Ein fulminanter Auftakt und große Emotionen

Das war es also – unser erstes Spiel nach der Winterpause. Ich gebe zu, ich war ganz schön aufgeregt. In der Hinrunde war ich der Meinung, Frankfurt würden wir locker schlagen – also wollte ich an dieses Spiel mit etwas weniger Euphorie gehen. Dass das nicht geht, habe ich spätestens dann gemerkt, als das Stadion in Sichtweite kam. Die Stimmung in beiden Fanlagern war gut, die Polizei zwar überdeutlich aber nicht ganz so Unruhe stiftend wie noch im letzten Jahr.

Und dann ging es los… Ich kann nicht sagen ob es an der Kälte lag, aber ich hatte das Gefühl, dass alle Beteiligten erst einmal warm werden mussten. Die Fangesänge waren nicht ganz so laut wie zum Ende der Hinrunde, das Zusammenspiel der Mannschaft eher unruhig, naja und den Frankfurter-Fans muss es sehr kalt gewesen sein, denn anders kann ich mir diese überflüssige und entnervende Zündelei nicht erklären. Auf letzteres werde ich jetzt nicht weiter eingehen, so ein Thema verdient einen eigenen Beitrag. Nach dieser Spielunterbrechung ging es dann auch erst so richtig los. Beide Mannschaften kamen ins Spiel, aber unsere Jungs waren schlicht weg besser.

Einer ist mir dabei (wieder) ganz besonders aufgefallen. Ich hatte in meinem Saisonrückblick ja schon anklingen lassen, dass ich eventuell, vielleicht ein wenig mein Herz verloren haben und genau das hat sich gestern bestätigt. Sebastian Boenisch ist und bleibt eine Wucht. Wie er sich ins Team eingefügt hat ist schon eine Klasse für sich. Ihm schreibe ich einen großen Anteil an dem gestrigen Spielverlauf zu. Es fasziniert mich schlichtweg wie richtig er in den entscheidenden Momenten steht, wie passgenau er spielt und wie wunderbar er auf jeder Position im Feld Sicherheit zeigt. Ganz ehrlich, ich würde mich mehr als nur freuen, wenn er auf Dauer bei uns bleibt!

Am Anfang der Saison war ich mir noch sicher, dass ein Ausfall Kadlecs nicht zu kompensieren ist – und ich bin froh, dass mir das Gegenteil bewiesen wurde. Tatsächlich ist unsere Defensive deutlich stärker geworden und das war für mich eine unserer großen Schwachstellen. Auch gestern haben sich immer wieder ein paar Patzer eingeschlichen, aber die Tendenz ist steigend und das freut mich. Aber ich will mich heute mal nicht mit Fehlersuche oder einer Statistik aufhalten – das Spiel war emotional und so möchte ich es auch behandeln.

Aufhänger gab es ja genug. So etwa Kies und sein 99. Ligator und das vor den Augen Jogi Löws. Was? Ja, genau. Der deutsche Bundestrainer hat sein Navi tatsächlich dazu gebracht, ihn nach Leverkusen zu bringen. Ob es was gebracht hat wird sich zeigen. Auch Andre Schürrle konnte ein wenig seine Stärke demonstrieren, als er unsere 1904 perfekt machte. Alles in allem – sehr gelungen. Etwas tragisch sah dagegen Simon Rolfes aus. Latte – Torwart – Gegenspieler – Teamkollegen sie alle standen seinen Bällen aufs Tor im Weg. Dennoch, man kann ihm nicht vorwerfen, er habe es nicht immer wieder versucht. Aber was wollen wir uns auch beschweren? Unsere Jungs haben drei Tore geschossen – drei über die ich mich sehr freuen konnte. Der Sieg war verdient und es war ein extrem gelungener Einstieg in die Rückrunde. Zwar war nicht alles perfekt aber ich hatte Spaß beim Zuschauen, was mich sogar die Kälte ein wenig vergessen lassen hat. Meine Zehen waren nach dem Spiel tot (und das trotz zwei Paar Strumpfhosen und zwei Paar Socken) doch ich habe meine Anwesenheit im Stadion nicht eine Minute bereut.

Was am Ende zählt sind die drei Punkte, die auf unser Konto gehen. Außerdem habe ich eine Entscheidung getroffen. Nein, ich werde mir nicht Boenischs Antlitz auf den Allerwertesten stechen lassen (das schlug man mir tatsächlich gestern vor) – aber ich werde wohl zum ersten Mal ein Trikot beflocken lassen. Das wollte ich nie, aber ich denke, jetzt ist genau die richtige Zeit dafür. Wessen Name und Nummer da drauf kommen, das könnt ihr euch sicher denken…

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3 Gedanken zu „Ein fulminanter Auftakt und große Emotionen

  1. Dem habe ich auch nicht viel hinzuzufügen. Die Begeisterung für Sebastian Boenisch kann ich nachvollziehen – ausschließlich sportlich! Die leichten Probleme in den ersten 15 Minuten haben wir alle gesehen, ansonsten hatte ich schon seit Jahren nicht mehr so ein gutes Gefühl nach der Winterpause. Und die Jungs haben irgendwie da weiter gemacht, wo sie 2012 aufgehört haben. Die Schwachsinnsaktion in der Frankfurter Kurve werde auch ich nicht kommentieren. Ein Bärendienst in jeder Hinsicht, wie auch Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler meinte. Nach der Feuerpause kamen unsere Jungs gestärkt aus der Kabine und nahmen sich die drei Punkte fast nach Belieben. Für die kommenden Aufgaben sind wir gerüstet!

  2. Sehe das beim Boenisch ähnlich. Als es bekannt wurde, habe ich gedacht, na toll.
    Wieder so ein ewiges Talent, dass sich hier nur die knete abholt.
    Aber ich muss mich für diesen Gedanken entschuldigen!!
    Er hat sich von der 1.min.an voll reingehangen & ist in dieser Form, eine Verstärkung für die Mannschaft.
    Und ich hoffe, er wird seine Leistung beibehalten, denn so eine „Kampfsau“ finde ich gut.

  3. Pingback: Die Blog- & Presseschau für Montag, den 21.01.2013 | Fokus Fussball

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