einmal mehr gezeigt, dass noch so große Treuebekenntnisse und Loyalität nichtig sein können, wenn der große FCB und Guardiola winken. Aber ich denke ein Versuch ist es wert.

Wir können uns die Starspieler nicht leisten, die uns ein Spielsystem wie beim FCB ermöglichen. Warum sollten wir es also versuchen? Für mich liegt die Zukunft unseres Vereins in der Ausbildung. Mit einer Mannschaft, in der das Vertrauen untereinander da ist und Absprachen funktionieren ist auch die Meisterschaft drin – daran glaube ich ganz feste.

Was meint ihr? Jugendarbeit oder mehr Geld für Stars? Was bringt die Werkself zum Titel?

Ein letzter Blick aus dem Abseits!

Hallo ihr Schwarz-roten,

wie ihr sicher gemerkt habt, habe ich meine Blog-Posts in letzter Zeit stark reduziert. Das hat in erster Linie mit meinen beruflichen Aktivitäten, vor allem im Onlinebereich zu tun. Meine Zahnblogs beschäftigen mich täglich und ich werde mich künftig ausschließlich darauf konzentrieren.

Cathy wird „auch-mal-abseits“ weiter mit Leben und ihren schönen Texten füllen – im Blog und auf Facebook. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr treue Leser, begeisterte Fans und kritische Diskussionspartner bleiben würdet.

Mir hat die Zeit mit Euch hier sehr viel Spaß gemacht und natürlich werde ich lesen und kommentieren.

Wir sehen, hören und lesen uns im Netz, im Stadion und natürlich demnächst wieder in der Champions-League!

Schwarz-rote Grüße

Klaus

Frust! Frust über Dummheit und den Mangel an Respekt!

Mir fällt es außerordentlich schwer, ein paar vernünftige, grammatikalisch korrekte Zeilen aufs Papier zu bringen, denn ganz ehrlich? Ich war lange nicht mehr so enttäuscht und traurig. Das was sich nach dem letzten Spiel in Fankreisen auftut ist gelinge gesagt abartig. Wir haben nur einen Punkt mitgenommen und kein Tor geschossen. Das ist frustrierend und diesen Frust lasse ich gerne jedem. Ich bin es auch – denn ich hatte mir einen klaren Sieg gewünscht. Naja, das Leben ist nun mal kein Ponyhof und Fußball ist noch immer ein Sport.

Das was sich zur Zeit im Internet abspielt – grade auf Facebook, das hat mit Fußball, dem Fan sein und auch mit Frust nichts mehr zu tun. Da werden Spieler nicht nur in Gruppen beleidigt, nein, das Ganze hat sich jetzt auf die Seiten der Spieler verirrt. Dort werden sie ganz offen beschimpft und angegriffen und zwar in erhöhtem Maße.

Ich weiß und bin mir sicher, dass die Mehrheit der Leute, die hier mitlesen darüber genau so entsetzt sind, wie Klaus und ich – deswegen seid ihr mit den nächsten Zeilen auch nicht angesprochen, aber es muss raus, sonst platze ich!

Ganz ehrlich? Ist euch nicht bewusst, dass am anderen Ende des PCs Menschen sitzen? Ist euch nicht klar, wie verletzend Worte sein können? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr so angegriffen würdet? Und ihr nennt euch Fans? Das Konzept solltet ihr überdenken! Mobbing ist immer ein no go und eure Beschimpfungen und Anfeindungen fallen genau darunter! Denkt ihr, dass ein Spieler – dem es dank solcher Anfeindungen wahrscheinlich noch schlechter geht als vorher – beim nächsten Spiel besser ist? Ganz sicher nicht. Das ist bloß zusätzliche Belastung.

Jeder der sich über die Verfassung unserer Jungs beschwert, sollte vielleicht seinen Job als Fan ernster nehmen. Es ist und bleibt die Aufgabe unserer Trainer den Spielern für nicht erbrachte Leistung den Arsch aufzureißen – nicht unserer! Ich sage es gerne ein weiteres Mal: Das sind alles Menschen! Behandelt sie mit dem gleichen Respekt, mit dem ihr behandelt werden wollt!

