Fußballfans sind keine Verbrecher

Ihr Lieben,

es ist mal wieder an der Zeit, dass ich mich über die Sicherheit in deutschen Stadien auslasse. Dass das Thema mich schon länger beschäftigt, dürfte dem ein oder anderen bekannt sein und ist an anderer Stelle nachlesbar. Ich habe mich schon ums Stadion herum unsicher gefühlt – Grund dafür war jedoch die Polizei. Die letzten Vorfälle in Dortmund und Schalke sind für mich schlichtweg nicht ok und zeigen leider recht deutlich, dass es ein Problem gibt, bei dem es an der zeit ist nicht mehr weg zu schauen.

Ich weiß, dass es einige gibt die recht empfindlich darauf reagieren, wenn man sich positiv zu andere Vereinen äußert – in dem Fall finde ich aber, dass man da eine Ausnahme machen kann und soll. Das was auf Schalke und in Dortmund passiert ist, ist alarmierend. Eine sehr gelungene Zusammenfassung der Problematik gibt es auf Schwatzgelb: Der Konflikt zwischen Fans, Polizei und Politik ist seit dem Relegationsspiel zwischen der Hertha und Fortuna eskaliert. Sicher, das waren nicht die geilsten Bilder und sicher gab es dort Situationen die nicht ganz ungefährlich sind, aber: Wie viele Platzstürme gibt es in der Bundesliga? Wie viele Spiele sind derart aufgeheizt, dass die Zuschauer im Stadion um ihre Gesundheit fürchten müssen?

Wenn man sich in Leverkusen umschaut muss ich sagen: Das war bei mir bisher keins. Sicher, wenn der FC da ist, dann ist schon eine gewisse Spannung in der Luft und ich verstehe auch, dass es vor den Spielen und auch danach sinnvoll ist, die Fans im Auge zu behalten (wobei die gewaltbereiten deutlich in der Unterzahl sind!), aber ich verstehe nicht, warum die Polizei eine solche Präsenz im Stadion einnehmen muss. Im Stadion habe ich noch nie erlebt, dass die Situation eskaliert. Möchte die Polizei zukünftig für jeden gezückten Bengalo in den Block stiefeln? Das halte ich nach dem was auf Schalke passiert ist für die Zuschauer für gefährlicher als ein Bengalo sein kann. Aber wenn sie schon für eine gehisste Flagge stürmen, dann ist der Gedanke nicht ganz so abwegig.

So wenig ich die Reaktion des Innenministeriums und der Polizei auf die Kritik auch nachvollziehen kann, sie zeigt deutlich dass etwas ganz gewaltig schief läuft. Der Fußballfan ist unlängst als Verbrecher abgestempelt, die Medien (sicher nicht alle, aber einige im Besonderen), verbreiten diesen Unsinn. Ich war extrem geschockt zu hören, dass Leute aus meinem Umfeld, die mit Fußball wenig zu tun haben, den Einsatz der Polizei auf Schalke für rechtmäßig eingestuft haben, denn „Man wisse ja, da stehen nur Kriminelle! Da wird das schon richtig gewesen sein!“. Ich muss zugeben, ich war schockiert, aber letztendlich überrascht es mich nicht.

Ich bin Wuppertalerin und schon aus der lokalen Nähe heraus interessiere ich mich für den WSV. Einige werden sicher mitbekommen haben, dass der Verein nach seinem freiwilligen Abstieg durch Insolvenz erst einmal keine Auswärtsspiele bestreiten durfte. Der Grund: Die ZIS vermutete 300 gewaltbereite Fans, von denen viele in Kategorie C einzuordnen seien. Das hat gesessen und zeigt, wie willkürlich die ZIS arbeitet. In der vergangenen Saison war es schon stark, wenn überhaupt 300 Fans sich ein Spiel des WSV angeschaut haben – die Ultras sind auf Grund der nicht haltbaren Geschäftsführung erst gar nicht mehr ins Stadion gekommen. Die Leute die ich bei zwei Spielen gesehen habe, waren in der Regel um die 60. Sind das die herangedichteten C-Kategorie Fans der ZIS? Oder sind es jene 10-15 Mann, die der alte Geschäftsführung im Internet offen und unter Angabe des eigenen Namens gedroht haben? Man weiß es nicht. Das Ende vom Lied: Die ersten Auswärtsspiele müssen jetzt nachgeholt werden und das unter extrem hohen Sicherheitsauflagen und das Bild des WSV-Fas ist mehr als nur angekratzt. Das erste Auswärtspiel wurde übrigens von ca 800 Wuppertalern begleitet. Ausschreitungen gab es keine und das einzige Ärgernis war die lange Wartezeit am Würstchengrill.

Dennoch: Das Image ist kaputt und ZIS, Polizei und Innenministerium tun ihr Bestes um daran nichts zu ändern. Polizisten vor Spielen erlebe ich im besonderen Maße angespannt. Da ist man auch zu Kindern, Jugendlichen oder Leuten ohne Trikot oder Fanutensilien mehr als unfreundlich – denn man weiß ja nie wer ein getarnter gewaltbereiter Fan ist. Mit anderen Worten: Wir sind oftmals Vorverurteilte und das ohne Grund. Das ärgert mich.

