Nach der Winterpause: Top oder Flop?

Es gibt untrügliche Anzeichen für das Ende der Fußball-Winterpause: Die Temperaturen sinken deutlich unter Null Grad, es liegt Schnee und die Gefahr der wetterbedingten Spielabsagen wird größer. Pünktlich zum Auftakt des 18. SpieItages sind in der Gelsenkirchener Fußballhalle die Loipen einem Rasen gewichen und endlich rollt wieder der Ball. Schluss mit den Bemühungen, gewissen Randerscheinungen der Fußballbundesliga eine Art von Spieltagsrelevanz anzudichten. Ach ja – und das Topspiel (2-4) steigt dann auch direkt am Samstag in Leverkusen (dazu gleich mehr).

Ich weiß ja nicht wie ihr das seht – aber mal ehrlich: Es geht doch nichts über den wahren Kampf um Punkte und die nächste nationale oder internationale Pokalrunde (ok, auch nicht mehr für jeden). Da sind Freundschaftsspiele in der Wüste und Mini-Turniere, in denen sich diverse Teams aus unterschiedlichen Ligen in mehr oder weniger pflichtspielähnlichen Begegnungen um den Ball streiten, doch kein Ersatz. Bitte nicht falsch verstehen: die Winterpause ist wichtig! Neue Spieler verpflichten, Trainer tauschen, Kräfte tanken, ausruhen, regenerieren und einfach mal den Fußball Fußball sein lassen – das brauchen Vereine, Spieler, Schiedsrichter und sicher auch so mancher Fan. Und natürlich ist es nicht so, als würde die Fußballwelt zwischen Weihnachten und der nahenden Karnevalszeit eingefroren sein. Täglich melden sich die Medien mit den unterschiedlichsten Geschichten rund um den Fußball. Ob überraschende bis sensationelle Entwicklungen auf dem Spieler- oder Trainermarkt, beängstigende Tendenzen in diversen Fanszenen, oder die privaten Probleme prominenter Pärchen – es tut sich immer was. Und doch ist das alles nichts gegen die Emotionen und Diskussionen, die das richtige Spiel mit sich bringt.

Die Hoffnungen und Erwartungen bei den Fans sind groß: Bleibt mein Team da oben, fragen sich die einen, während die anderen hoffen, dass das neue Jahr endlich den ersehnten Erfolg mit sich bringt. Sämtliche Erkenntnisse, die aus den Spielen und Trainingseinheiten der letzten Wochen vermeintlich abzulesen sind, müssen mit dem Anpfiff des 18. Bundesligaspieltages umgesetzt werden – eine nicht immer erfolgreiche Vorgabe. Für viele ist so eine Rückrunde oftmals mit unliebsamen Überraschungen verbunden. Die Sportschau hat übrigens mal die tiefsten Stürze nach der Winterpause zusammengefasst. Der „Sieger“ purzelte nach Platz zwei am 17. Spieltag noch zwölf Plätze tiefer. Wer das war? Nachzulesen hier: Nach der Winterpause abgestürzt!

Die Winterpause der Werkself verlief – aus der Ferne betrachtet – weitestgehend normal. Thematisch herausragend sicher die Verpflichtung von Arkadiusz Milik. Der junge Nationalspieler aus Polen ist einer, der uns kurzfristig weiterhelfen kann (oder auch muss) und auch langfristige Perspektiven besitzt. Wie sagt man so schön: „Eine Investition in die Zukunft“. Zudem wurde Carlinhos nach Regensburg verliehen – auch hier eine gute Entscheidung, weil der Junge einfach spielen muss. Und nicht zu vergessen: Samis Wahl zu Finnlands Trainer des Jahres. Sicher auch eine Auszeichnung des Fußballers und des Menschen Sami Hyypiä in seiner Heimat. Bescheiden wie er ist, lautete sein Kommentar „Es gibt doch bessere Trainer in Finnland“. Mag sein, das kann ich nicht beurteilen. Für uns gehört er zu den Besten – ein Glücksgriff in vielen Bereichen.