So, genug geschimpft! Für mich geht die ganze Konzentration auf Samstag und unser nächstes wichtiges Spiel.“ Wie sieht es bei dir aus Klaus? Magst du auch noch etwas dazu sagen?“

„Aber sicher Cathy!“ Eins vorweg: Fans dürfen und sollen kritisieren. Fans haben das Recht, sich über schwache Leistungen und verpasste Chancen aufzuregen! Weil Fans trotzdem hinter ihrer Mannschaft stehen und auch nach noch so miesen Darbietungen den nächsten Spieltag nutzen, um wieder alles für das Team zu geben. Einige sind in ihrer Kritik laut und deutlich, andere eher zurückhaltend. Was uns vereint, ist der Blick nach vorne und die Unterstützung für das Team – ob im Stadion, oder auch hier im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich habe ja schon am Sonntagabend die eine oder andere Diskussion zu dem Thema geführt – da, wo sich diskutieren gelohnt hat.

Über die Vollpfosten, die du angesprochen hast, will ich mich gar nicht mehr aufregen, da ich sie sowieso nicht zu den sogenannten Fankreisen zähle. Hier wird Facebook zum Medium für Schreihälse, denen sonst niemand zuhört. Ich habe immer das Gefühl, diese   „Gefällt mir-Klick-Sammler“ fühlen sich persönlich beleidigt, wenn ihre Mannschaft verliert und kommen nicht damit klar, auch mal zu den Verlierern zu gehören: „Hey Erfolgsfans, kein Problem. Sucht euch einfach einen anderen Verein – wir freuen uns!“

Ich spreche hier natürlich nicht über euch – das ist klar! Ich weiß, dass viele von euch am Sonntag auch sehr enttäuscht und gefrustet waren – das habt ihr geäußert und das war so auch ok! Aber: Wer unsere Spieler (und auch die Menschen aus dem Club, die nicht unmittelbar auf oder neben dem Platz stehen).beleidigt, beschimpft und ihnen Verletzungen wünscht – der fällt bei mir definitiv nicht in die Kategorie Fan. Egal, ob er noch nie ein Spiel live gesehen hat, oder ob er sich mit seinen Vereinsfarben um den Fußballglobus gedreht hat.

Und noch was: Wir sind Tabellendritter der Fußball-Bundesliga und liegen einen Punkt hinter dem Meister aus Dortmund. Da jammern einige mal wieder auf ganz hohem Niveau!

Und jetzt konzentrieren wir uns auf den Samstag und das Spiel gegen Stuttgart. Mit einer Werkself, die alles geben wird und ihren Fans, die sie 90 Minuten lang bedingungslos unterstützen werden – da bin ich mir sicher!

„Einspruch“ … gegen die B-Elf!

Nach der EURO-Niederlage gegen Lissabon machte – mal wieder – ein seltsamer Begriff die Runde in Fan- und Medienkreisen: Die B-Elf!

Ich kenne die B-Klasse, die B-Säule, B-Ware, Güteklasse B und dann gab es auch mal die Deutsche B-Fußballnationalmannschaft (siehe Wikipedia). Aber eine schwarz-rote B-Elf? Was soll das? Das bleibt wohl das Geheimnis einiger Journalisten und der wenigen selbst ernannten Top-Trainer auf der Tribüne und auf der heimischen Couch.

B-Elf! Das klingt für mich nach Fußball von minderer Qualität und ich frage mich, welcher unserer Spieler denn so eine Bezeichnung verdienen würde. Mit Sicherheit fällt mir da niemand ein – und ich fände diese Klassifizierung auch unverschämt!

Es gibt für Trainer immer aktuelle Zwänge, besondere Gründe und taktische Überlegungen bei der Aufstellung der Mannschaft (Gründe, die übrigens nicht jedem Kritiker bekannt sind). Das Ziel ist immer der Erfolg und jeder Trainer ist davon überzeugt, die jeweils richtige Elf auf das Feld zu schicken. Dass am Ende auch mal eine Enttäuschung stehen kann, ist im Fußball normal. Und wäre es anders – es wäre ja einfach: Immer die A-Elf aufstellen und dann läuft es schon (nur seltsam, dass auch mit den so vehement vermissten und geforderten Spielern nicht alle Spiele gewonnen wurden).

Bei uns steht keine A-Elf und auch keine B-Elf auf dem Platz. Egal, wer gerade spielt – es ist immer unsere Werkself! Das wissen wir, das wissen unsere Fans und das werden wir auch heute gegen Augsburg erleben: Wir für euch – ihr für uns!