Wenn jetzt also die Polizei beschließt, nicht mehr im (und ums) Stadion präsent zu sein, dann sehe ich das als große Chance den ganzen Kritikern zu zeigen, dass sie dort überhaupt nicht benötigt werden. Wir sind keine Verbrecher und wir gehen auch nicht ins Stadion um uns zu prügeln. Wir sind dort um unsere Mannschaft zu unterstützen. Wir sind da um ein schönes Spiel zu sehen. Ich wünsche mir, dass sich jede Geschäftsführung so klar vor die eigenen Fans stellt, wie es auf Schalke passiert ist und ich hoffe, dass jetzt vielleicht doch langsam wieder ein Umdenken passiert, denn Fußballfans sind keine Verbrecher!

Wie seht ihr das? Benötigen wir Polizei in den Stadien und wie kann ein Umdenken passieren?

4. Spieltag

4. Spieltag (31.08.2013)

Schalke 04 – Bayer Leverkusen

So, wir haben unsere erste Niederlage. Schalke hat mit 2:0 zu Hause gewonnen und mit was? Mit Recht und überaus verdient.

Nach dem Spiel habe ich in Facebook geschrieben, ich muss meine Nerven einsammeln. Ich habe mich bewusst abgemeldet und habe versucht, meine Nerven woanders zu suchen und zu finden. Es ist mir nur zum Teil gelungen.

Folglich habe ich mich wieder eingelogt und ein paar Meinungen zum Spiel gelesen. Man liest, verinnerlicht und zieht seine eigene Meinung raus. Dort habe ich dann meine restlichen Nerven wiedergefunden. Was da geschrieben wurde entbehrt jeder Fankultur. Ich möchte da auch nicht weiter drauf eingehen, aber was mich mal richtig, gelinde gesagt, stört, sind die ewigen Nörgeler. Die treten jetzt wieder alles kaputt.

Klar haben wir jetzt mal wieder ein Spiel verloren. Es ist auch klar, dass dies mich genauso runterzieht, wie manch anderen. Dennoch gibt es solche Tage an denen nichts passt. Da war an diesem Tag der Gegner einfach besser; kleverer; abgewichster ….. Ich lasse das einfach mal so da stehen.

Ja, wir haben auf Schalke verloren … Ja, es war ein schlechtes Spiel von der Werkself … und verdammt noch mal, es ärgert mich auch.

Ich weiß …. wir alle wissen, die Jungs können es besser. Es ist eine gute Truppe, ein gutes Team. Mich hat richtig gefreut, dass Robbie und Emre einige Minuten Einsatzzeit bekommen haben.

Alles im Allem kann die Werkself und auch wir Fans aus diesem Spiel einiges mitnehmen. Zum einen sind nicht alle Spieltage rosige Tage. Nicht alle Spiele können gewonnen werden. Verlieren gehört zum Spiel. Die Werkself hat dennoch einen gelungenen Saisonauftakt hingelegt. Ich jedenfalls sehe weiterhin positiv und optimistisch der Zukunft entgegen.

Für uns Fans wird es ganz wichtig sein, beim nächsten Spiel volles Rohr zu geben und den Jungs zeigen, dass wir, trotz Niederlage, hinter ihnen stehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch noch ein schönes Wochenende.

Euer

Ralf

Es geht wieder los – Ein Spielbericht von Ralf

Ihr Lieben,

jetzt rollt der Ball wieder! Das Spiel gestern hat mir gut gefallen, wenn ich auch nicht alles sehen konnte. Ich will jetzt nicht voreilig Spieler in den Himmel loben, aber ich denke über Son werde ich in ein paar Wochen noch einmal schreiben. Kommen wir aber zu dem gestrigen Spiel. Ich hatte ja in die Runde gefragt ob einer von euch nicht etwas zu ´dem Spiel schreiben mag. Ich finde es immer spannend zu lesen, wie andere Leute so ein Spiel sehen, was ihnen auffällt, wie die Stimmung bei ihnen war und… und… und! Dieses Mal bekommt ihr eine Zusammenfassung vom lieben Ralf Winkelmann, der nicht nur Admin einer ganz tollen Bayer Fangruppe auf Facebook ist, sondern auch Fan der Werkself mit Herz und Seele. Ich sage an dieser Stelle Danke fürs Schreiben und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen. Solltet ihr jetzt auch Lust bekommen haben etwas zu schreiben, dann meldet euch bei mir! Grade beim ersten Heimspiel wird es sicher einiges zu berichten geben! Ich freue mich von euch zu hören und Ralf freut sich sicher darüber, mit euch ins Gespräch zu kommen.

1. DFB Pokalrunde Saison 2013 / 2014 – SV Lippstadt 08 – Bayer 04 Leverkusen

Dies war es also, das erste Pflichtspiel unserer Werkself in der Saison 13/14. Meine Einschätzung ist auch recht schnell erzählt. Ich lag mit meinem Tipp nur ein wenig daneben. Im Vorfeld habe ich ein 1:9 getippt. Leider haben da 3 Tore gefehlt. Hätte wenn und aber gehören beim Sport eigentlich nicht gesagt, oder geschrieben. Zählen wir einfach die Alluminiumtreffer hinzu, dann passt das.