Für das Spitzenspiel gegen den Tabellenvierten aus Frankfurt fordert Sami „Wir müssen besser verteidigen“. Das ist der Werkself in der Regel ja gut gelungen – vor allem in der BayArena. Erst fünf Gegentreffer auf eigenem Platz, das ist der Spitzenwert in der Liga. Personell ist die Lage einigermaßen entspannt: Karim fehlt noch nach seiner Schambein-OP und Katsche konnte aufgrund einer Virus-Infektion nicht trainieren. Ansonsten sind wir „Fit und fertig“, sagte Sami auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Die Werkself ist im Januar 2013 für mich „Top“ und ich bin natürlich mächtig optimistisch, dass der Start in die Rückrunde gelingt. Aus den Köpfen der Spieler sollte der Jahresabschluss in Wolfsburg verschwunden sein. Unser Trainerduo weiß, wo es anzusetzen gilt und ich denke, dass man unsere Jungs nicht mehr großartig begeistern und motivieren muss – da sollte ein Blick auf die Tabelle reichen. Wie lange wir uns da oben zwischen den jetzt schon medial gekürten Meisterkandidaten aus München und Dortmund halten können, wird sich zeigen – gerne bis zum spiel in Hamburg im Mai. Nach wie vor ist die Chance der direkten Qualifikation für die Champions-League riesengroß. Gegner wie die Eintracht, die eine bemerkenswert konstant starke Saison spielt, müssen da natürlich geschlagen werden.

Ich freue mich auf jeden Fall sehr auf den sicher eiskalten Jahresstart in der BayArena – und laut Statistik können wir uns sicher auf Tore freuen. Denn eins gab es in den bislang 55 Bundesligaspielen zwischen Leverkusen und Frankfurt noch nie: Keine Tore! Auch das ist ein Bundesligarekord. Und Tore für die Werkself haben in den nächsten Spielen eine statistisch bemerkenswerte Bedeutung, vielleicht ja schon am Samstag. 1901 Tore stehen in der ewigen Tabelle auf der Habenseite der Werkself. Drei Treffer im Jahre 2013 und es wären – 1904! Und sollte unser Topstürmer zweimal treffen – dann hätte Kies seinen Bundesligatreffer Nummer 100 erzielt. Mal nebenbei kommt es auch zum Gipfeltreffen der Bundesliga-Torjägertabelle:

  • Kies führt mit 12 Treffern, Frankfurts Alex Meier liegt mit 11 Toren direkt dahinter.

Aber wie gesagt, nur Statistik. Was zählt sind die drei Punkte und die werden wir holen. Mein Tipp: 3-1 (und dann wäre das mit den Toren ja perfekt, wenn Kies dann auch noch zweimal trifft …)!

Das Schlusswort überlasse ich den Fans, in diesem Fall der NK12. Anlass des Blogartikels war ein Treffen zwischen Fanvertretern und Spielern der Werkself in dieser Woche im Stadioneck:

„Letztendlich waren sich alle Beteiligten einig, dass wir in der Rückrunde genau da weitermachen und ansetzen müssen, wo wir aufgehört haben und auch dann, falls es auch mal über mehrere Spiele nicht so rund laufen sollte. Jedoch waren alle sehr optimistisch, dass eine längere Durststrecke aufgrund der tollen Einstellung und Moral der Truppe hoffentlich nicht zu erwarten sein sollte. Von daher heißt es am Samstag gegen Frankfurt alles geben, sowohl auf dem Platz, als auch auf den Rängen! Forza SV Bayer!“

Also raus mit den schwarz-roten Fahnen und Schals, Skiunterwäsche und dicke Socken einpacken – die Winterpause ist vorbei, der Winter ist da und für uns hat das Wochenende wieder einen Sinn.

Schwarz-rote Grüße
Klaus

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