In diesem Sinne und mit schwarz-roten Grüßen
Klaus

Vom Fan werden: „Oh, liebstes LEV!“

Ich kann gar nicht genau sagen, warum mir ausgerechnet  jetzt der Gedanke zu diesem Text gekommen ist. Um über die Gründe für Liebe und Leidenschaft zu seinem Verein zu schreiben, gibt es weder einen richtigen, noch einen falschen Zeitpunkt. Im Grunde genommen geht das immer. Auslöser war wohl eine kleine Diskussion unter Bayer 04 – Fans auf Facebook. Sinngemäß hieß es da beispielsweise: „Ich finde es schade, dass der Bayer in Deutschland nicht so eine große Anerkennung hat“, oder „Ich werde blöde angeschaut, wenn ich sage, dass ich Bayer-Fan bin“.

Mal unabhängig von der Tatsache, dass ich beide Aussagen so nicht (mehr) tragen kann und es (mittlerweile) auch anders erlebe, hat sich mir beim Lesen eine Frage gestellt: „Ist es nicht völlig egal was andere dazu sagen, dass mein Fußball-Herz für die Werkself, für einen Rekordmeister, für einen mal mehr mal weniger erfolgreichen Zweitligisten, oder einen schwarz-gelben Doppel- und Dreifachmeister schlägt?

Spielt es eine Rolle, ob mein Verein immer im TV zu sehen ist? Ist es wichtig, dass ich in jeder größeren Stadt Butterbrotdosen, Schnuller und andere Merchandisingartikel in meinen Vereinsfarben kaufen kann? Sollte es mir nicht egal sein, ob ich Blicke des Mitleids oder der Anerkennung zugeworfen bekomme, wenn ich mich als Fan meiner Mannschaft oute?

Ja, sollte es – und es ist mir egal. Denn wäre es mir nicht egal, hätte ich persönlich ein Problem, mich „Fan“ zu nennen – aber das soll bitte jeder für sich entscheiden. Als Fan ist meine Nähe zu einem Verein, einer Mannschaft, in erster Linie durch Emotionen bestimmt. Durch Gefühle, die irgendwann einmal durch irgendetwas ausgelöst wurden: ein unvergessenes Spiel, Familientradition, beste Freunde. Oder das Wichtigste (so vermute ich, wird es bei den meisten sein) – der Verein ist mit Begriffen verbunden wie Heimat, Wurzeln, oder Zuhause.

Mal abgesehen von ein paar Monaten nach meiner Geburt in Köln und den letzten zwölf Jahren, habe ich fast vierzig Jahre meines Lebens in Leverkusen verbracht. Und auch wenn ich nicht immer ein Fan von Bayer 04 war (das begann erst so richtig mit ca. 15 Jahren – 1979) gehörte der Verein doch zu meinem Leben dazu wie die Orte, zu denen ich immer die passenden Bilder habe, wenn ich mal wieder durch die Farbenstadt fahre: Bürrig (Kindheit und Jugend), Rheindorf (die Steppenwölfe), der Wasserturm und das Bayerkreuz (unsere Wahrzeichen), die Dhünn (Fahrradwege und Schlittenberge), der Reuschenberg (Abenteuerwald), die Carl-Duisberg-Schule (Abitur), Rundsporthalle und Kurt-Rieß-Halle (Handball), Sport-Center Samurai (Trainer und Training) – und eben auch das Stadion.

Viel von dem, was mich dann bewegt, finde ich wieder in einer kleinen Hommage von Schauspieler und Bayer-Fan Jan-Gregor Kremp an seine Heimatstadt:

“Oh, liebstes Lev! Pardon, verzeih’, das wird wohl nichts – das mit der Wahl zu Deutschlands schönstem Ort. Und schmink’s Dir ab: Du wirst auch nicht Kulturhauptstadt. Die Dhünn, die Dhünn, die heißt so, weil’s so ist. Doch komm’ ich heim, dann leuchtet mir mein Bayerkreuz. Das war schon so, als ich noch bartlos war. Ich kam zurück von öder Verwandtschaft. Und sah ich’s Kreuz, da wusst’ ich: Ich bin da. Oh, liebstes Lev! Du bist ja mein Zuhause. Du bist das Herz von meiner kleinen Welt. Ich hab’ die Erde mehrfach kreuz und quer durchfahren. Doch will ich sein beim alten Vater Rhein. Verseuchte Erde bleibt doch Heimatboden. Dort wo 04 dem Abstieg ewig trotzt. Meine Geburt, mein erster Kuss, mein letzter, gehör’n zu Dir wie Aspirin und Bier.“

(Das Lied „Liebstes Lev“ befindet sich auf der CD „Hundert Prozent Leverkusen“)

Auch wenn ich jetzt schon länger in einer Nachbarstadt wohne und arbeite –  und „Zuhause“ da ist, wo ich mit meiner Familie glücklich bin: Die kurze Fahrt nach Leverkusen ist immer wieder ein Besuch in der Heimat. Dazu gehört eben auch die Werkself.