Jetzt aber zum Spiel selber. Der schnelle Treffer von Bender war richtig Klasse. Eine Minute später der Ausgleich durch den SVL. Danach war das Spiel ein wenig fahrig von Seiten der Werkself. Generell hatte ich das Gefühl, die Truppe ist noch nicht richtig eingespielt. Hatten sie den Gegner falsch eingeschätzt? Gab es vielleicht eine mangelnde Einstellung, weil der SVL gerade erst in Liga 4 aufgestiegen war? Mir fehlten noch ein wenig die Laufwege und die dadurch mangelnde Passgenauigkeit war das Resultat.


Ich möchte dem SV Lippstadt 08 ein Riesen Kompliment machen. Der Regionalligist hat versucht mitzuspielen. Vor allem Christoph Sander im Tor hat mir richtig gut gefallen. Was der rausgeholt hat … Respekt.


Für mich war es ein souveräner und solider Auftritt einer Bundesligamannschaft gegen einen Regionalligisten. Das Spiel hatte für mich den Charakter eines Vorbereitungsspiels, wo nochmals getestet werden kann. Dieses 1:6 für die Werkself spricht da Bände. Vor Allem haben mich die Neuzugänge interessiert. Die haben ja nun auch ihr erstes Pflichtspiel für Bayer gemacht. Ich muss sagen, mich haben alle überzeugt. Ob ein Donati, Spahic, Son, oder auch Hilbert. In meinen Augen alle eine Bereicherung der Werkself. Aber warten wir da mal ab, wenn es um ‚richtige’ Gegner geht. Damit meine ich eben halt Profiklubs auf BL und CL ebene.
Freue mich schon auf nächsten Samstag, wenn es heißt den ersten Buli Gegner zu schlagen. Dieser ist kein geringerer als der SC Freiburg. Die Breisgauer sind bei uns zu Gast und ich hoffe, wir werden dieses Spiel rocken.
Bis dahin …
Euer Ralf

Das Spiel ist aus – mein kleiner Rueckblick

Das war sie also, die Saison 2012/13. Wir haben einen soliden dritten Platz gemacht und der Abstand auf den Tabellenzweiten, Dortmund ist mit einem Punkt winzig. Ich bin damit zufrieden, grade nach der verkorksten letzten Saison.

 

Viel geglaubt habe ich zu Anfang nicht, gehofft aber schon, denn wir starteten mit einem Trainerexperiment, einem Haufen von Spielern, die alles, aber keine richtige Mannschaft waren und dem massiven Druck, dass jetzt alles Besser werden muss. Nicht die idealsten Bedingungen, vor allem da wir durch eine auf den ersten Blick nicht ganz verständliche Transferpolitik nicht die ideale Besetzung auf jeder Position zu haben schienen und ich jedes Spiel Angst hatte, Kies könne sich verletzen.

 

Hat er nicht, das Experiment Trainerduo ist geglückt, der chaotische Haufen ist näher an einer Mannschaft als in den letzten Jahren und wir haben mit den Spielern die wir hatten eine qualitativ recht hohe Saison gespielt. Aber schauen wir uns jeden dieser Punkte für sich an. Die häufigste Reaktion auf „Leverkusen hat ein Trainerduo – einen ohne Bundesligaerfahrung und einen ohne Trainererfahrung“ war: Das kann ja nichts werden! Kann ja wohl, möchte ich jetzt grinsend in die Welt schreien. Das mag nicht für jeden gelten, aber mit Sascha Lewandowski haben wir einen Trainer mit Sachverstand und mit Sami einen Teamchef der unsere Jungs kennt und sie zu händeln weiß. Die zwei haben wirklich viel geleistet und ich denke und hoffe, dass diese Saison eine gute Grundlage für die nächste gebildet hat.

 

Denn unsere Jungs sind zwar spielerisch eng zusammen gewachsen, aber Defizite gibt es dennoch, grade in der Chancenverwertung, den Standarts und bei der Passgenauigkeit. Aber sie haben gelernt, zusammen zu spielen und patzen grade in der Abwehr nicht mehr so. Einen großen Anteil daran hat sicher unser Kies, der neben dem erfolgreichen stürmen auch noch fleißig im Mittelfeld und, wenns ganz eng wurde, auch in der Abwehr ausgeholfen hat. Grundsätzlich hat man gemerkt, dass Absprachen untereinander besser funktionierten, das mehr Vertrauen und vor allem Ruhe ins Team eingekehrt ist und das trotz riesen Pressewirbel um die „Akte Schürrle“.

 

Tja und was die Transferpolitik angeht: die hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Wollscheid macht sich toll in unserer Abwehr, Carva ist ein kleiner Störenfried und bringt durch seine spanische Spielweise für den Gegner eine Vielzahl von gefährlichen Momenten und Boenisch und Hegeler haben mich völlig überzeugt.

 

Mein Spiel der Saison gibt es nicht, da müsste ich mich jetzt ja entscheiden. Meine zwei High-Lights waren ganz klar das wirklich grandiose Heimspiel gegen Dortmund – denn obwohl verloren war es doch ganz, ganz groß und mein Auswärtsspiel in Bremen, das, gelinde gesagt, einfach Hammer war. Trotz relativ geringer Mitfahrerzahl war die Stimmung super und die Manschaftsleistung genial. Danke für grade diese beiden Spiele!

 

Dazu kam die immer besser werdende Stimmung im D Block. Das ist ein Thema für sich und da ich leider schon mehrfach extrem dafür angefeindet wurde, werde ich nichts über die Umsetzung, den Umbau und die daraus resultierenden Konsequenzen schreiben. Mir tut es weh zu sehen, wie viele Leute die um mich saßen und die seit ewigen Jahren ins Stadion gehen ab der kommenden Saison vorm Fernseher schauen müssen und die Szenen die sich da am letzten Spieltag ereignet haben, haben mich extrem nachdenklich gestimmt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all jenen Bedanken, die dort waren, die zu jedem Spiel gekommen sind, egal wie das Wetter war, wie „unwichtig“ die Gegner und unspektakulär die Spiele. Ihr habt vielleicht nicht die meiste Stimmung gemacht, aber ihr habt Mannschaft und Verein auf eure Weise unterstützt. Ihr werdet mir fehlen. Wirklich!

 

Was diese Saison aber auch gebracht hat ist dieses Blog. Wie es hier genau weiter geht, weiß ich noch nicht. Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen genauen Plan, inzwischen hat sich aber ein bisschen was geändert, vor allem auf Grund einiger Diskussionen die ich mit einigen Leuten aus der Fanszene hatte. Sobald ich mich entschieden habe, werdet ihr es erfahren. Ich würde gerne weiter schreiben, denn Verein und so viele Leute die daran hängen sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte mich auf jeden Fall auch bei euch bedanken, sei es fürs Mitlesen, „gefällt mir“ klicken oder für eure Kommentare. Das war eine besondere Saison für mich und das möchte ich auf keinen Fall missen.

 

Was mich jetzt natürlich brennend interessiert ist, was euch am besten gefallen hat. Habt ihr Spiele, die euch besonders vom Hocker gehauen haben? Gab es Spieler, die es für euch bis an die Spitze geschafft haben? Was sind eure High-Lights? Ich würde mich freuen, wenn ihr sie mit uns teilt.

 

 

 

 

 

Zwischen Transferchaos und Kaderplanung

Es ist wieder soweit. Die Saison neigt sich dem Ende zu und der Transferpoker beginnt. Doch nicht nur die Vereinsbosse und Spieler plagen sich mit dem Thema herum. Die Zeitungen scheinen sich täglich mit spektakuläreren Spekulationen und auch in Fankreisen werden Spieler nach Belieben hin und her getauscht. Was dabei herauskommt ist ein buntes Potpourri an neuen Mannschaftszusammenstellungen und viel böses Blut, wenn ein vorgeschlagener Spieler in Fankreisen nicht so gut angenommen wird.

Als Leverkusener ist es in den letzten Wochen die Personalie Andre Schürrle, die die Gemüter erhitzt und schon den ein oder anderen Streit provoziert hat. Dazu werde ich jetzt nichts schreiben. Das kann ich machen, wenn in dem Fall eine Entscheidung getroffen wurde, aber diese Spekulationen sind nichts für mich. Zu Schürrle kommt nun die Meldung, dass Robbie Kruse zu uns wechselt. Dazu habe ich tatsächlich noch keine Meinung, denn ich habe ihn so gut wie nie spielen sehen. Aber ich habe eine Meinung zu dem Spielertyp, für den er steht.

Wie oft ich schon gelesen habe, Leverkusen solle einen erfahrenen Spieler verpflichten – wie etwa Berbatov- kann ich schon gar nicht mehr sagen. Wer mich kennt, weiß was ich davon halte. Nichts. Ich würde es schon fast das Bayern-Prinzip nennen. Man holt sich alle zwei bis vier Jahre einen oder mehrere Top Spieler, die Erfahrung haben, auf ihrer Position gut sind und nach der Zeit geht das Spiel von vorne los. Dazu fehlt uns, vorsichtig ausgedrückt, das Geld. Wir können uns nicht alle paar Jahre Spiele für die erste Mannschaft kaufen, die dann möglichst schnell zusammen wachsen und durch Klasse bestechen.

Das Modell, das ich gerne sehe und auch bei uns wiederfinde, ist das des Ausbildungsvereins. Wir kaufen uns (recht günstig) mehr oder minder junge Spieler, bauen sie auf und bilden sie so aus, dass sie in unserer Mannschaft gut spielen. Am Ende kommt dabei ein guter Spieler mit Erfahrung raus, denn man entweder halten kann oder für einen hohen Betrag verkaufen kann. Letzteres finde ich nicht so super. Finanziell macht es Sinn, aber ich denke dass eine Mannschaft dann viel Erfolg haben kann, wenn sie perfekt aufeinander abgestimmt ist. Dass diese Abstimmung wichtig ist, konnte man grade bei dem Spiel der Dortmunder gegen Real Madrid sehen. Der Kaderwert der Spanier ist extrem hoch – da spielen Superstars. Dagegen kommen die Dortmunder so gut sie auch einzeln sind – nicht an. Aber sie spielen einen soliden, guten Kombinationsfußball. Da weiß jeder, wo der andere steht und so kriegt man die Bälle nah vors Tor und mit einem super Stürmer auch darein.