Ich finde unseren Club geil – weil er ist, wie er ist. Und das zeichnet Fans doch aus. Uns ist es egal, ob andere Stadien voller, andere Fans lauter, oder die Pokalvitrinen mehr gefüllt sind. Wer seinen Verein und den Fußball liebt, der soll es zeigen dürfen – mit Leidenschaft, friedlich, egal wann und egal wo und unabhängig davon, was andere von unserer Fußballiebe halten. Das gilt für uns Werkself-Fans genauso, wie für den Rest der Fußballrepublik Deutschland. Und jeder Fan, der zu seinem Verein, seiner Leidenschaft steht, verdient unseren Respekt!

Seid einfach stolz auf euren Club, auf euer Team – ich bin es auch!

Und wie seht ihr das? Wie wichtig ist es, wie andere euren Lieblingsverein sehen?

(Antworten und Diskussionen gerne hier als Kommentar, oder auf unserer Facebookseite)

Neverkusen means Vizekusen: Schwarz-rot international!

Viele von euch kennen mittlerweile das außergewöhnliche Projekt von Friederike, Eric, Patrick und Tom – den „Neverkusen-Podcast“ (nein, ich bin nicht immer eurer Meinung, aber ihr seid großartig).

Auch das Magazin „NORDKURVE aktUL“ ist auf die internationalen Vizekusener aufmerksam geworen und hat sich mit Eric, dem Bayer-Fan aus LA, unterhalten

Auszug:

„Am Ende, glaube ich, stehen wir als Dritter hinter den 

Bayern und dem BVB, aber eine Champions League-Einladung bekommen wir bestimmt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Bayern jetzt in der Rückrunde ein paar Punkte liegen lassen. Und wer weiß, vielleicht können wir die noch einholen und endlich an ihnen vorbeiziehen. Aber ich bin auch lange genug Leverkusen-Fan um zu fürchten, dass alles noch in die Hose gehen könnte. Nein, lassen wir das lieber. Ich finde die Mannschaft wahnsinnig toll dieses Jahr und wenn es wieder „Vizekusen“ – oder Neverkusen“ – heißt, bin ich verdammt zufrieden. Hauptsache, wir sind die Nummer eins am Rhein – und so wird es immer sein!“

Das Interview mit Eric – mit vielen Infos zur Idee, der Entstehung und den Themen des Podcasts – lest ihr hier: Neverkusen

Der Fan, der Fan, der Fußballfan!

Nachdem Klaus seine Gedanken zum Thema Fans geteilt hat, möchte ich euch meine Sicht der Dinge natürlich nicht vorenthalten. Ich bin 2009 zu Bayer Leverkusen gekommen – habe den Verein besser kennen und lieben gelernt. Ich weiß, dass ich damit ein recht „junger“ Fan bin. Das habe ich auch schon des öfteren vorgehalten bekommen. Als ich nach der ersten Findungsphase, was den Verein angeht, einem anderen Leverkusener erzählt habe, wir seien Fans vom gleichen Verein, hat dieser nur den Kopf geschüttelt und mir gesagt, ich hätte erst das Recht mich Fan zu nennen, wenn ich mindestens 10 Jahre im Besitz einer Dauerkarte sei.

Das hat gesessen und ich bekomme den Gedanken seither auch nicht mehr aus dem Kopf. Darf ich mich tatsächlich nicht als Fan bezeichnen? Und all jene, die von weiter her kommen oder die sich keine Dauerkarte leisten können auch nicht? Ganz ehrlich? Solche Aussagen kann ich nicht für voll nehmen. Mir ist es egal, ob jemand seit einem Tag, einer Woche, einem Monat oder 20 Jahren an dem Verein hängt – wer mit ganzem Herzen dabei ist, ist ein Fan. Punkt.

Es gibt allerdings ein paar Dinge, da kann selbst ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich sitze im D Block. Der Bereich ist extra für die Fans aus Leverkusen da. also gab es da ein paar Dinge, die ich erwarte habe, als ich das erste Mal dort Platz genommen habe. Das klingt dramatisch, ich weiß. Dabei sind es Sachen, die für ich so alltäglich sind, dass ich es schade finde, dass ich sie noch einmal erwähnen muss. Ich dachte früher (jugendlicher Leichtsinn) immer, dass die Leute ins Stadion gehen um ein Teil des ganzen zu sein. Die Mannschaft anfeuern gehört für mich ganz klar dazu.

Wenn jemand nicht mitsingen mag, oder aber die Texte nicht kennt, dann kann ich das voll und ganz verstehen. Wenn jemand nicht mit klatscht, weil er einen Tennisarm oder einen eingeklemmten Nerv hat, dann verstehe ich auch das. Aber wenn jemand einfach keine Lust darauf hat und dann noch die umsitzenden Menschen anpöbelt weil sie ihm mit dem Geklatsche auf die Nerven fallen, dann finde ich das wirklich traurig. Denn für mich gehört das zum „Fan und im Stadion sein“ einfach dazu. Ich klatsche und singe (meistens schräg) um meine Mannschaft anzufeuern. Um ihnen zu zeigen: „He, hier bin ich und ich glaube an euch! Ihr packt das! Ich gebe mein Bestes (Lautestes) für euch und ihr euer Bestes für mich“.

Und trotzdem werde ich akzeptieren, dass manche Leute sich ihr „Stadionerlebnis“ anders vorstellen. Ich werde nichts dazu sagen, dass sie mitten in einer spannenden Spielsituation erst einmal ihre Brotdose auspacken und eine Stulle essen. Und ich werde auch niemanden an den Pranger stellen, der mit Nichtwissen das Stadion zusammen brüllt. Jeder ist ein Fan und jeder auf die für ihn richtige Weise. Ich denke diese Vielfältigkeit macht die Szene so lebendig. Und dennoch, hoffe ich im Stillen, dass sich um mich herum noch mehr Fans finden, die für positive Stimmung im Stadion sorgen wollen. „Ihr für uns, wir für euch“ war ganz klar das Motto der Hinrunde – so soll es für mich auch in der Rückrunde sein.

Aus dem Fanarchiv: Januar 2012 – Barbecue in Bremen!

Ich habe auf meiner Festplatte einen Bericht gefunden, der im vergangenen Jahr auch im BayArena-Magazin erschienen ist. Mit unserem Fanclub „Haberlands Erben“ ging es zur Grilltour nach Bremen. Da ich so schöne Erinnerungen an die Tour an die Weser habe – hier ein Griff ins Fanarchiv vom 28. Januar 2012.

Barbecue in Bremen – Ein Reisebericht 

Samstagabend, 18.00 Uhr, ein Parkplatz an der A1, kurz hinter Bremen. Die Autos donnern in regelmäßigen Abständen an uns vorbei und die wenigen Parkplatzbesucher wirken verwundert und irritiert. Denn trotz Kälte und Dunkelheit feiern wir – rund 30 Fußballfans der Werkself, die gerade einen Punkt bei Werder Bremen geholt hat – eine lustige Grillparty an diesem ungemütlichen Fußballsamstag. Mit dabei, alles was zu einem richtigen Barbecue gehört: Brötchen, selbstgemachte Salate, Koteletts, Würstchen, Ketchup, Senf und Bier. Seit sieben Jahren sind das die Tour-Zutaten für den Fanclub „Haberlands Erben“, wann immer es die Werkself und ihre Fans nach Bremen zieht. Eigentlich ist das Weserufer die traditionelle Location für die Grillpartie der „Erben“ und ihrer Gäste, aber in dieser Saison musste schon bei der Abfahrt in Leverkusen umdisponiert werden.

Haberlands Erben - Barbecue in Bremen

Haberlands Erben – Barbecue in Bremen

Rund 10 Stunden vorher sollte meine erste Grilltour mit den Schwarz-roten aus der Farbenstadt losgehen und alle waren pünktlich. Nur auf den Bus warteten wir zunächst vergeblich, der rollte rund 45 Minuten zu spät auf den Parkplatz unter der Stelze, aber er rollte und das war schließlich die Hauptsache. Die Fahrt im Reisebus mit den Haberlands Erben, einigen Vikings und einem Grizzly (auch Fans ohne Fanclub-Mitgliedschaft waren dabei) startete mit Verspätung, aber mit jeder Menge guter Laune, viel Musik und einer ausreichenden Menge fester und flüssiger Verpflegung. Nur eins war klar: das mit dem Grillen am Weserufer könnte knapp werden, also einigten wir uns mit dem lustigen Busfahrer Achim auf einen Grillstop nach dem Spiel.