Wir haben so einen Stürmer. Sein Problem? In den letzten Spielen habe ich ihn ständig in unserem Strafraum gesehen. In Mittelfeld entsteht eine Lücke? Kies schließt sie. Die Abwehr pennt, er ist zur Stelle. Das ist extrem ärgerlich, aber darum soll es heute nicht gehen. Ich denke, wir brauchen junge Spieler, die wir so schnell wie möglich in das System unserer Mannschaft integrieren und die wir über mehr als zwei Jahre halten können. Das ist nicht leicht und grade der Fall Götze hat einmal mehr gezeigt, dass noch so große Treuebekenntnisse und Loyalität nichtig sein können, wenn der große FCB und Guardiola winken. Aber ich denke ein Versuch ist es wert.

Wir können uns die Starspieler nicht leisten, die uns ein Spielsystem wie beim FCB ermöglichen. Warum sollten wir es also versuchen? Für mich liegt die Zukunft unseres Vereins in der Ausbildung. Mit einer Mannschaft, in der das Vertrauen untereinander da ist und Absprachen funktionieren ist auch die Meisterschaft drin – daran glaube ich ganz feste.

Was meint ihr? Jugendarbeit oder mehr Geld für Stars? Was bringt die Werkself zum Titel?

Ein letzter Blick aus dem Abseits!

Hallo ihr Schwarz-roten,

wie ihr sicher gemerkt habt, habe ich meine Blog-Posts in letzter Zeit stark reduziert. Das hat in erster Linie mit meinen beruflichen Aktivitäten, vor allem im Onlinebereich zu tun. Meine Zahnblogs beschäftigen mich täglich und ich werde mich künftig ausschließlich darauf konzentrieren.

Cathy wird „auch-mal-abseits“ weiter mit Leben und ihren schönen Texten füllen – im Blog und auf Facebook. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr treue Leser, begeisterte Fans und kritische Diskussionspartner bleiben würdet.

Mir hat die Zeit mit Euch hier sehr viel Spaß gemacht und natürlich werde ich lesen und kommentieren.

Wir sehen, hören und lesen uns im Netz, im Stadion und natürlich demnächst wieder in der Champions-League!

Schwarz-rote Grüße

Klaus

Von verpatzten Chancen und einem flauen Gefühl

Ich sitze hier seit einer guten Stunde und versuche die Überschrift für den Blogpost zu verfassen. Irgendwie will das nicht so recht werden. Vor dem Spiel hatte ich viele Aufhänger – grade die Frage ob Wolfsburg uns wieder in unsere Schranken weist, war mehr als präsent. Das haben sie zum Glück nicht. Die Aussage mag dem ein oder anderen vielleicht komisch vorkommen, schließlich haben wir keinen klaren Sieg vom Platz getragen. Aber mal ganz ehrlich? Das haben unsere Jungs selber verbockt!

Wir hätten schon nach der ersten Halbzeit mit mindestens 3 Toren vorne liegen müssen. Wer sich so viele Chancen durch die Finger gleiten lässt, der darf sich über ein Unentschieden nicht beschweren. Die Zahl der Fehlpässe war extrem hoch und wenn der Gegner in der Mitte zu macht, dann haben wir noch immer ein Problem. Sicher, Wolfsburg hat in manchen Situationen nicht schön gespielt und ich muss gestehen, die ein oder andere Schirieentscheidung habe ich auch nicht verstanden (was durchaus an mir und nicht an ihm liegen kann), aber dass wir nicht gewonnen haben, war unsere eigene Schuld.

Allerdings gab es auch Dinge, die mich positiv überrascht haben. Großer Spitzenreiter ist da André Schürrle. Sicher kann er noch mehr, aber ich habe ihn zum ersten Mal seit langem wieder richtig effektiv erlebt und das Gefühl gehabt, dass er aktiv mit der Mannschaft zusammen spielt. Das mache ich nicht nur an seinem Tor fest, das mir echt gut gefallen hat, sondern grade an seiner gesamten Leistung in der ersten Halbzeit.

Gewohnt stark waren auch unsere Außenverteidiger. Da waren zwar einige Szenen bei, in denen mir das Herz in die Hose gerutscht ist, aber es macht immer wieder Spaß ihnen bei der Arbeit zuzuschauen. Besonders imponiert hat mir, dass sich das Publikum um mich nicht hat unterkriegen lassen. Sicher, da wurde viel geflucht, aber es sind erstaunlich viele da geblieben und haben sich von unseren Jungs verabschiedet und das finde ich stark.

Was bleibt ist ein flaues Gefühl im Magen. Ich glaube nach wie vor daran, dass unsere Jungs den direkten Einzug in die Königsklasse schaffen können, aber das Leben ist nun mal kein Konjunktiv. Vor uns liegen noch ein paar Spiele und grade Schalke dürfte nicht einfach werden. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und zumindest der Kampfgeist ist schon da.

Wie würdet ihr das Spiel bewerten?

Ungewohnte Perspektiven und wie wir uns selber im Weg standen

Das war es also, unser Spitzenspiel gegen die Bayern. Ich weiß nicht richtig wo ich anfangen soll, außer am Anfang. Als ich in den Block kam, staunte ich nicht schlecht – da war doch tatsächlich der Zaun hoch gefahren. Wenn man direkt dahinter sitzt, sieht man tatsächlich nicht viel und kommt sich zusätzlich vor, wie ein Tier im Zoo. Das es Teil einer Choreo war, konnte man schnell sehen, dennoch muss ich zugeben, dass es ein komisches Gefühl war. Vielleicht sollte ich darauf bestehen, dass mich beim nächsten Mal jemand durch den Zaun mit Schoko füttert (um das Zoo-feeling zu verstärken), aber nun gut, ich glaube da wird sich niemand finden.

Die Choreo an sich sah schon echt genial aus. Ich habe es auf dem Monitor gegenüber sehen können – bevor jemand fragt: ich bin auf meinen Sitz geklettert – und war ehrlich beeindruckt. Auch wenn ich mir heute Fotos davon anschaue, lässt das stolze Gefühl, ein Teil davon gewesen zu sein, nicht nach.

Naja und dann kam das Spiel. Ich habe nicht viel erwartet, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Es war nicht das beste Spiel in dieser Saison, aber bei weitem auch nicht das schlechteste. Die Bayern waren klar nicht in Form und das unnötige Zeitspiel des Manuel Neuers ist mir gehörig auf die Nerven gefallen, aber am Endergebnis ändert es nichts. Wir haben verloren und ganz ehrlich? Schuld daran waren nicht die Bayern. Chancen auf Tore hatten wir doch einige – alleine unsere gefühlt zig trillionen Ecken hätten uns in Führung bringen können.

Nun ja, das Leben ist nun mal kein Konjunktiv – wahlweise auch kein Ponyhof. Leider. Das Spiel hat ganz deutlich gezeigt, dass wir unser eigener Gegner sind und ich glaube auch nicht, dass sich das von heute auf morgen ändern wird. So gut wie keine der Ecken war hoch genug und die Passgenauigkeit war auch eher unschön. Dafür haben wir deutlich mehr Zeit als sonst im gegnerischen Strafraum verbracht und die Bälle nicht so schnell nach hinten gegeben. Was mir allerdings am meisten gefallen hat, ist die Tatsache, dass unsere Jungs nicht aufgegeben haben. Wie sah das für dich aus, Klaus?“

„Mit Sicherheit ähnlich, Cathy!“ Auch wenn ich das Spiel aus einer anderen Perspektive gesehen habe – und das beziehe ich in erster Linie auf meine Sitzposition während der 90 Minuten. Was ich gesehen habe ist schnell erzählt und offenbart sicher keine großartigen Neuigkeiten. Die 30 Minuten rund um den Ausgleich unserer Jungs haben gezeigt, dass die Werkself kämpfen kann, wenn es drauf ankommt. Inwieweit die Bayern hier mehr zugelassen haben, als es aus Sicht des 20-Punkte-Primus nötig war, überlasse ich mal der öffentlichen Diskussion. Fakt ist: In der ersten Halbzeit haben wir es versäumt, die notwendige Portion „Wir–zeigen-es-den-Bayern“ einzubringen. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass die Münchner jederzeit und nach Bedarf hätten zulegen können. Die Standards und die Fehlpässe hast du ja schon angesprochen. Auch der Führungstreffer hat mir beim abendlichen TV-Studium noch einmal den einen oder anderen Stoßseufzer entlockt. Ein Münchner, etliche Leverkusener – drin das Ding! Ob wir es hier mit einer vollwertigen Meistertruppe, einer besseren B-Elf, oder einer schlechteren A-Elf zu tun hatten, lassen wir mal eben links liegen. Die Aufstellung der Bayern war sicher nicht der Grund für die Abwesenheit eines Spiels auf Top-Niveau.

Der Ausgleich war verdient, weil die Bayern das Ding mal so eben zurück in den Freistaat schaukeln wollten. Die erneute und letztlich entscheidende Führung eine Verkettung von Ereignissen an deren Ende die Schulter von Wolle die unglücklichste aller Rollen spielte. An dieser Stelle vom oft strapazierten Bayern-Dusel zu sprechen fällt mir allerdings schwer. Wenn ich an den Sieg im Hinspiel denke und an die Art und Weise, wie dort die Tore gefallen sind, fällt mir eher so was wie ausgleichende Gerechtigkeit ein.

Trotzdem Mist! Den Punkt hätte ich gerne mitgenommen – vor allem nach den Ergebnissen dieses Spieltages.

Auf der anderen Seite waren es genau diese Niederlagen unserer Konkurrenten um Platz drei, die letztlich dafür sorgten, dass sich meine schlechte Laune in Grenzen hält. Ich gehöre eh nicht zu denen, für die ein Sieg gegen München zu den schönsten aller Fußballerlebnisse zählt. Ein Sieg gibt drei Punkte, egal gegen wen. Und die Dreier hätten wir in Mainz und Führt holen sollen / müssen.

Also schauen wir nach vorne und freuen uns auf das, was kommt. Ich bin sicher, dass unsere Jungs nicht mehr viele Punkte abgeben werden und am Ende den direkten Einzug in die Champions-League packen – und genau das zählt!

Und die Choreo war echt der Hammer!