Mit unserem Fanbeauftragten Paffi besetzte ich die hinterste Bank des Busses und die Fahrt nach Bremen verlief glatt und ohne besondere Vorkommnisse. Mal abgesehen von einigen ungewohnten Klängen, zumindest was meine Ohren betraf. Zwischen den erwarteten Fußball- und Rocksongs spuckten die Boxen – unmittelbar über meinem Kopf platziert – auch solche Texte aus: „Lotusblume hab ich dich genannt, als die rote Sonne in Japan versank“, oder auch dieses mir völlig unbekannte Gesangswerk „Ich fand das ganz große Glück in einem Zug nach Osnabrück“ – wer es mag … !

Die Werkself erkämpfte sich bekanntermaßen einen Punkt im Weserstadion, mit dem wir alle dann doch irgendwie zufrieden waren, und wir konnten den Busparkplatz am Stadion pünktlich verlassen. Höchste Zeit, denn den meisten Mitreisenden konnte man den Hunger auf Würstchen und Salat ansehen, der ja eigentlich schon vor Stunden hätte gestillt werden sollen. Aber wir Fußballfans sind ja hart im Nehmen und die Aussicht auf unser Bremen-Barbecue hielt uns alle bei bester Laune.

Wir mussten auch nicht lange fahren, bis Achim den Blinker rechts setzte und den Bus unmittelbar vor dem Toilettenhäuschen – wie praktisch – parkte. Was folgte, sah routiniert und geübt aus: Schwenkgrill aufbauen, Kohle anzünden, kurz durchglühen lassen, Fleisch auflegen. Grillen in Bremen! Wie kommt man denn bloß darauf? Ein Frage, die mir der „Chef“ der Haberlands Erben, Carsten Cramer, beantwortete:

„Alles begann in der Saison 2005/2006. Die Parkplatzsituation in Bremen war eine Katastrophe und die Abfahrt dauerte ewig. Einem unserer Mitfahrer kam dann, wohl mehr aus Spaß, die Idee: man könnte sich ja einen Einweggrill holen und auf dem Parkplatz grillen. Gesagt getan! Einweg-Grill und Würstchen holten wir an einer Tankstelle und nach dem Spiel wurde auf dem Parkplatz gegrillt. Es gab einige Bremer, denen die Idee gefiel. Die Polizei war überrascht, hatte aber keine Einwände.“

Weserstadion - Carsten und Klaus

Weserstadion – Carsten und Klaus

Aus der spontanen Idee wurde eine Tradition, die immer mehr Anhänger fand. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein großer Reisebus gemietet, der die Werkself-Fans auf den Parkplatz an der A1 brachte. Und denen fehlte es wirklich an gar nichts. Die selbstgemachten Salate waren klasse, die Brötchen knusprig und das Fleisch professionell gegrillt – dazu heiße und interessante Diskussionen rund um den Fußball im Allgemeinen und Bayer 04 im Besonderen.

Gegen 20.00 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Leverkusen. Zurück blieb ein Parkplatz, dem man nicht ansehen konnte, dass hier kurz zuvor ein Grillfest mit 30 Fußballfans stattgefunden hat – und auch das gehört dazu, wir Carsten mir erklärte: „Wichtig ist uns als Haberlands Erben, dass bei der Aktion kein Müll zurück bleibt. Der wird entweder mitgenommen und dann in Leverkusen entsorgt, oder wir entsorgen ihn direkt am Grillort, in öffentlichen Mülleimern.“

Ich war satt und müde, als ich kurz vor Mitternacht wieder zu Hause war, aber ich habe mir eins fest vorgenommen. Bei der nächsten Grilltour der Haberlands Erben bin ich wieder mit dabei und an dieser Stelle habe ich eine kleine Bitte an die Verantwortlichen bei der DFL. Wenn der Spielplan für die Saison 2012 / 2013 erstellt wird, dann achtet doch bitte auf eine Spielpaarung ganz besonders: Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen. Ich persönlich würde mir ein Spiel im Frühjahr, oder im Sommer wünschen. Ihr wisst schon, wegen Weserufer und Barbecue in Bremen!

Auch wenn es in diesem Jahr kein Barbecue an der Weser gab – zumindest war ich nicht dabei – war Bremen 2012 sicher eine Reise wert.

Klaus