Das Spiel in Mainz in wenigen Worten

Ich habe ja gestern schon angedeutet, dass ich mir zum Spiel unserer Jungs in Mainz nicht wirklich viel Meinung bilden kann. Die Konferenz auf Sky bescherte mir zwar einen interessanten Spieltag und viele schöne Tore – nur auf den entfesselten Kommentatoren-Ruf „Tor in Mainz“ habe ich leider vergebens gewartet. Dafür hieß es irgendwann – während entweder die Bayern / Düsseldorfer oder die Schalker / Dortmunder auf das gegnerische Tor rannten – „Elfmeter in Mainz“! Mist, habe ich nicht nur laut gedacht. Nur wenige Sekunden zuvor schaltete die Sky-Regie von Mainz nach Irgendwo, während der Ball gerade in Richtung unseres Strafraum segelte. Klar, dass dieser Elfer nicht für die Werkself gepfiffen wurde.

Warum er überhaupt gepfiffen wurde, bleibt das Geheimnis der Schiedsrichter und der Regelerfinder im Deutschen Fußball. Möglich, dass dieser – und andere Elfer in jüngster Vergangenheit – bei strenger Auslegung und Interpretation mit den Fußballregeln des DFB konform gehen (sucht euch die entsprechende Passage einfach raus). Wenn dem so ist, sollte hier schnellstens was passieren. Oder es werden auch weiterhin Elfmeter aufgrund eines Handspiels gepfiffen, wenn …

  • … Abwehrspieler dem eigenen Mann den Ball von hinten an den Oberarm köpfen!
  • … Spieler, durch den Einsatz ihrer Hände, Verletzungen im Bereich des Kopfes oder anderer lebenswichtiger Bereiche verhindern!
  • … der Arm, der nun einmal an der Schulter hängt, nicht schnell genug abgeschraubt werden kann, wenn ein abgefälschter Ball in Bruchteilen von Sekunden auf ihn zurast!

Und dann noch das Ding mit der unnatürlichen Bewegung zum Ball. (Schutz)Reflexe werden nicht über das Gehirn (bewusste Rektion), sondern über das Rückenmark (unbewusster Reflext) ausgelöst – ein natürlicher Vorgang ist und bleibt das allemal. Bewusst steuern kann der Spiele diesen Reflex – anders als eine Reaktion – aber nicht.

Na ja, lasst uns nicht so tun, als wäre der Unrechts-Elfer der alleinige Grund für die Pleite in Mainz. Einige wenige Szenen gönnten mir die deutschen TV-Sender (Sportstudio konnte ich leider nicht sehen) ja vom Spiel meiner Leverkusener Jungs. Und die eine oder andere hätte durchaus mit einem Treffer beendet werden können / müssen!

Aber unser Motto kann nur lauten: Kopf hoch und weiter kämpfen – es gibt noch viel zu tun. Der Blick auf die Tabelle macht das deutlich: Die Königsblauen entwickeln sich wohl stabil zu unserem größten Gegner im Kampf um den dritten Platz. Deshalb war ich gestern klar auf Seiten der Dortmunder, die wegen mir ab sofort jedes Spiel gewinnen können – genau wie die Bayern nach dem nächsten Spieltag. Solange die beiden Teams unseren potenziellen Gegnern die Punkte abnehmen – sehr gerne! Platz Drei muss unser Ziel sein und wenn es mehr wird, sagen wir nicht nein.

Gegen die Bayern heißt es punkten! Nicht um den kommenden Meister in dieser Saison zweimal geschlagen zu haben. Sondern weil jeder Sieg, jeder Punkt, ein Schritt Richtung Champions-League ist. Und dafür müssen wir alle am Samstag wieder alles geben.

Wir für euch – ihr für uns!

„Lieblingsgegner!“

Ich kann mich schon lange nicht mehr an so aufregende zehn Minuten eines Fußballspiels erinnern wie gestern zwischen der 80. und 90. (plus x) Spielminute. Mit dem Schlusspfiff am Samstagabend breitete sich eine Woge der Erleichterung in der BayArena aus – auf der Trainerbank, auf dem Rasen und natürlich auf den Rängen. Und heute noch die schöne Meldung, dass Ömers Verletzung aus der zehnten Spielsekunde nur ein par Tage Trainingspause bedeutet.

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Dabei war doch eigentlich schon vor dem Spiel alles klar. Es ging doch gegen unseren Lieblingsgegner aus dem Schwabenland – den VfB Stuttgart. Gegen keine andere Mannschaft hat die Werkself in der Bundesliga so oft gewonnen wie gegen Stuttgart und unser Kies trifft ja gegen den VfB sowieso immer.

Eine Serie, die gestern auch hätte reißen können. Beschränkten sich die Gäste doch darauf, das schnelle Spiel unserer Jungs mit einer starken und effektiven Abwehrarbeit zu verhindern. Ein Plan, der lange Zeit aufging. Ich bin nicht sicher, aber ich kann mich an keinen nennenswerten Schuss auf Bernds Tor erinnern. Mal abgesehen von diesem Freistoß ohne Mauer aus elf Metern, der zum ersten und einzigen Tor der Gäste führte.

Die Szene prägte das Spiel sehr lange. Weil Stuttgart stur verteidigte und unserer Mannschaft spielerisch dazu nicht viel einfiel. Und ja, auch ich habe mir so ab der 75. Minute ernsthaft Gedanken um einen positiven Tenor dieses Artikels gemacht. Und deshalb sage auch ich an dieser Stelle noch einmal: Danke an unsere Werkself! Danke, dass ihr nie daran gedacht habt, dieses Spiel nicht gewinnen zu können.

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Und wer die Chance hatte, unmittelbar nach dem Spiel direkt in die Gesichter unserer Spieler sehen zu können, dem wurde schnell klar: Hier freuten sich Jungs die wussten, dass sie sich drei Punkte für die Champions-League mit Kampf, Einsatz und Leidenschaft verdient hatten. Die Fans feierten unsere  Mannschaft – und sie feierten auch sich. Beides völlig zu Recht! „Niemals aufgeben“ hieß es in einer bemerkenswerten Schlussphase auf dem Rasen und über neunzig Minuten – mit ein paar wenigen kurzen Pausen –  bei unseren Supportern im Norden der BayArena. Die Rede ist jetzt nicht von denen, die sich mal wieder erst mit dem Schlusspfiff aus ihrer eingefrorene Sitzhaltung zum Abklatschen und Feiern in den Stand erhoben.

Es waren mal wieder nicht alle, aber es waren die richtigen Fans, die erkannt haben, dass die Mannschaft mit ihrer Unterstützung dieses Spiel würde drehen können. Ein Spiel, das für mich eins der wichtigsten – wenn nicht das Wichtigste – Spiele der Saison war. Nach der Niederlage der Frankfurter stehen wir jetzt mit sieben Punkten Vorsprung auf einem Platz, der die direkte Teilnahme an der Champions-League bedeutet. Ob als Zweiter, oder als Dritter – egal! Ich habe nichts gegen einen spannenden Zweikampf mit dem Noch-Meister aus Dortmund um „unseren“ Vizetitel, aber am Ende zählt das irgendwann auch nicht mehr.

Wie auch der Begriff Lieblingsgegner für mich keine Bedeutung hat. Mein Lieblingsgegner ist immer die Mannschaft, gegen die wir gerade gewonnen haben. Das kann nächste Woche Mainz 05 sein, oder in 14 Tagen der kommende Deutsche Meister aus München.

Obwohl: Seit dem Pokalfinale 2009 in Berlin gibt es Siege, die einfach richtig Spaß machen. Das hat aber nichts mit dem VfB Stuttgart direkt zu tun😉

Und wer noch einen Blick in die Medienlandschaft werfen möchte, dem empfehle ich die kleine Presseschau auf der Homepage der Werkself. Vor allem der Express bringt es auf den Punkt: 

„Das Publikum verneigte sich vor Bayers Fight-Club. Und dann feierten sie die Helden des Abends mit Sprechchören. Natürlich genossen die Spieler das Bad in der jubelnden Menge. Es war der Höhepunkt eines irren Fußball-Abends. Satte 82 Minuten liefen sie einem Rückstand hinterher. Dann drehten sie die Partie in nur 360 Sekunden. Stuttgarts Abwehrmauer mit 2:1 eingerissen, sich mit sieben Punkten von Eintracht Frankfurt abgesetzt. Nach zuvor nur einem Sieg in fünf Liga-Partien und dem Aus in der Europa League gegen Benfica Lissabon war das wieder ein Zeichen. Jetzt ist den Bayer-Fightern der Champions-League-Platz so gut wie nicht mehr zu nehmen.“

„Und wie siehst du das, Cathy?“

Ganz genau so, lieber Klaus! Du sprichst mir aus der Seele. Mir ist es egal ob wir Vizemeister werden oder als dritter in die Champion- League kommen. Der Einzug ist für mich entscheidend. Ob als zweiter oder dritter macht da keinen Unterschied. Kaufen kann man sich etwas von der Meisterschaft und die ist diese Saison schon verspielt.

Was mir gestern wirklich imponiert hat, ist der Kampfgeist unserer Jungs. Sie haben nicht aufgegeben, auch wenn der VfB es ihnen nicht leicht gemacht hat. Es war sicher nicht optimal – grade wenn ich an die vielen vergebenen Torchancen oder Standards denke, aber es war auch nicht unser schlechtestes Spiel. Für mich lag der Fokus über weite Strecken auf André Schürrle – wie ich hören konnte war ich damit nicht alleine. Um mich herum wurde alles kritisiert was er gestern gemacht hat. „Ständig gibt er vor dem Tor ab!“ „Jetzt hat er schon wieder versucht das Tor selber zu machen! Was für ein Ego!“ „Gib ab!“ „Gib nicht ab!“ Ich glaube kein Spieler konnte es so sehr niemandem recht machen wie André und das tut mir wirklich leid, denn ganz ehrlich? Das war gestern nicht das schlechteste Spiel, dass ich diese Saison von ihm gesehen habe.

Aber es passt zu dem Bild, dass ich von den „Fans“ um mich herum hatte. Hätte da auch nur einer halb so viel Energie ins Anfeuern wie ins Schimpfen gesteckt, dann hätten wir im D-Block tatsächlich so etwas wie Stimmung gehabt. Ich habe es noch nie erlebt, dass der C-Block ein „Steht auf, wenn ihr für Bayer seid…“ anstimmt und 90 % des D-Blocks (ausgeschlossen D1) sitzen bleibt. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie enttäuscht und wütend ich bin. Das war eine schwache Leistung.

Aber gut, ich mag mich da heute nicht mehr drüber aufregen. Im Moment bin ich mir auch sicher, dass sich das so schnell nicht mehr ändern wird. Für mich war das Spiel völlig in Ordnung – Luft nach oben gibt es aber dennoch.